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Neue Friedhofsgestaltung nimmt Formen an
Neue Friedhofsgestaltung nimmt Formen an
19.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Loffenau - Das Bestattungswesen befindet sich seit Jahren im Wandel: weg von der Sarg- hin zur Urnenbestattung. Dem möchte die Gemeinde Loffenau nun Rechnung tragen und ihren Friedhof entsprechend umgestalten. Ein Konzept stellte Leopold Sztatecsny vom Kuppenheimer Büro Interplan am Dienstagabend im Gemeinderat vor. Einstimmig beschloss das Gremium, auf der Basis dieses Entwurfs weiter zu arbeiten und die Umsetzung für das Jahr 2020 anzuvisieren.

"Die Regel sind jetzt Urnenbestattungen", sagte Bürgermeister Markus Burger eingangs. Das bestätigen die Zahlen aus Loffenau im besonderen Maße, denn dort gibt es circa 20 Bestattungen im Jahr, zuletzt war im Schnitt nur eine einzige davon eine traditionelle Sargbestattung. 95 Prozent Urnenbestattung sind ein Wert, der sogar noch größer ist als in anderen Gemeinden in der Region, wie Sztatecsny betonte. Ein immer wichtiger werdender Aspekt sei der der Grabpflege, auf die immer mehr Angehörige möglichst verzichten wollen. Dem komme man mit verschiedenen Angeboten von Urnenbestattungen entgegen.

"Unser Ziel ist es, unterschiedliche Bestattungsformen anzubieten", erklärte Burger. Auch die klassische Sargbestattung bleibe natürlich weiterhin möglich. Aber der Loffenauer Friedhof werde sich schon grundlegend ändern. Missstände wie zu wenige Sitzgelegenheiten sollen mit dem nun vorliegenden Konzept beseitigt werden.

In den Entwurf des Büros Interplan sind die Arbeit eines eigens eingerichteten Arbeitskreises der Gemeinde und Anregungen aus der Bürgerschaft eingeflossen.

Folgendes ist vorgesehen:

Barrierefreie Erschließung des oberen Wegs entlang der Mauer sowie der zweiten Terrasse des neuen Teils durch einen neu angelegten Weg.

Urnenrasengräber (pflegefreie Bestattungsart: Die Urne wird im Rasen beigesetzt, das Grab wird durch eine Steinplatte mit Gravur gekennzeichnet).

Urnenbaumgräber (wie Urnenrasengräber, nur dass die Anordnung um einen Baum herum erfolgt).

Halbanonymes Urnengrabfeld (die Urnen werden auf einer Fläche beigesetzt, wobei das Grab hier später nicht mehr genau sichtbar ist. Statt einer Steinplatte auf dem Grab wird hier eine Stele oder ein Findling aufgestellt, worauf Schilder mit den Daten der dort Bestatteten angebracht werden).

Gärtnerisch gepflegte Urnengrabfelder (die Pflege erfolgt ausschließlich durch eine Gärtnerei; allerdings bemerkte Sztatecsny, dass es schwierig werden könnte, einen Friedhofsgärtner zu finden, der bereit ist, eine solche Fläche zu betreuen).

Zwei Sitzbänke mit Aussicht als Treffpunkt für Friedhofsbesucher; der Friedhof soll dadurch auch als Ort der Begegnung wahrgenommen werden.

Sztatecsny rechnet für die Umsetzung mit Kosten von circa 83 000 Euro, betonte im Gemeinderat aber, dass dies "recht knapp geschätzt" sei. Der Bürgermeister zog einen Vergleich zum in diesem Jahr aufgestellten Kolumbarium mit 35 Nischen, das die Hälfte gekostet habe. Dennoch sprach er sich dafür aus, das Konzept zu verfeinern und es zur Beschlussreife zu bringen. Gegenstimmen gab es aus dem Gemeinderat keine.

Allerdings schlug Roland Seeger (Freie Wähler) vor, erst mal den geschotterten Hauptweg neu zu machen. "Der ist für Menschen mit Rollatoren schwierig." Burger versprach, den Vorschlag in die weitere Planung mit aufzunehmen, machte sich aber auch für den neuen Weg stark, denn: "Der mittlere Teil des Friedhofs ist bislang überhaupt nicht barrierefrei erschlossen, diesen Missstand würden wir damit beseitigen." Wolfgang Reik (SPD & ALB) bezeichnete das Konzept als grundsätzlich positiv, Detailfragen könne man noch im Verlauf der weiteren Planung klären. Bertram Herb (CDU) bedankte sich für die konstruktive Arbeit im Arbeitskreis. "Genial" nannte er die neue Wegeplanung, mit der es gelinge, alle Ebenen des Hangfriedhofs barrierefrei zu erreichen. Das habe Herb "fast nicht für möglich gehalten".

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