https://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
"HJW" - eine Berufung über das Berufsleben hinaus
'HJW' - eine Berufung über das Berufsleben hinaus
25.09.2019 - 00:00 Uhr
Murgtal (tom) - Es ist sicher der richtige Ort, der für diesen Anlass in Frage kommt. Und man darf davon ausgehen, dass sich heute Freunde und Weggefährten von "HJW" im Unimog-Museum die Klinke in die Hand geben werden. Seinen 80. Geburtstag feiert Hans-Jürgen Wischhof im Unimog-Museum. Museum und Unimog-Club Gaggenau haben zum Empfang geladen - zu Ehren eines Mannes, der nicht nur einer der Nestoren beider Einrichtungen ist, sondern der das Unikum Unimog jahrelang maßgeblich unternehmerisch begleitet hat. Man darf getrost behaupten: HJW ist einer, der den Unimog lebt.

Nun feiert HJW seinen Achtzigsten - doch einfach nur zurückblicken auf sein Leben insbesondere bei Daimler und in der Kommunalpolitik will er keinesfalls - auch wenn die Retrospektive derzeit eine wichtige Rolle spielt: "Im letzten Jahr habe ich damit begonnen, das Archiv für das Unimog-Museum aufzubauen. Ich führe mehrere Sammlungen zusammen. Das wird insgesamt mehr als zwei Jahre dauern. Derzeit ist das Archiv noch eine Baustelle."

Ein wandelndes Archiv, das ist Hans-Jürgen Wischhof. Schon als Bub daheim auf einem Bauernhof in der Lüneburger Heide lernte er den Unimog kennen. Nach dem Studium des Maschinenbaus an der Fachhochschule in Köln begann er 1965 seine berufliche Laufbahn beim VDMA (Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau) in Frankfurt/Main. Es sollte 15 Jahre dauern, bis HJW 1980 in die Dienste der damaligen Daimler-Benz AG eintrat - zunächst in der Unimog- und MB-trac-Entwicklung. Nach mehreren Stationen folgten 1989 der Aufbau und die Leitung der Pressestelle der Mercedes-Benz AG, ehe er 1990 die Leitung des neu geschaffenen Geschäftsbereichs Unimog in Gaggenau übernahm. Wiedervereinigung und Entspannung zwischen Ost und West zeitigten bald gravierende Folgen. Die Budgets der öffentlichen Hand wurden drastisch gekürzt - die Unimog-Stückzahlen fielen von 10 000 auf 2 500 zurück.

Im Zeichen der Wirtschaftlichkeit und der Zukunftssicherung sowohl des Produkts Unimog als auch des Standorts Gaggenau stand die Entscheidung der Konzernleitung, die Produktion des Unimog 2002 nach Wörth zu verlagern. Doch wohl kein anderes Produkt, auch keine Haushalts- oder Kücheneinrichtung - wird mit der kleinen Großen Kreisstadt so sehr in Verbindung gebracht wie der Unimog. Diesen Identifikationsfaktor, diesen Imageträger für das Murgtal zu hegen gelingt dem Unimog-Museum seit rund 13 Jahren. Als langjähriger Vorsitzender des Kuratoriums hat HJW maßgeblichen Anteil daran - nicht nur, weil mehrere Fahrzeuge von ihm im Museum stehen.

In Museum und

Unimog-Club aktiv

Auch der Unimog-Club Gaggenau, der inzwischen in 33 Ländern mit rund 6 000 Mitgliedern vertreten ist, wäre ohne Hans-Jürgen Wischhof - Mitglied Nummer 1 - heute ein anderer.

In Gernsbach, wo er mit seiner Familie seit 1992 wohnhaft ist, engagiert sich der Jubilar ebenfalls ehrenamtlich. Er trat der politischen Gruppierung Freie Bürgervereinigung Gernsbach (FBVG) bei, deren Vorsitz er von 2006 bis 2014 innehatte. Eine Reihe von Initiativen starteten die Freien Bürger unter seiner Führung; die Bilanz des Erreichten ist für HJW selbst aber unbefriedigend. So wartet nicht nur er noch immer auf ein Parkhaus auf dem Färbertorplatz: "Ohne ein Parkhaus kann die Altstadt nicht entwickelt werden", argumentiert Wischhof. Immerhin: Der Ausbau der Salmengasse als doppelläufige Straße mit zwei Kreiseln und gegenläufiger Gottlieb-Klumpp-Straße ist nicht Realität geworden, "in diesem Projekt waren wir erfolgreich."

