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Heimat für exotische Plagegeister
09.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Wer in diesen Tagen den Garten winterfest macht, sollte auch die Ränder und Deckel von Regentonnen und sonstige Wassergefäße besonders sorgfältig sauber schrubben. Denn sie sind beste Brutstätten für Stechmücken. Nicht nur für heimische Schnaken, sondern auch für zugewanderte Plagegeister. Zum Beispiel die Japanische Buschmücke. Sie wurde nun erstmals in Gaggenau nachgewiesen. Ob sie ähnlich gefährlich als Überträger von Krankheiten ist wie die Asiatische Tigermücke, muss noch erforscht werden - aber Stechmückenexperte Artur Jöst rät zur Vorsicht.



Das Insekt, das Mitte September in ihr Wohnzimmer in der Willy-Brandt-Straße in Gaggenau geflogen war, kam Sandra und Matthias Schmeiser verdächtig vor: "Eine asiatische Tigermücke?", lautete die erste Vermutung. Das Tier haben sie gefangen und an das Institut für Dipterologie (IfD) der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (KABS) geschickt.

Dort nahm man die erste Zusendung dieser Art aus Gaggenau genau unter die Lupe. Nun liegt das Ergebnis vor: Es handelt sich um eine Japanische Buschmücke (Aedes japonicus), bestätigt Artur Jöst. Er ist Projektleiter "Exotische Stechmücken in Südwestdeutschland".

Seit zehn, zwölf Jahren sei diese Mückenart grundsätzlich weit verbreitet im

Süden und Westen von Deutschland, erläutert der Experte im BT-Gespräch. "Aber sie fällt erst dann auf, wenn ihre Populationsdichte eine gewisse Größe erreicht hat."

Auch am IfD wird deren Gefährdungspotenzial erforscht. "Bislang gilt sie eher als harmlos", versichert Jöst. Er verweist aber auf Studien in Nordamerika. Dort wurden Krankheitsviren in Buschmücken nachgewiesen. Doch sei ungeklärt, ob die Tiere tatsächlich bei Übertragung von Krankheiten auf Menschen eine große Rolle spielen: "Man muss am Ball bleiben."

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen fallen, ist die Brutzeit der Plagegeister vorbei. Doch nur für wenige Monate. Denn aus den Eiern, die bereits gelegt sind, schlüpft im Frühjahr schon die nächste Brut.

Was kann man im Garten und auf der Terrasse tun?

Nun im Herbst die Regentonnen leeren und gründlich mit einer Wurzelbürste säubern. Denn die Mückeneier liegen oft am Rand der Brutstätte, also an Innenseite des Regenfasses und der Abdeckung.

Generell gilt, egal, ob heimische Schnake oder exotische Mücken: Brutstätten vermeiden - also nicht unnötig Wasserbehältnisse herumstehen lassen. Das können offene Eimer sein, Sandkastenförmchen, "sogar in Gartenschuhen waren schon Larven von Tigermücken drin", weiß Artur Jöst, "denn Brutstätte ist alles, wo im Hochsommer für fünf bis sechs Tage Wasser steht."

Regentonnen und andere Wasserbehälter komplett mit Moskitonetz und Gummiband abdichten. Jöst: "Da kann weder Busch- noch Tigermücke und keine Hausschnake hindurch."

Brutstätten vermeiden, die erst auf den zweiten Blick erkennbar sind: hohle Zaunpfähle zum Beispiel. "Auch darin wurden schon Tigermücken gefunden", mahnt Jöst. Er rät zum Abdichten oder Auszementieren der oben offenen Rohre. Vergitterte Abflussrinnen auf Terrasse oder im Hof müssten gereinigt werden.

Vogel- oder Igeltränken sollten alle drei, vier Tage komplett ausgegossen und neu befüllt werden: "Aber das sollte man als Tierfreund sowieso machen."

Gartenteiche mit Fischen oder Molchen sind in der Regel frei von Mücken. Gechlorte Pools sind ebenfalls kein Problem.

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