www.spk-bbg.de/branchensieger
http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
"Nur was ich kenne, kann ich schützen"
'Nur was ich kenne, kann ich schützen'
21.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Ronja Schrimpf

Gaggenau - Von exotischen Besonderheiten bis zu heimischen Vogelarten präsentierte der Vogelschutz- und Zuchtverein Ottenau über 300 Vögel zur alljährlichen Vogelschau in der Merkurhalle. Über die Vogelwelt hinaus legte der Verein sein Augenmerk auf für die Vogelwelt unabdingbare Bedeutung von Biotopen: Vom Waldschutz über Insektenhotels bis zum Leben von Wild- und Honigbienen. Letzteres präsentierte als Gast der Vogelschau der Imkerverein Gaggenau.

Kaum wiederzuerkennen war die Merkurhalle. Schon beim Öffnen der Türen schallten dem Besucher Gezwitscher, Gekrächze und Vogelrufe entgegen. Der Blickfang präsentierte sich als blumenbunte Ecke mit zahlreichen Infotafeln und einem selbst gebauten, menschengroßen Insektenhotel. Dahinter folgten die Volieren mit den eigentlichen Stars der Schau: den Vögeln. Von Arapapageien und exotischen Staren wie dem Königsglanzstar über den Beo und Gelbhauben- und Osakakadus bis hin zu Fasanen, Kronenfinken und Zwergkardinalen präsentierte die Vogelschau eine erstaunenswerte Anzahl unterschiedlicher Arten. "Die Vielseitigkeit unserer Arten ist das, wofür wir bekannt sind", erklärt Petra Bentner, Vorsitzende des Vogelschutz- und Zuchtvereins Ottenau, nicht ohne Stolz, "Wichtig sind uns biotopähnliche Volieren, damit wir die Vögel dementsprechend ins Licht setzen können. Die Vögel sollen aber auch Rückzugsmöglichkeiten haben. Und das schätzen die Leute auch."

Daher kommen Besucher und Vogelzüchter sogar aus dem Elsass, dem Freiburger Raum und dem ganzen Bundesland. Die Arbeit von fünf vollen Tagen zahlt sich im Endeffekt aus, wie Bentner freudig berichtet: "Normalerweise ist Sonntag der stärker besuchte Tag. Dieses Jahr war aber auch schon samstags ein großer Andrang an Besuchern." Noch größer war das Lob anderer Züchter und Naturschützer, dass ihre Vogelschau zu den schönsten Ausstellungen des Landes gehöre. Aber auch für Familien und Kinder ist die Schau ein interessanter Zeitvertreib. "Dieses Jahr haben wir für Kinder eine Malecke und einen Tisch mit Glitzertattoos, die sehr gut ankommen."

"Die Themen ,Bienen' und ,Insekten' waren in aller Munde. Wir haben uns unabhängig davon dafür entschieden, das zum Thema unserer Vogelschau zu machen. Denn: Insekten brauchen Vögel, wie auch die Vögel Insekten brauchen", erklärt Bentner. Angefangen habe es mit der Suche nach einem neuen Blickfang, der die Besucher aufs Neue überrascht. Die Idee war daher, ein selbst gebautes Insektenhotel zu zeigen. "Wir haben uns also darüber Gedanken gemacht, wie wir das Insektenhotel präsentieren können. Das muss schließlich auch eingebettet werden", erläutert Bentner.

"Wir haben eine Wald- und Naturschutzecke. Außerdem wollten wir dem Imkerverein Gaggenau ebenfalls die Möglichkeit geben, sich den Besuchern vorzustellen. Wir ergänzen uns sehr gut", erklärt Anton Horcher, ehemaliger Vorsitzender des Vogelschutz- und Zuchtvereins.

