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Der Mörder ist diesmal nicht der Gärtner
Der Mörder ist diesmal nicht der Gärtner
14.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gernsbach - Der Mörder ist diesmal nicht der Gärtner, doch hat er immerhin das Gift besorgt. In der Komödie "Das letzte Mal" bleiben einem Ehepaar anderthalb Stunden, um endlich einmal alles zu sagen, was man sich bisher nicht zu sagen traute. Das Stück voll rabenschwarzen Humors ist ab dem kommenden Samstag im Theater in der alten Turnhalle zu sehen.

"Schatz, ich habe eine schlechte Nachricht für dich, du wirst heute Nacht sterben. Ich habe Gift ins Essen getan." Ganz beiläufig teilt die Ehefrau ihrem Mann beim Abendessen ihr Mordvorhaben mit. "Du machst doch sonst keine Witze", lautet die irritierte Antwort, doch die Frau meint es todernst. Das Telefon ist abgemeldet, die Tür verriegelt, der Schlüssel weggeworfen.

Das Zwei-Personen-Stück "Das letzte Mal" des französischen Autors Emmanuel Robert-Espalieu hatte 2018 in Paris Premiere, erlebte 2019 im Schlosstheater Augustusburg seine deutsche Uraufführung und kommt jetzt in einer Inszenierung von Thomas Höhne nach Hilpertsau in das Theater in der alten Turnhalle. Höhne spielt auch die männliche Hauptrolle, sein weibliches Pendant ist erneut Adelheid Theil. Bei einem Probentermin gaben die beiden jetzt Informationen zu dem Schauspiel und darüber hinaus Einblick in ihr Verständnis von Theater und Komödie.

Die vorgespielte Einstiegsszene lässt ein turbulentes Stück erwarten, das ins Absurde geht und von einem trocken-makabren Wortwitz lebt. "Ich habe wahrscheinlich ein bisschen überdosiert, es war kein Beipackzettel dabei", sagt die Frau, die ihrem Schatz einen schmerzlosen Tod zusichert und zur Beruhigung gleich noch eine Aspirin-Tablette anbietet.

Das Stück lebe von Überraschungen, habe Comedy-Elemente und doch eine richtige Handlung mit einer in sich schlüssigen Dramaturgie, sagte Höhn. "Wir schicken das Publikum mit der Frage nach Hause: Was tun, wenn man nur noch eineinhalb Stunden zu leben hat?", meinte Theil. Ein "tiefenpsychologischer Entwurf" sei es allerdings nicht, ergänzte Höhne.

Beide waren von dem Textbuch auf Anhieb begeistert. "Ich habe beim Lesen wirklich viel gelacht", bemerkte Höhne, und auch Theil konnte "nicht aufhören zu lesen" und hatte "viel Spaß, sich darauf einzulassen".

Beim Theater gehe es hauptsächlich um gemeinsames Erleben, um Freude und Humor, und nicht so sehr darum, "das Leben zu verändern", hob Höhne hervor, der 2017 in Baden-Baden "Figaros Hochzeit" von Beaumarchais als Sitcom inszenierte. "Wir haben bei ,Die Fallers' ein breites Publikum, warum sich entschuldigen, wenn man Dinge tut, die Freude machen?", sagte die auch aus dem Fernsehen bekannte Theil über ihre Arbeit.

Eine besondere Herausforderung sieht Höhne in seiner Doppelaufgabe als Schauspieler und Regisseur nicht. Er verwies auf das "begleitende Kontrollempfinden", das professionelle Schauspieler in ihrer Ausbildung erlernten. "Wir wissen, was wir tun", sagte er. Für die aktuelle Inszenierung brauche es "Schnoddrigkeit" und eine "gewisse Form von Direktheit", betonte Höhne. Man dürfe hier nicht in einen "Theater-Ton" verfallen. "Wir müssen den Witz trockenlegen", meinte Theil.

Die Pointe am Schluss des Stücks wollten die beiden nicht verraten, doch teilten sie mit , dass das Ordnungsamt der Stadt Gernsbach informiert sei, damit nicht aus den Fenstern des Theaters dringende Hilferufe zu Polizeieinsätzen führten.

Premiere ist am Samstag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen finden am 23., 25., 26., 27. und 30. Oktober statt und danach auch noch im November und Dezember. Karten für die Vorstellungen in der Sonnenallee 1 in Hilpertsau gibt es in der Buchhandlung "Bücherwurm" in Gaggenau, an der Abendkasse und vorab als Reservierungen per E-Mail an info@alteturnhalle.de oder unter (0 72 24) 9 94 60 33. Weitere Infos im Internet:

www.alteturnhalle.de

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