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Neues Wasserwerk entsteht an der Weiherbrücke
Neues Wasserwerk entsteht an der Weiherbrücke
12.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Die Gemeinde braucht ein neues Wasserwerk in Hundsbach, das machte Thomas Weidenhammer im Gemeinderat deutlich. Die gesicherte Wasserversorgung werde immer wichtiger. Der Ingenieur des Fachbüros RBSwave stellte dafür einen Vorentwurf im Gremium vor. Auch soll eine Ersatzwasserleitung von Hundsbach nach Forbach gebaut werden. Die Gesamtkosten für beide Projekte belaufen sich auf rund 9,5 Millionen Euro. Ein Zuschussantrag nach der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft für den ersten Bauabschnitt, das Wasserwerk, soll bis zum 1. Oktober gestellt werden.

Der Bedarf für die Umstrukturierung und die dazu erforderlichen Investitionen war im Rat unstrittig. Die Zustimmung für die vorgelegte Planung erfolgte einstimmig, "auch wenn es wehtut", wie Werner Schoch (CDU) anmerkte.

Die Schüttungen der Wolfslochquelle und der Schmitzbrunnenquelle waren überprüft worden. Dabei habe sich herausgestellt, dass die in einem Strukturgutachten angedachte Variante der alleinigen Nutzung der Wolfslochquelle nicht ausreicht. Mittelfristig sei wegen der klimatischen Veränderungen eher mit einem Rückgang der Quellschüttungen zu rechnen.

Dies machte eine Konzeptänderung erforderlich. Um eine sichere Versorgung der Ortsnetze Hundsbach, Viehläger und Erbersbronn gewährleisten zu können, müssen die Wolfsloch- und die Schmitzbrunnenquelle zusammengefasst werden. Das neue Wasserwerk soll an der Hundsbacher Weiherbrücke entstehen. Dort sei es gut zugänglich für Kontrollen und Wartungsarbeiten. Es sei zwar der tiefste Punkt des Leitungsnetzes, das Wasser müsste zu den Endabnehmern in den Höhenlagen gepumpt werden. Das sei aber bereits jetzt in einigen Bereichen der Fall, erläuterte Ortsbaumeiter Oliver Dietrich. Die Hochbehälter Viehläger und Wolfslochquelle könnten dann aufgegeben werden, so sieht es die Planung vor.

Ultrafiltration

und UV-Anlage

Zwei Bauabschnitte sind vorgesehen. Der Abschnitt eins mit dem Neubau eines Wasserwerks Hundsbach und weiteren Gewerken ist mit einer Summe von knapp fünf Millionen Euro veranschlagt. Wie das Wasserwerk Schwarzenbach soll auch der Neubau in Hundsbach über Ultrafiltration und eine UV-Anlage zur Desinfektion verfügen, um die bestehende Dauerchlorierung zu beenden.

Der Abschnitt zwei mit der Ersatzwasserleitung von Hundsbach nach Forbach ist mit Gesamtkosten von rund 4,8 Millionen Euro veranschlagt. Eine Leitung von rund 8,6 Kilometern Länge soll das neu entstandene Hundsbacher Wasserwerk an das Forbacher Netz anschließen und so die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgen - für den Fall, dass die Fliegenlochquelle als Wasserversorger für das Forbacher Ortsnetz ausfällt. Bei der Ersatzwasserversorgung seien die Murgtalgemeinden aufgrund ihrer Lage und der Topografie auf sich selbst gestellt, erläuterte Weidenhammer. Das mache die Absicherung der Wasserversorgung teuer.

Bis z u 80 Prozent der förderfähigen Kosten können bezuschusst werden, erläuterte Ortsbaumeister Oliver Dietrich auf BT-Anfrage. Der Antrag werde gestellt. Die Entscheidung, welche Projekte in welcher Höhe durch Landesmittel unterstützt werden, fällt das Regierungspräsidium im Mai oder Juni kommenden Jahres.

Sollte Forbach Zuschüsse bekommen, wird die weitere Planung erfolgen. Die erforderlichen Finanzmittel sind dann in den Haushaltsjahren 2020 und danach zu veranschlagen. Der Bau der Ersatzwasserleitung soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

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