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"Ich will die doch nur streicheln"
'Ich will die doch nur streicheln'
11.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Margrit Haller-Reif

Forbach - Die Vierbeiner und jungen Zweibeiner im Paddock, dem eingezäunten Auslauf beim Winterstall, kennen keine Berührungsängste. Da schnuppert eine Ziege vorsichtig an der Hand eines kleinen Mädchens. Dort ist eine andere mitten im relativ steilen Gelände auf Schmusekurs mit einem Geschwisterpärchen. "Mama, keine Angst, ich will die doch nur streicheln", ruft weiter oben ein Knirps der besorgten Mutter zu. Das traditionelle Ziegenfest der Ziegenfreunde Bermersbach fand bei Jung und Alt erneut großen Zuspruch.





Auch waren trotz widrigen Wetters kaum Einbußen beim Gästeandrang zu verzeichnen. "Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden", lautete das Fazit des Vereinsvorsitzenden Hans-Jörg Wiederrecht.

Das Interesse an den vierbeinigen Landschaftspflegern ist nicht nur, aber vor allem bei einem solchen Anlass ungebrochen. Davon hatte sich auch der designierte Bermersbacher Ortsvorsteher Eberhard Barth überzeugen können. Er nutzte das Ziegenfest, um dem Verein Glückwünsche und Dank des Ortschaftsrats zur Verleihung des "Deutschen Landschaftspflegepreises 2019" zu überbringen.

Barth freute sich darüber, dass die Ziegenfreunde Bermersbach nach wie vor eine Art Aushängeschild sowohl in Sachen Landschaftspflege als auch hinsichtlich ihrer touristischen Anziehungskraft sind.

Mit 120 Ziegen, sprich 20 Muttertieren, 20 Böcken und 80 Fresserziegen kann sich der Bestand wahrlich sehen lassen. Eine Herde beweidet aktuell das Baha-Tal, auf der Vorderen Neuwiese lassen es sich die Fresserziegen gut gehen. Letztere wurden anlässlich des Ziegenfests eigens in den Paddock geholt, um ihren Menschenpaten die Gelegenheit zur hautnahen "Begrüßung" zu bieten.

Weidefläche wird um zehn Hektar verringert

Auf insgesamt 62 Hektar gehen die Ziegen ihrem Job als Landschaftspfleger nach. Im kommenden Jahr wird die Weidefläche allerdings um zehn Hektar verringert, zum Teil wegen der anstehenden Wolfsproblematik, zum Teil wegen Arbeitskapazitätsproblemen. "Jeder von uns leistet seinen persönlichen Beitrag zur Landschaftspflege, was die Tierpflege, Zaun- und Stallunterhaltung, also die laufenden Tätigkeiten angeht", erläutert Wiederrecht. "Für die Erschließung neuer Gebiete bleibt da keine Zeit mehr und selbst die Unterhaltung der bestehenden Flächen wird zur Herausforderung."

Kein Problem stellen hingegen die Patenschaften dar. Laut Wiederrecht gibt es immer genug Interessenten, "Leute, die Spaß daran haben und gerne einen erhöhten finanziellen Beitrag leisten." Das bedeutet neben der Unterstützung auch Werbung für den Verein, ein nicht zu vernachlässigender Faktor hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit.

Derartige Hintergründe dürften die Besucher des Ziegenfests nur am Rande interessiert haben. Nach kürzeren oder längeren Wanderungen, teils auch auf dem Ziegenpfad, ließen sich viele das "legendäre" Ziegengulasch schmecken. Die Kuchentheke war reich bestückt, während im Mini-Shop diverse Ziegenandenken wie Schlüsselanhänger oder Vesperbrettchen erworben werden konnten. Den jungen Gästen gefielen auch die Mitmachaktionen, aber eines stand bei ihnen besonders hoch im Kurs - das Ziegenstreicheln.

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