Mit einem kleinen Volk von knapp 3 000 Bienen präsentierten sich daher stellvertretend für den Imkerverein Peter Keller und Klaus Gerstenlauer. Durch eine Glaswand konnten die Bienen - im Dialekt auch als ,Immenvögel' bekannt - "live" in ihrem Alltag beobachtet werden. "Zu sehen sind hier Winterbienen, die knapp sechs Monate leben und das Überleben des Volkes im Winter sichern. Die Sommerbienen hingegen schwärmen ab Februar aus, um Nektar, Pollen und Wasser zu holen. Sie leben nur wenige Wochen", erläutert Keller den kleinen Kasten, in dem sich hunderte Bienen geschäftig tummeln.

Bei den Besuchern der Vogelschau scheinen die Bienen gut anzukommen, wie die Traube Neugieriger, die sich um den Bienenkasten gesammelt hat, belegt. "Unsere Bienen profitieren davon, dass im Murgtal keine Landwirtschaft mehr betrieben und daher keine Gifte mehr ausgebracht werden", erläutert Keller.

"Aber das Biotopsterben ist auch für die Bienen ein Problem, da ihnen die Futterquelle fehlt", ergänzt Horcher, "Und das ist wiederum ein Problem für unsere Vögel."

Daher sei es ihnen ein Anliegen, sowohl die Insekten- als auch heimische Vogelwelt und ihre Herausforderungen zu zeigen. Schließlich sind beide Welten eng miteinander verknüpft. Und, wie auch das Leitmotiv des Vogelschutz- und Zuchtvereins verrät: "Nur was ich kenne, kann ich schützen."

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Muggensturm
Ein großes Herz für Senioren

21.10.2019
Großes Herz für Senioren
Muggensturm (as) - Die 63-jährige Muggensturmerin Heidi Bechler, die seit 16 Jahren die Seniorenarbeit in ihrer Heimatgemeinde organisiert, hat ein großes Herz für ältere Menschen. Dabei geht das Engagement, das sie an den Tag legt, weit über das geforderte Maß hinaus (Foto: as). »-Mehr
Bühl
Großes Angebot an kreativen Kunstschätzen

21.10.2019
Kreatives Kunsthandwerk
Bühl (urs) - Seit 20 Jahren sind Michaela Seifermann und Hedwig Frisch die kreativen Köpfe des Bühler Kunsthandwerkermarkts. Am Wochenende strömten wieder zahlreiche Besucher ins Bürgerhaus Neuer Markt, um die vielfältigen Arbeiten der Aussteller zu bewundern (Foto: urs). »-Mehr
Karlsruhe
´Vier Fragen an´: Donald-Duck-Fan Martin Wacker

20.10.2019
"Wir sind alle ein bisschen Donald"
Karlsruhe (ml) - Martin Wacker kennen viele als Macher von "Das Fest", also KSC-Stadionsprecher oder Schauspieler. Eine seine großen Leidenschaften ist die Beschäftigung mit Donald Duck. Darüber sprach er mit BT-Redakteur Markus Langer (Foto: W. Heck/Archiv). »-Mehr
Bühl
Viele kleine Spatenstiche

18.10.2019
"Sonnenschein" wird erweitert
Bühl (urs) - Wenn so viele kleine Kinderhände mit ihren kleinen Schaufeln so tüchtig mithelfen, muss das neue Bauprojekt im Wasserbett, ein moderner Erweiterungsanbau des Kinderhauses "Sonnenschein", zweifelsohne gelingen. So gab es gestern unzählige kleine Spatenstiche (Foto: Klöpfer). »-Mehr
Denzlingen
Spannender als der ´Tatort´

18.10.2019
SV 08: Nächstes Spitzenspiel
Denzlingen (rap) - Ein Höhepunkt folgt auf den nächsten - zumindest für den SV 08 Kuppenheim in der Fußball-Verbandsliga. Nach dem Sieg gegen den SC Pfullendorf (3:2) gastiert die Elf von Trainer Matthias Frieböse am Samstag beim Tabellendritten FC Denzlingen (Foto: Seiter). »-Mehr
Umfrage

Weil es nicht mehr genügend Freiwillige gibt, haben einige Gemeinden Bürger zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet. Finden Sie das richtig?

Ja.
Nein.
Weiß ich nicht.


https://www.eyesandmore.de
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz