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Zu viel Lärm am Sonnenrain?
Zu viel Lärm am Sonnenrain?
19.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Seit knapp einem Jahr ist der Wohnpark "Am Sonnenrain" in Scheuern am Wachsen. An der Friedrichstraße entstehen elf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 122 Wohneinheiten. Das Projekt war von Anfang an nicht unumstritten, Teile des Gemeinderats zweifelten daran, ob diese Urbanität in den idyllischen Stadtteil nach Scheuern passt. Sorgen machen sich vor allem die alteingesessenen direkten Anlieger. Sie haben sich bereits Ende August mit einem Schreiben an die Stadt Gernsbach gewendet, in dem sie fehlende Lärmschutzmaßnahmen für die Nachbarschaft des Wohnparks anprangern.

Die fünf Familien argumentieren, dass "Anwohner im Bereich von Plan-/Baugebieten gemäß Gesetzgebung das Recht auf Bestandsschutz haben" und "keine zusätzlichen, durch das Baugebiet entstehenden Lärmbelästigungen hinnehmen müssen, beziehungsweise rechtlichen Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen haben". Die Unterzeichner des Schreibens fragen damit an, "auf welcher Rechtsgrundlage und warum die Baugenehmigung für das Baugebiet Vordere Fleischling erteilt wurde?"

Vorgestern kam die Antwort von der Stadtverwaltung. Sie verweist darauf, dass ein Bestandsschutz - insbesondere bei Wohnbauplanungen - grundsätzlich nicht gegeben sei: "Die Anwohner haben lediglich Anspruch darauf, dass die Planung bei wesentlichen Veränderungen Lösungsmöglichkeiten aufzeigt." Das zum Baugebiet erstellte Lärmgutachten habe aber ergeben, dass durch die bis zu 130 neuen Wohnungen (inklusive der acht, die in der nicht zum Wohnpark gehörenden denkmalgeschützten Villa Luise entstehen könnten) "keine wesentlichen Veränderungen ausgelöst werden".

Entsprechende Lärmschutzvorkehrungen sind daher nur für die elf Häuser "Am Sonnenrain" eingeplant - durch die Festsetzung sogenannter passiver Schallschutzmaßnahmen im Bebauungsplan (wie zum Beispiel Lärmschutzfenster und -türen, Dämmung der Außenwände und Dächer oder Einbau von schallgedämmten Wandlüftern).

Auch in dem Hinweis der Anlieger, dass laut schalltechnischem Gutachten bestimmte Bereiche der Friedrichstraße schon jetzt - also ohne das Baugebiet "Vordere Fleischling" - die zulässigen Lärmwerte überschreiten, sieht die Stadtverwaltung kein Problem: "Die Überschreitungen bestehen bereits in der heutigen Situation und werden nicht durch den Verkehr des Plangebiets ausgelöst. Für Bestandssituationen von Wohngebäuden an Straßen bestehen keine Lärmschutzansprüche."

Oberirdische Stellplätze nicht zugelassen

Projektentwickler (Wohnbau Reisser GmbH, Ludwigsburg) und Fachbehörden gehen nicht davon aus, dass sich die Lärmbelastung in Scheuern durch den Wohnpark maßgeblich verändert. Sie verweisen darauf, dass die gesamte Wohnanlage (abgesehen von Ein- und Ausfahrten in der Tiefgarage) frei von Autoverkehr ist und dass im Inneren des Gebiets keine oberirdischen Stellplätze zugelassen sind. Die Wohnungen können allesamt von den Tiefgaragen mit dem Aufzug erreicht werden. Auch der Besucherverkehr, der durch die neuen Wohnungen entsteht, sei in der Verkehrsuntersuchung und in dem Lärmgutachten berücksichtigt worden.

Die vorgesehenen Wege "Am Sonnenrain" stellen lediglich die Erreichbarkeit der hinteren Gebäude für Fußgänger, Radfahrer, Möbelwagen und (insbesondere) für Rettungskräfte sicher. Ferner betont der Projektentwickler in seinem Exposé die "vorbildliche Einbindung in den öffentlichen Personennahverkehr" mit Busverbindung, Anruf-Linientaxi und nicht allzu weit entferntem Stadtbahnhaltepunkt Gernsbach-Mitte.

Die Wohnbau Reisser GmbH ist neben dem Bau der elf Häuser an der Friedrichstraße längst mit der Vermarktung der einzelnen Wohneinheiten beschäftigt. Der Großteil von ihnen soll bis ins Jahr 2021 bezugsfertig sein.

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