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Mit Purpur für die gleichen Rechte
Mit Purpur für die gleichen Rechte
25.09.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (galu/red) - Sie ist die Farbe der Herrschaft, der Macht und lange Zeit auch die Farbe des unanfechtbaren Patriarchats: Purpur. Im alten Rom war sie Cäsaren und Senatoren vorbehalten, im Mittelalter durften sie nur Kaiser tragen. Nun nutzt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) dieses Symbol, um auf ihr Anliegen hinzuweisen: mehr Teilhabe in der Kirche und die Öffnung von Weiheämtern für Frauen. Gemeinsam bitten die Gemeinschaften aus Gaggenau, Ottenau und Bad Rotenfels am Samstag, 28. September, vor der Kirche St. Josef zur Unterschriftenaktion.

"Wir hoffen, im Zuge der Herbstmesse möglichst viele Menschen zu erreichen", erläutert Inge Knöller im BT-Gespräch. Sie ist Teamleiterin der katholischen Frauengemeinschaft St. Josef / St. Marien. Dafür werden die Bänke vor der Kirche St. Josef extra in Purpur gekleidet, ebenso die Tische der Aktivistinnen. "Wir rufen nicht zu einem Kirchenstreik auf", betont Knöller, "aber wir hoffen, dass sich viele Frauen und auch Männer mit unserem Anliegen identifizieren und solidarisieren können."



Bereits im Dezember hatten sich die Gaggenauerinnen unter dem Motto "Licht ins Dunkel bringen" vor der großen Kirchentür von St. Josef versammelt. In einer Klage-Andacht machten sie deutlich, was ihnen wichtig ist: Die Missbrauchskandale in der katholischen Kirche aufzuklären. Die kfd-Bundesvereinigung hatte zu diesen Aktionen aufgerufen.



Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gilt Purpur oder Lila als Farbe der Frauenbewegung, der Emanzipation und des Feminismus.
Die Begründung wird mit Verweis auf die Bibel geliefert: In der Apostelgeschichte war die Purpurhändlerin Lydia im griechischen Philippi die erste europäische Person, die den christlichen Glauben annahm und von Paulus getauft wurde.

Somit sei nicht nur die Farbwahl begründet, sondern auch die Forderung nach Teilhabe für Frauen. Denn Purpur galt als Statussymbol, eine Ware, mit der ausschließlich wohlhabende Menschen handelten. In der Kirche jedoch ist die Farbe den Kardinälen, den sogenannten Purpurträgern, vorbehalten.

Weiheämter

auch für Frauen

Die Forderungen der kfd sind simpel: Eine Kirche, die Frauen nicht ausschließt. Mitbestimmung durch Frauen in Leitungspositionen, Öffnung der Weiheämter für Frauen.

Im Norden Deutschlands rief die Aktion "Maria 2.0" Frauen im Mai dazu auf, während der sogenannten Marienwoche nicht in die Kirche zu gehen und ihren Dienst in einem Kirchenstreik zu verweigern. Im Zuge dessen wurden in einem offenen Brief an den Papst die Anliegen der Kirchenfrauen geltend gemacht.

Generell stelle man sich mit dem Symbol des Purpurkreuzes in die Folge der Händlerin Lydia und knüpfe an die Würde an, für die diese Farbe bei hohen kirchlichen Amtsträgern steht. Ebenso sehe man sich aber auch in der Tradition feministischer Bewegungen: Unzufrieden mit dem aktuellen Konsens fordern sie eine Modernisierung der kirchlichen Strukturen und Geschlechtergleichheit in ihren Ämtern und Weihen.

Zu diesem Zweck machen die kfd-Verbände Gaggenau, Ottenau und Bad Rotenfels am Wochenende mobil. Mit einer bundesweiten Unterschriftenaktion unter dem Motto "Frauen, worauf wartet ihr?" will die kfd auf das Thema aufmerksam machen, die gesammelten Unterschriften werden anschließend der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegt. Eigentlich finde diese Kampagne erst im Februar 2020 statt, gibt Inge Knöller zu bedenken. Die Frauengemeinschaften in der Großen Kreisstadt wollen jedoch die Gunst der Herbstmesse nutzen.

Zu finden sind die Kirchenfrauen am Samstag, 28. September, von 10 bis 15 Uhr vor der Kirche St. Josef in der Gaggenauer Innenstadt.

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