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Umstrittener Neubau in Jahnstraße: Projektsteuerer eingebunden
Umstrittener Neubau in Jahnstraße: Projektsteuerer eingebunden
17.10.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (red/uj) - "Verabschieden wir uns in diesem Fall vom sozialen Wohnungsbau?" Diese Frage stellte Gerlinde Stolle (SPD) am Montag im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben des Eigenbetriebs Stadtwohnung Gaggenau in der Jahnstraße 11a. Sie bezog sich auf Aussagen der Stadt, dass in dem Neubau Wohnraum für eine breit gefächerte Einwohnerschaft entstehen solle.

Oberbürgermeister Christof Florus reagierte verärgert und erklärte, dass Stolle, auch wenn sie wiederholt nachfrage, zum jetzigen Zeitpunkt keine Antwort bekomme. Das Thema werde von der Verwaltung aufbereitet, und es gebe dann eine fachlich kompetente Stellungnahme.

Sehr verärgert zeigte sich in der Einwohnerstunde ein unmittelbarer Anlieger der Baustelle. "Ich komme mir immer mehr verarscht vor", machte er sich seinem Ärger Luft. Material sei bei der Baustelle wieder ausgegraben worden, schilderte er s eine Beobachtungen. "Wann ist die Baustelle fertig", wollte er wissen.

OB Florus versicherte, dass er nach der Aufarbeitung "alle", sprich zunächst den Gemeinderat, dann Presse und die Einwohner, informieren werde. Der Anlieger werde nicht mehr lange warten müssen. "Man kann auf die Anwohner zugehen, das ist bis jetzt nicht geschehen", monierte der Anlieger verärgert.

Die Stadtverwaltung reagierte gestern mit einer Stellungnahme. "Nicht so reibungslos wie geplant und gewünscht verläuft das Bauvorhaben der Stadtwohnung Gaggenau in der Jahnstraße", heißt es darin. Stadtverwaltung und Eigenbetrieb Stadtwohnung hätten daher bereits vor der Sommerpause einen Projektsteuerer eingebunden, um das Bauvorhaben wie geplant abwickeln zu können. Nachdem es in den vergangenen Monaten immer wieder Diskussionen und kritische Fragen zu dem Projekt gab, hatte der Gemeinderat um einen Sachstandsbericht gebeten. Dieser erfolgte nun am Montagabend - allerdings nichtöffentlich, "da es um Daten, geschützte Thematiken sowie Versäumnisse von einzelnen Projektbeteiligten ging."

Ende Mai wurde der Spatenstich für das Mehrfamilienhaus vorgenommen. Schon damals äußerte die Stadt Verständnis dafür, dass die Nachverdichtung nicht bei allen auf Verständnis stößt. Andererseits werde bezahlbarer Wohnraum dringend benötigt. Neun Wohneinheiten mit einer Wohnfläche von insgesamt etwa 614 Quadratmeter sollen entstehen. Zudem sind die Wohnungen im Erdgeschoss barrierefrei geplant. Den Bewohnern stehen 14 Tiefgaragen-Stellplätze zur Verfügung.

Ursprünglich sollte im Februar mit den Arbeiten begonnen werden. Doch der Termin konnte aus verschiedenen Gründen nicht gehalten werden. Zum einen waren die Planungen noch nicht so ausgereift wie nötig und zum anderen galt es erst noch den Kampfmittelbeseitigungsdienst einzuschalten. Ende April wurde durch eine Fachfirma eine Stabbrandbombe auf dem Grundstück geborgen. Ebenfalls zur Verzögerung führte die fehlende Entwässerungsgenehmigung. Anfang April wurde vom Landkreis Rastatt, Umweltamt, die wasserrechtliche Erlaubnis für die Durchführung einer temporären Grundwasserabsenkung erteilt.

Baufirma meldet

Mehrkosten an

Da sich der Baubeginn verzögerte, machte die mit den Rohbauarbeiten beauftragte Firma eine Baubehinderungsanzeige und meldete Mehrkosten an. Zwischenzeitlich hat die Stadtwohnung Gaggenau einen Projektsteuerer mit der Begleitung des Bauvorhabens beauftragt. Dieser gab laut Stadt am Montagabend einen Einblick in den Projektstand und die weiteren Planungen. So seien die Verbauarbeiten mittlerweile abgeschlossen. In diesen Tagen wurde mit den Rohbauarbeiten begonnen. Bis zum Frühjahr sollen die Rohbauarbeiten so weit abgeschlossen sein, dass die nachbarschaftlichen Einschränkungen damit weitgehend beseitigt sind. Die Fertigstellung des Mehrfamilienhauses ist für Februar 2021 geplant. Bauchschmerzen bereitete Verwaltung und Gemeinderat die Botschaft, dass sich die Baukosten nicht halten lassen. Ursprünglich war von 1,8 Millionen Euro ausgegangen worden. Neueste Berechnungen führen zu Ausgaben von voraussichtlich 2,4 Millionen Euro.

Die "Verkettung unglücklicher Umstände, aber auch die aktuelle Situation in der Baubranche", seien Ursache dafür, dass das "für Gaggenau wichtige Projekt der Wohnraumschaffung" ein "verzwickter Fall" wurde, räumt der Eigenbetrieb Stadtwohnung ein, gibt sich gleichzeitig aber zuversichtlich, nun auf einem guten Weg zu sein. Oberbürgermeister Christof Florus sicherte im Rahmen eines Baustellenmanagements eine bessere Information der Anwohner zu. Zudem sollen Gemeinderat und Öffentlichkeit regelmäßig über den weiteren Baufortschritt informiert werden.

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