Letztlich zu wenig für ihn, um seine Arbeit im Gemeinderat in einer zweiten Periode fortzusetzen. Von 2006 bis 2009 gehörte er dem Gremium an; ein erneutes Nachrücken im Jahr 2010 lehnte er damals ab - mit Verweis auf Altersgründe und mit der Bemerkung, "dass man in dieser Tätigkeit nur sehr wenig zur Entwicklung der Stadt Gernsbach zum Wohle der Bürger beitragen kann." Doch nach wie vor und "selbstverständlich" ist der Jubilar Mitglied der FBVG und nimmt an den Fraktionssitzungen teil.

Der Kreis der Gratulanten aus Kommunalpolitik und Wirtschaft, aus der Automotive-Szene und den Reihen der Unimog-Freunde, er wird am heutigen 25. September sicher weniger das Murgtäler Klein-Klein der Kommunalpolitik diskutieren, sondern einem Mann die Ehre erweisen, der sich wohl wie kein anderer mit "seinem" Unimog identifiziert.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gaggenau
Lebhafte Diskussion zum ´Digital-Pakt Schule´

19.09.2019
Diskussion zum "Digital-Pakt"
Gaggenau (red) - Mit Beginn des Schuljahres trat der "Digital-Pakt Schule" in Kraft. Bund und Länder stellen in den nächsten fünf Jahren den Schulen insgesamt 5,5 Milliarden Euro für die Digitalisierung zur Verfügung. In Gaggenau diskutierte eine Expertenrunde zum Thema (Foto: SPD). »-Mehr
Gaggenau
Eine Stadt feiert ihre Fahrzeuge

09.09.2019
Eine Stadt feiert ihre Fahrzeuge
Gaggenau (tom) - Es war ein denkwürdiges, es war ein schönes Wochenende. Und es war ein Jubiläumsfest, an das man sich noch lange gerne erinnern darf. "125 Jahre Automobilbau in Gaggenau" begeht man in diesem Jahr in der Benz-Stadt an der Murg (Foto: Hegmann). »-Mehr
Gaggenau
Stolze Parade durch die Benz-Stadt

08.09.2019
Parade durch die Benz-Stadt
Gaggenau (tom) - 125 Jahre. So lange bereits wie kein anderer Ort auf der Welt ist Gaggenau Standort der Automobilindustrie. Ein großer Korso - ausschließlich mit Fahrzeugen aus Gaggenauer Produktion - war am Sonntagnachmittag Höhepunkt des Festwochenendes. (Foto: Senger) »-Mehr
Gaggenau
Gaggenau feiert seine Autogeschichte

07.09.2019
Gaggenau feiert Auto-Jubiläum
Gaggenau (hap) - Die Tatsache, dass in Gaggenau seit 125 Jahren ununterbrochen Automobile gebaut werden, feiert die Stadt an diesem Wochenende. Am Samstag gab es in der Innenstadt ein buntes Unterhaltungsprogramm und Musik. Am Sonntag wird kräftig weitergefeiert (Foto: hap). »-Mehr
Gaggenau
Gaggenau feiert Auto-Jubiläum

07.09.2019
Gaggenau feiert Auto-Jubiläum
Gaggenau (red/tr) - In Gaggenau wird an diesem Wochenende groß die eigene Automobilgeschichte der Stadt gefeiert. Unter dem Motto "Gaggenau - voll in Fahrt" gibt es viel Musik, einen historischen Autokorso, Straßentheater und verschiedene Ausstellungen (Foto: bema/av). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Am Montag befasst sich der Petitionsausschuss des Bundestags mit einer Petition der DLRG gegen die Schließung vieler Schwimmbäder. Ist Ihrer Meinung nach die Bundespolitik hier in der Pflicht, zu handeln?

Ja.
Nein.
Das weiß ich nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz