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Rallyefahrer erhielten anfangs keine Unterstützung
Rallyefahrer erhielten anfangs keine Unterstützung
20.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Hans-Peter Hegmann

Gaggenau - Als sich am 17. Juni 1969 im Saal des Gasthauses "Kreuz" in Michelbach 35 junge Menschen trafen, um einen Motorsportverein zu gründen, dachten sie vermutlich nicht an das Jahr 2019. Mittlerweile besteht der Verein seit 50 Jahren. Das Vereinsziel ist die Pflege und Förderung des Moped-, Motorrad- und Automobilsports. Inzwischen hat der Verein mehr als 200 Mitglieder - und zehn Gründungsmitglieder sind immer noch dabei.

Mit ihrem großen Engagement in den Anfangsjahren und der immer noch vorhandenen Begeisterung für den Motorsport im Sinne des Amateurgedankens haben sie bewirkt, dass der MSC Bernstein in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiern "muss". Nachdem der interne Festabend bereits am 15. Juni am Ort der Gründungsversammlung stattfand, wird morgen ab 15 Uhr noch gemeinsam mit der Bevölkerung in der Bernsteinstraße 31 (FC Ranch) gefeiert.

Das BT nimmt dies zum Anlass, ein paar Erinnerungen des ehemaligen Sportleiters und Rallyefahrers Reinhard Bittmann aus seinem Vortrag beim Ehrungsabend zu schildern. Wie Bittmann erzählt, musste der neue Verein zunächst unter dem Dachverband des Badischen Radfahr- und Motorfahrerbundes seinen Betrieb aufnehmen. Dieser vertrat allerdings mehr die Interessen der Radsportvereine, sodass die Idee der "jungen Wilden", Rallyes zu fahren, keine Unterstützung fand. Unabhängig davon begannen trotzdem einige als private Teams mit dieser Art des Motorsports über mehrere Tage und verschiedene Etappen. "Wir sind nicht nur drei Minuten möglichst schnell einen Berg hochgefahren oder haben Runden auf einem Parkplatz gedreht." Dahinter versteckt sich eine Anspielung auf den bereits 1967 in Gernsbach gegründeten Automobilclub Eberstein. Dieser organisierte mit Unterstützung durch den ADAC schon mehrere Jahre sein Bergrennen am Schlossberg in Gernsbach.

1978 beschloss man beim MSC die Eintragung in das Vereinsregister. Die Hauptbeschäftigung der meisten Mitglieder war in den 70er Jahren die Teilnahme an Bildersuchfahrten, Orientierungsfahrten und Geschicklichkeitsturnieren. 1977 wurde mit Unterstützung einer einheimischen Brauerei eine Bildersuchfahrt mit der "unglaublichen Zahl von 110 Teams organisiert".

Mit dem Gernsbacher Tankstellenbetreiber Egon Wegst (fünffacher Südwestdeutscher Rallyemeister) fanden die bereits erwähnten jungen Automobilsportler einen großen Förderer und Unterstützer. Er formte aus ihnen verantwortungsvolle Autofahrer, die bei ihm die "Hohe Schule des Autofahrens" erlernten. Oft traf man an seiner Tankstelle Rallye-Motorsportler aus ganz Deutschland. Wegst war Mitbegründer und engagierter Unterstützer des AC Eberstein, setzte sich aber auch bewusst für die Jugendverkehrserziehung ein.

In dieser Zeit entstand auch, wie Bittmann betont, die große Kameradschaft innerhalb der Teams, die sich im ganzen Verein positiv ausbreitete und "heute noch phänomenal ist". 1980 wurde der MSC als Ortsclub in den ADAC aufgenommen.

Noch im selben Jahr wurde die erste Rallye "Rund um Gaggenau" durchgeführt. Sie war der Auftakt für viele genehmigungspflichtige Aktivitäten des Vereins als Veranstalter von Rallyes und Rennslaloms in den folgenden Jahren. Aber auch die Fahrradturniere und Mofaprüfungen für die Jugend hatten weiterhin großen Zuspruch.

Baden-Classic als

Zuverlässigkeitsfahrt

Ab Mitte der 80er Jahre und im folgenden Jahrzehnt gab es keine Genehmigungen mehr für Motorsportveranstaltungen. Das änderte sich erst wieder ab 2004, als der MSC die von ihm mit den Baden-Badener Oldtimerfreunden und dem AC Eberstein ins Leben gerufene Baden-Classic als Organisator übernahm. Es handelt sich dabei um eine Zuverlässigkeitsfahrt für Oldtimer, bei der es um Gleichmäßigkeit und nicht um Geschwindigkeit geht, und die zur Erinnerung an den einstigen Mentor den Untertitel "Egon-Wegst-Gedächtnisfahrt" trägt. Die Veranstaltung ist inzwischen eine feste Größe in vielen Motorsportkalendern von teilnehmenden Teams aus ganz Europa.

Die beiden Söhne Achim und Timo von Reinhard Bittmann fahren übrigens seit zwei Jahren mit ihrem Golf GTI von 1983 äußerst erfolgreich im ADAC Classic-Pokal für sportlich orientierte Gleichmäßigkeitsfahrten.

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