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Das Herz des Staufenberger "Sternen"
11.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Die Chance, Bärbel Ulrich anzutreffen, ist größer, wenn der Besucher statt ihr Zuhause in der Rosenstraße gleich den Weg zum Staufenberger "Sternen" ansteuert. Vielleicht ein kleines bisschen später als noch vor Jahren, eventuell auch nicht mehr bis in die späten Abendstunden. Aber immer noch sind ihre Arbeitstage und ihr Terminkalender gut gefüllt. Und das auch mit 70, die Bärbel Ulrich heute wird.

"Natürlich kämen die neuen Chefs auch ohne mich zurecht", lacht sie. Sohn Martin und seine Frau Britta heißen die neuen Eigentümer des "Sternen". Und auch Tochter Christine geht zusammen mit ihrer Familie erfolgreich ihren Weg. Bärbel Ulrich will aber noch längst nicht zu Hause sehnsüchtig auf Post im Briefkasten warten, sich schon tagsüber die Zeit mit Büchern oder Filmen vertreiben oder im Garten verwelkte Rosenblätter zupfen. Obwohl sie den "Sternen" seit 2005 in guten Familienhänden weiß, möchte sie sich immer noch aktiv einbringen. Sie möchte organisieren, Gäste begrüßen, sich um Tischbestellungen kümmern und manchmal auch ein offenes Ohr für die kleineren oder größeren Sorgen ihrer Gäste haben. Warum also aufhören, wenn sich Bärbel Ulrich derzeit mindestens zehn Jahre jünger fühlt? "Das Hotel- und Restaurantgewerbe mit allem Drumherum macht mich glücklich und hält mich jung."

An viele namhafte Besucher erinnert sich Bärbel Ulrich, ohne einige besonders herausheben zu wollen. "Jeder Geldbeutel hat bei uns Einlass, bei uns sind alle Gäste gleich." Bärbel und Charly Ulrich engagieren sich in mehreren sozialen Projekten, sind im Staufenberger Kindergarten und in der Gernsbacher Sozialstation keine Unbekannten, genauso wie das Ehepaar enge Verbindungen zur Karlsruher Kinderkrebsstation hält.

Schon seit ihren frühen Jugendjahren faszinierte das Gastronomie-Gewerbe die gebürtige Staufenbergerin. Zunächst als finanzielles Zubrot während ihrer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau willkommen, ließ es sie nie mehr los. Erst recht nicht, als Charly, mit dem Bärbel inzwischen Goldene Hochzeit feierte, als junger Koch mehr als nur ein Auge auf die damalige "Haustochter" geworfen hatte. Bald wurde aus Barbara Nanette Frieda Schiem die Chefin des "Sternen". Bärbel und später die Frau Ulrich, die mehr als 20 junge Frauen zu "Fachgehilfinnen im Gastgewerbe" ausbildete. Nicht zuletzt ist es auch ihrem Ideenreichtum und Engagement zu verdanken, dass "Hotel und Gasthof Sternen" zum Ruf eines renommierten Hauses kam. Bei der Frage nach Urlaubsreisen kommt ein Glänzen in die Augen der Gastronomin, wenn sie von Reisen in ferne Länder schwärmt. Inzwischen liegen ihre Sehnsuchtsziele wesentlich näher, heißen Österreich, Südtirol und auch der nahe Schwarzwald. Dabei gerät Bärbel Ulrich ins Schwärmen, wenn sie von ihren drei Enkelkindern ("Meine größte Freude") erzählt: "Mit den beiden Mädchen und dem Enkelsohn verleben wir inzwischen die schönsten Reisen. Die sind durch keine noch so exotische Flugreise zu toppen."

Auch kaum zu toppen wird das Festessen sein, zu dem Bärbel Ulrich ihre Gäste am Samstag in "ihr Haus" eingeladen hat. Ohne alles verraten zu wollen, zählt sie kulinarische Köstlichkeiten auf, die schon beim Zuhören die Speicheldrüsen anregen. Auf die Frage, ob denn alles bereit ist, erfolgt ihre lachende Zusage, dass alles in den Startlöchern sei. "Ich freue mich auf den Tag, an dem ich 70 werde."

Ein Anliegen hat die Jubilarin dann doch noch. Sie möchte sich "bei allen bedanken, die dem ,Sternen' wohlgesonnen sind". Eine Bitte ganz zum Schluss an die Gäste, statt "tischeweise frischer Blumen lieber nach und nach einlösbare florale Gutscheine". Verständlich, wenn man weiß, dass Bärbel und Charly Ulrich nach der Feier erst einmal auf mehrwöchige Reise gehen werden.

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