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Mit Ruhe, Gelassenheit und Geduld
Mit Ruhe, Gelassenheit und Geduld
15.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Christiane Vugrin

Gaggenau - Nahezu 40 Jahre Mitglied des Sulzbacher Ortschaftsrats und 15 Jahre Ortsvorsteher - Artur Haitz kann auf ein beachtliches kommunalpolitisches Engagement zurückblicken. Am heutigen Dienstagabend wird er im örtlichen Vereinsheim offiziell verabschiedet.

"Es war mein Wunsch, nicht nur zuzuschauen, sondern auch einen Teil der Verantwortung zu übernehmen", beschreibt der 73-jährige seine Motivation, sich 1980 als Kandidat für den Ortschaftsrat zur Verfügung zu stellen. Fünf Jahre, nachdem der gebürtige Ottenauer die Sulzbacherin Marliese Beuchert heiratete und seinen Wohnsitz nach Sulzbach verlegt hatte, kam der Anstoß.

"Damals wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, im Ortschaftsrat mitzuwirken", erinnert sich der ehemalige Lehrer an der Papiermacherschule Gernsbach und fügt augenzwinkernd hinzu: "In meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich einfach ja gesagt." Seither war er vom Sulzbacher Ratstisch nicht wegzudenken. Nachdem sein Vorgänger, Anton Ibach, das Amt niedergelegt hatte, war es fast selbstverständlich, dass sich Stellvertreter Haitz für dieses zur Verfügung stellte.

Vieles konnte seitdem umgesetzt werden. Was waren die Glanzlichter? "Da gibt es einige", fängt Haitz an aufzuzählen: Das Neubaugebiet "Wiesele/Im Feld", bei dem er den Spatenstich mitmachen durfte. Die Gründung des Schwimmbadvereins im Jahr 2006 sowie die Errichtung einer Skateranlage und das Aufstellen eines Bauwagens am Festplatz.

Immer Thema in Sulzbach sei die Sanierung der Abwasserkanäle gewesen, auch die Verdolung im hinteren Bereich der Dorfstraße war ein großes Projekt. Ein übervoller Ordner mit Unterlagen hat sich zum Thema Breitband- und Mobilfunkversorgung angesammelt. Hier erlebte der Ortsvorsteher Situationen mit den Unternehmen, bei denen er nur mit dem Kopf schütteln konnte.

Schöne Erinnerungen kommen dagegen bei den Kreisentscheiden "Unser Dorf hat Zukunft" auf. "Wir haben immer mitgemacht und stets gut abgeschnitten", zeigt sich Haitz stolz. Eine besondere Herausforderung: der Bezirksentscheid 2017, der zur Teilnahme am Landesentscheid 2018 berechtigte.

"Die Landeskommission prüfte genau einen Tag nach unserem Jubiläum zum 775-jährigen Bestehen Sulzbachs", erzählt Haitz. Trotzdem - die Sulzbacher zeigten sich von ihrer besten Seite und errangen die Silbermedaille.

Bei Regen, Sturm oder Sonnenschein - regelmäßig beteiligte sich der Ortschaftsrat mit engagierten Bürgern an den Aktionen "Gaggenau räumt auf" oder "Ein Tag für Sulzbach". Das Vereinsheim erhielt nach unzähligen Anläufen eine behindertenfreundliche Rampe. Auch konnten während seiner Amtsperiode Straßensanierungen ausgeführt werden; die Bernsteinschule erhält derzeit einen Anbau.

Die offene Landschaft stets im Blick

Der persönliche Höhepunkt als Ortsvorsteher war die 775-Jahr-Feier. "Bereits vier Jahre zuvor habe ich Werbung beim Ortschaftsrat und den Vereinen für ein großes Fest gemacht", meint Haitz. Denn die 750-Jahr-Feier sei den Bürgern als schönes Fest in Erinnerung geblieben: "Immer wieder wurde ich gefragt, ob wir so etwas nicht wiederholen können." Und nach unzähligen Terminen und Sitzungen war es 25 Jahre später wieder so weit: "Eine äußerst gelungene Feier, die Resonanz war sehr positiv."

Ruhe, Gelassenheit und Geduld sind Attribute, die den ehemaligen Ortsvorsteher auszeichnen. "Wenn man in der Politik tätig ist, muss man wissen, dass Wünsche nicht sofort umgesetzt werden", bestätigt Haitz. "Beim Thema Offenhaltung der Landschaft und Pflege der Feld- und Waldwege wurde sehr viel getan. Doch bleibt dieses Thema aktuell und eine Daueraufgabe."

Haitz bedauert die kürzliche Schließung der örtlichen Bäckerei und dass es schon längere Zeit keine Gastwirtschaft im Ort mehr gibt. "Hier gehen auch die Kontaktmöglichkeiten der Bevölkerung verloren", gibt er zu bedenken. Deshalb begrüßt er jede Initiative von Vereinen, Veranstaltungen auszurichten. Denn dies seien beste Gelegenheiten, dass sich Leute begegnen.

Wie sehen die Planungen aus, künftig die viele freie Zeit zu verbringen? "Ich bin musikalisch tätig als Leiter des Kirchenchors und Organist, zudem habe ich eine Familie und zwei Enkel", lacht Haitz über die Frage, die er zurzeit öfter gestellt bekommt. "Was für mich mehr und mehr Hobby wird, ist die Erkundung unserer Ortsgeschichte", verrät Haitz, "hier möchte ich noch mehr einsteigen."

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