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"Ich kam dazu wie die Jungfrau zum Kinde"
'Ich kam dazu wie die Jungfrau zum Kinde'
11.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Elke Krieg

Gaggenau - Die Stube des Michelbacher Hirtenhauses war gut voll, viele Bekannte, Freunde und Wegbegleiter waren am Mittwoch gekommen, um dabei zu sein, als Franz Kowaschik offiziell aus dem Amt des Ortsoberhaupts verabschiedet wurde. Zehn Jahre war er Ortsvorsteher; als Ortschaftsratsmitglied bleibt er dem Gremium erhalten. Michelbachs neuer Ortsvorsteher Ralf Jungfermann bekräftigte schmunzelnd, dass Kowaschik zwar ein Ortsvorsteher a. D. sei, aber weiterhin ein "Ortschaftsrat i. D."

Oberbürgermeister Christof Florus bezeichnete Kowaschik als Glücksfall für Michelbach. Als Revierförster kam er hierher. Seine Naturverbundenheit und sein großes Wissen setzte er stets für das Dorf ein. Sei es bei den Verhandlungen mit der Stadt oder bei der Organisation des "Tags für Michelbach". Auch da war er immer in vorderster Front dabei.

Er wisse, dass Ortsvorsteher kein einfacher Job sei. Bei vielen Veranstaltungen war Kowaschik anwesend. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Spaß. "Toll, was du gemacht hast", lobte Florus anerkennend und erinnerte an diverse Errungenschaften während Kowaschiks Amtszeit wie beispielsweise das Baugebiet Hofstätte/Mühlfeld, schnelles Internet oder auch die Einführung von Tempo 30 in Teilen des Ortes. Das Dorffest bezeichnete er als eines der schönsten Feste der Region, ebenso wie das Amt des Ortsvorstehers als eine schöne Aufgabe in einem der schönsten Dörfer Gaggenaus.

Kowaschik blickte zurück auf die letzten zehn Jahre. 2009 habe er sich auf die Wahlliste setzen lassen, um sich nach fast 25 Jahren als Wahl-Michelbacher mehr unters Dorf zu mischen. Was er jedoch nicht geplant hatte war, dann auch gleich Ortsvorsteher zu werden. "Ich kam dazu wie die Jungfrau zum Kinde, und das ohne kommunalpolitische Erfahrung", erinnerte er sich. Zu seinen Aufgaben gehörten Verwaltungstätigkeiten mit der Stadt, Zusammenarbeit mit den rund 40 Dorfpaten und 20 Vereinen, Präsenz zeigen bei Alter- oder Ehejubilaren oder auch das Vorbereiten und Durchführen der Ortschaftsratssitzungen.

"Lass es laufen,

wenn's läuft"

Er habe nach der Maxime gehandelt "Lass es laufen, wenn's läuft" und habe erst eingegriffen, wenn es nicht mehr lief. "Ich möchte die zehn Jahre nicht missen. Sie waren für mich eine Bereicherung und eine schöne Zeit."

Doch nach seiner beruflichen Veränderung vom Außen- zum Innendienst konnte er das Amt nicht mehr so gut auszuüben. Ab 2020 ist er im Landratsamt Rastatt, was ihn veranlasste, sich von dem Amt zurückzuziehen. "Ohne Ortschaftsrat würde ein Dorf wahrscheinlich schlechter dastehen, deshalb mache ich auch als Ortschaftsrat weiter", erklärte Kowaschik. Er wünschte dem neuen Michelbacher Ortschaftsrat Erfolg, Ausdauer, Beharrlichkeit und Mut, alte und neue Themen zu bearbeiten. Und er wünscht sich, dass das Ehrenamt noch gesteigert wird und sich noch mehr Michelbacher für ihren Ort engagieren. Kowaschik dankte allen Vereinen, die zeigten, dass Michelbach lebenswert ist, und allen Aktiven im Dorf für deren Unterstützung.

Günter Herm sprach im Namen der "Verwaltungsgemeinschaft Michelbacher Vereine". Kowaschik wolle zwar nicht zu viel Lob, aber dem scheidenden Ortsvorsteher ausgiebig "Danke" zu sagen, ließ er sich nicht nehmen. "Eine Gemeinde ohne Vereine ist eine tote Gemeinde, aber wir - also die Vereine - waren immer ein starker Partner", betonte er. "Wir strengen uns an, nicht nur beim Dorffest." Und beim Aufzählen aller Vereine bekamen die Anwesenden einen Überblick über die Vereinsvielfalt in dem Fachwerkdorf.

Musikalisch umrahmt wurde die Verabschiedung durch Markus Herm, Natalia Herm und Juliane Wiebelt vom Harmonika-Orchester Michelbach.

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