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Ersatzquartiere für Fledermäuse und Vögel
Ersatzquartiere für Fledermäuse und Vögel
10.10.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (uj ) - Das Gebäude, in dem sich einst das Möbelhaus Eisenhöfer und zuvor die Kaufstätte befanden, soll reaktiviert werden. Nachdem der Gemeinderat im Juli den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Theodor-Bergmann-Straße/Hauptstraße" gefasst hatte, geht es in der Sitzung am kommenden Montag um den Abwägungs- und Satzungsbeschluss. Im Zuge der Offenlage sind verschiedene Stellungnahmen von den Trägern öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit eingegangen.

Aktuell wird das Gebäude nur von einem Bekleidungsmarkt im Erdgeschoss ("kik") genutzt. "Das Gebäude fällt schon länger durch eine starke Unternutzung auf", heißt es in der Sitzungsvorlage vonseiten der Verwaltung. Unter Beibehaltung der Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoss sollen in dem Gebäude bis zu 21 Wohneinheiten entstehen. Dazu seien die Erhöhung des vorhandenen vierten Obergeschosses und die Entwicklung eines fünften Obergeschosses in Form eines Staffelgeschosses notwendig. Die Reaktivierung der Bestandsimmobilie entspreche dem Planungsleitsatz "Innen- vor Außenentwicklung".

In der Sitzungsvorlage heißt es unter anderem: "Für die Stadt Gaggenau bietet sich hier die Chance, Wohnnutzungen direkt an den zentralen Versorgungsbereich und die zentrale Schnittstelle des ÖPNV heranzuführen." Gleichzeitig zeige allerdings die Erarbeitung des Mobilitätskonzepts in den vergangenen zwei Jahren, dass immer noch eine überdurchschnittliche Pkw-Nutzung in Gaggenau bestehe und diese bei der Bebaungsplanentwicklung zu berücksichtigen sei. Für Schaffung von Wohnraum in alten Gebäuden müssten keine Stellplätze nachgewiesen werden.

Deshalb soll vor Satzungsbeschluss ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor abgeschlossen werden. Dieser sichere, dass der Investor bei Umnutzung, Sanierung und Aufstockung einen privaten Stellplatz samt Ladesäule errichtet sowie einen Elektro-Pkw für die Hausgemeinschaft bereitstellt und außerdem eine weitere Ladesäule im öffentlichen Straßenraum herstellt und unterhält. Bei dieser Vorgehensweise handelt es sich in Gaggenau um einen Modell- und Testfall. Durch diese Vorgehensweise kann der Stellplatzschlüssel von 1,3 auf 1,1 reduziert werden. Diese Ausnahmeregelung gelte nicht, wenn das bestehende Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird.

Umweltprüfung

nicht erforderlich

Der Bebauungsplan wird im beschleunigten Verfahren aufgestellt. Somit sei für die Belange des Umweltschutzes keine Umweltprüfung durchzuführen beziehungsweise seien deren Ergebnisse nicht in einem Umweltbericht darzustellen.

Allerdings erfordere die Artenschutzfragestellung eine Untersuchung der Fläche. Im Juli erfolgte eine artenschutzrechtliche Vorprüfung durch ein Fachbüro. Betroffen sind demnach "gebäudebewohnende Fledermäuse und Vögel der Gilde der Nischenbrüter sowie zwei Brutpaare des Haussperlings".

Durch die Baumaßnahme könnten einzelne Fledermäuse und Vögel getötet werden, und es gingen Ruhe- und Fortpflanzungsstätten verloren. Dieser Verlust müsse mit Ersatzquartieren ausgeglichen werden, so die Verwaltung.

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