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Verbuschung verhindern, Kohleausstieg vorantreiben
Verbuschung verhindern, Kohleausstieg vorantreiben
09.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Lukas Gangl

Gernsbach - Landtagsabgeordneter Dr. Alexander Becker und Peter Hauck, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg (beide CDU), luden am Freitag zu einer Wanderung von Gernsbach nach Lautenbach ein. Thematisiert wurden Natur-, Klima und Artenschutz sowie die Offenhaltung der Kulturlandschaft.

Die Route wurde von CDU-Gemeinderat Stefan Eisenbarth erstellt, er übernahm auch die Führung. Ebenfalls dabei waren Diana Fritz, Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbands Landkreis Rastatt, und Matthias Schmitt vom Bund Deutscher Forstleute.

Hauck betonte zunächst, wie wichtig der Wald doch für Gernsbach sei - schließlich seien 6 628 Hektar der Gemarkungsfläche davon bewachsen. "Das Murgtal droht sukzessive wieder zuzuwachsen." Dies müsse laut dem Minister verhindert werden. Als Grund für den vielerorts fehlenden Erhalt offener Flächen sieht er die mangelnde Bewirtschaftung und das Fehlen von Weidehaltung in der modernen Zeit.

Bei einem kurzen Zwischenstopp im Kurpark hob er die angelegten Blüteninseln hervor, die einen wichtigen Lebensraum für Insekten darstellen. Auch mahnte er an, verblühte Pflanzen im heimischen Garten stehen zu lassen, da sie Winterquartier für ebendiese Insekten bilden.

Ein großes Thema der Wanderung war der Klimaschutz. So sieht Hauck die Prognosen der Klimaexperten und -forscher bestätigt. Das vermehrte Vorkommen von Wetterextremen in Mitteleuropa sei das Ergebnis der vergangenen 40 Jahre, denn Klimawandel sei eine langsame Sache, nichts was erst innerhalb der letzten Jahre aufkam.

Des Weiteren machte er seine Position zum Kohleausstieg klar. Für ihn habe dies eine deutlich höhere Priorität als der Ausstieg aus der Kernenergie. Ebenso wies er darauf hin, dass Bäume auch nach ihrer Abholzung noch ein wichtiger CO 2 -Speicher sind, sofern sie richtig konserviert und genutzt werden, beispielsweise im Hausbau. So bestehe ein Einfamilienhaus in Baden-Württemberg derzeit durchschnittlich zu 35 Prozent aus Holz, in Skandinavien liege dieser Wert bei knapp 50 Prozent, sagte Hauck.

Auch thematisierte der Minister das derzeit dauerpräsente Waldsterben und die Dürreproblematik. Er merkte an, dass dies in den kommenden Jahren ein noch größerer Faktor werden könne, vor allem da die wärmeresistente Esche von einem Pilz befallen sei und deshalb in Baden-Württemberg auf lange Sicht aussterben werde. Aus klimaschutztechnischer Sicht würden Pappeln seiner Meinung nach eine sinnvolle Alternative bieten, da diese sehr robust seien, sofern sie nicht einem ständigen Witterungswechsel ausgesetzt werden.

Bei Lautenbach erläuterte CDU-Stadtrat Stefan Eisenbarth noch die Relevanz der Streuobstwiesen, da auch deren Vorkommen rückläufig seien. Sie böten einen großen Lebensraum für eine Vielfalt von Tieren und müssten deshalb zwingend erhalten werden. Lobend hob der Kommunalpolitiker dabei hervor, dass gerade die jüngere Generation wieder mehr Wert auf ungespritztes Obst lege. Hauck fügte dem hinzu, dass mit dem Verlust der lokalen Streuobstwiesen auch regionale Obstsorten verloren gehen würden. Wichtig sei es zudem, die weitere Verbuschung von Wiesen zu verhindern. Das sei vor allem für die Temperatur der Region von großer Bedeutung, da diese mit zunehmender Verwaldung steigen werde. Zum Abschluss der informativen Wanderung war noch ein Beisammensein mit regen Diskussionen in der Obstbrennerei Rolf Mörmann in Lautenbach geplant.

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