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Im Lärmaktionsplan liegt viel Hoffnung
Im Lärmaktionsplan liegt viel Hoffnung
04.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Der Lärmaktionsplan, den der Gemeinderat am Montag ohne Gegenstimme beschlossen hat, beinhaltet zahlreiche Möglichkeiten, den von klassifizierten Straßen ausgehenden Lärm zu reduzieren. Welche davon letztlich umgesetzt werden können, hängt nicht zuletzt von den zuständigen Behörden ab. Allerdings ist der Lärmaktionsplan Pflicht für alle Städte und Gemeinden und gilt als vielversprechendes Instrument, um entsprechende Verbesserungen auch tatsächlich zu erreichen.

Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin stellte die Eckdaten des Werks kurz vor und kündigte an, dass "unser nächster Schritt sein wird, mit dem Lärmaktionsplan auf die zuständigen Behörden zuzugehen". Zuvor sollte allerdings eine Prioritätenliste erarbeitet werden, ehe man im Rahmen der Haushaltsberatungen über konkrete Initiativen diskutieren könne, schlug Dirk Preis (CDU) vor. Bürgermeister Julian Christ bestätigte diese Vorgehensweise: "Der Lärmaktionsplan wird für viele Bürger die Lebensqualität verbessern. Das ist die Hoffnung, die wir als Verwaltung damit verbinden."

Auch Uwe Meyer (Freie Bürger) sieht in dem Plan "eine große Chance"; erste Erfolge seien ja bereits da, verwies er auf den Flüsterasphalt auf der B 462 zwischen Hilpertsau und dem Tunnel. Auch was die Möglichkeiten anbelangt, mehr Tempo-30-Zonen einzurichten, erkenne man durch die Lärmaktionspläne ein gewisses Entgegenkommen der Verkehrsbehörden, die früher meist schnell abgewunken hätten, wenn man mit einem entsprechenden Vorstoß auf sie zugekommen sei. "Wir erhoffen uns davon sehr viel."

Dieser Hoffnung gab auch Dr. Irene Schneid-Horn (SPD) Ausdruck: Der Plan stelle "Verbesserungen in Aussicht, von denen wir vor Jahren nicht mal geträumt haben". So biete der Lärmaktionsplan eine Handhabe, um mehr Temporeduzierungen einführen zu können und betone dabei auch den Sicherheitsaspekt. "Wir sollten weitere Konzepte damit verknüpfen", schlug die Sozialdemokratin mit Verweis auf den Städtebau und die weitere Verkehrsplanung vor.

Weitaus weniger euphorisch reagierten die Grünen auf das vorgelegte Papier. Stefan Krieg monierte ein fehlendes Gesamtverkehrskonzept und einen städtebaulichen Masterplan. "Der Lärmaktionsplan erfüllt nur das gesetzlich geforderte Mindestmaß und geht für uns nicht weit genug. Auch ein Ausblick auf künftige Entwicklungen bis 2030 fehlt." Die Grünen stellten einen umfangreichen Änderungsantrag, der folgende Punkte umfasst:

Statt lärmmindernder Fahrbahnschichten sollen Tempo 20 in der Bleich- und in der Gottlieb-Klumpp-Straße eingerichtet werden.

Klingelstraße und Obertsroter Landstraße sollen in eine Fahrradstraße (ab Wendehammer zum Schloss bis zu Röchling Automotive) umgewidmet werden (für die Lkw, die zu Röchling müssen, ist eine Wendemöglichkeit einzurichten, außerdem Tempo 20 für Lkw, die von der Sebastian-Gruber-Brücke bis zur Firma Röchling fahren).

Die Gründung einer Arbeitsgruppe Verkehr, die ein Gesamtverkehrskonzept für die Stadt (inklusive Ortsteile) erstellt.

Diese Maßnahmen würden laut Grünen der Stadt viel Geld sparen und den CO 2 -Ausstoß reduzieren. Allerdings lehnte der Gemeinderat den Änderungsantrag der Grünen ab, auch weil er erst kurz vor der Gemeinderatssitzung eingereicht worden ist und in der Kürze der Zeit nicht ausreichend analysiert und bewertet werden konnte.

Darüber beschwerte sich auch Bürgermeister Julian Christ, der darauf verwies, dass solch umfangreiche Änderungsanträge rechtzeitig vor den Gemeinderatssitzungen einzureichen sind. Die Grünen, die sich bei der Abstimmung zum Lärmaktionsplan enthielten, gelobten diesbezüglich Besserung.

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