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Erneuter Eigentümer-Wechsel steht bevor
Erneuter Eigentümer-Wechsel steht bevor
11.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach / Weisenbach - Die beiden ehemaligen Werke von Smurfit Kappa (Baden Karton in Obertsrot und Packaging in Weisenbach) stehen erneut vor dem Verkauf: Der aktuelle Eigentümer, die Münchener Industrieholding Livia Group, hat angekündigt, sich von seiner Beteiligung an der Baden Board GmbH trennen und sie an die Marperger Group veräußern zu wollen.

Die Marperger Group der deutsch-tschechischen Unternehmerfamilie Ferstl mit Sitz in Böhmen investiert einer Mitteilung von Livia zufolge in innovative Unternehmen, unter anderem mit Schwerpunkt im Bereich Lebensmittelindustrie und Produktion. "Die Kombination aus unserer Expertise in den Bereichen Lebensmittel, Markenartikel und Produktion sowie unser Zugang zu Vertriebswegen in Süd- und Zentraleuropa mit dem Know-how der Baden Board waren das entscheidende Argument für die Investition", erklärt Robert Ferstl, CEO der Marperger Group, in der Mitteilung von Livia: "Insbesondere die Expertise im Bereich Nachhaltigkeit und Graskarton sehen wir als Game-Changer in den kommenden Jahren im Bereich der Verpackungsmittelindustrie", wird Ferstl darin zitiert.

Auch Jürgen Schulz, der zum 1. Oktober vergangenen Jahres die Position des CEO bei der Baden Board GmbH übernommen hat, kommt darin zu Wort: "Wir haben einen Gesellschafter mit hoher Expertise und exzellentem Marktzugang zu den Brand Ownern im Lebensmittelbereich gewonnen, genau dem Marktsegment, in dem wir die größten Wachstumspotenziale mit unseren neu entwickelten und in der Pipeline befindlichen Produkten sehen." Nach der Übernahme der früheren Werke von Smurfit Kappa in Gernsbach und Weisenbach hat die Baden Board GmbH eigenen Angaben zufolge mit Unterstützung ihrer neuen Eigentümerin ein millionenschweres Investitionsprogramm für 2019 verabschiedet (wir berichteten). Die Gelder sollten unter anderem in neue Technologien fließen, die es dem Unternehmen erlauben, effizienter zu produzieren und die Qualität der Produkte zu verbessern.

Was sich genau hinter dem neuerlichen Verkauf der beiden Papierfabriken in Gernsbach und Weisenbach verbirgt, wisse Gewerkschaftssekretär Dirk Schmitz-Steinert nicht. Er ist bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) für das Murgtal zuständig und sieht in der aktuellen Entwicklung kein gutes Zeichen, zumal der neue Eigentümer wieder nicht aus der Papierbranche komme.

Wird "Badische" zum Spekulationsobjekt?

"Offenbar hat Livia nicht das erreicht, was man sich erhofft hatte", mutmaßt Schmitz-Steinert im BT-Gespräch. Der Gewerkschaftssekretär sei skeptisch, was die angeblichen Investitionen von Livia im Murgtal betreffe. Er sei vor kurzem vom Betriebsrat darüber informiert worden, dass es bei Baden Board wieder einen neuen Geschäftsführer (Robert Ferstl) gebe, zudem sei der Name des Unternehmens im Handelsregister in Baden Board Holding GmbH geändert worden. Heute möchte sich Schmitz-Steinert mit dem Betriebsrat treffen und die aktuelle Situation erörtern.

Werden die einst "Badische" genannten Papierfabriken zum Spekulationsobjekt? Diese Frage kann man sich angesichts des neuerlichen Verkaufs schon stellen. Seit sich Smurfit Kappa von den zwei Werken getrennt hat, herrscht in Teilen der Belegschaft Unsicherheit. Mehrere Mitarbeiter habe das Unternehmen bereits verloren, "weil sie keine Antworten auf ihre Fragen bekommen haben", erklärt Schmitz-Steinert die Situation seit dem 1. Juni 2018: Diese dürfte sich nun kaum bessern, denn "Unsicherheit ist kein Motivator", betont der Gewerkschafter. Die Innovationen, die Baden Board zuletzt ins Schaufenster gestellt habe, und die Investitionsoffensive könne auch der Aufpolierung des Images gedient haben, um den Produzent (Karton) und Verarbeiter (Packaging) von Faltschachtelkarton weiter zu verkaufen.

Von der Geschäftsführung von Baden Board war gestern für das BT niemand zu erreichen.

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