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Landschaftspfleger: "Der Wolf war da"
21.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack und Katharina Vogt

Forbach - Vier tote Schafe waren es auf der Weide von Sven Strobel in Langenbrand, ein totes trächtiges Schaf und eine schwer verletzte Ziege in Gausbach. Als Täter ist "der Wolf nicht auszuschließen", sagt Martin Hauser, der Wildtierbeauftragte des Landkreises Rastatt. Deutlicher wird da schon Christian Striebich: "Der Wolf war da", ist sich der Gausbacher Landschaftspfleger sicher.


Am Samstagmorgen wurden auf seiner Weide ein trächtiges totes Schaf und eine schwer verletzte Ziege gefunden, die getötet werden musste. Ob es der im Schwarzwald nachgewiesene männliche Wolf GW 852 m war, der die Tiere gerissen hat, müssen die genetischen Untersuchungen ergeben.

Striebich hat daran Zweifel. Der bislang bekannte Wolf ist ein erfahrenes Tier. Die Spuren bei seinen Tieren sehen anders aus, eher nach einem unerfahrenen Wolf, der noch übt. Dass es ein Wolf war, da ist sich der Gausbacher sicher. Die Mitarbeiter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg hätten das anhand der Rissspuren bestätigt.

Die getöteten und verletzten Tiere wurden bei der Vorbereitung der Drückjagd gefunden, berichtet Striebich. Er habe den Wildtierbeauftragten Hauser informiert, dieser dann die Mitarbeiter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg. Diese kamen und nahmen DNA-Proben, die Tiere wurden zum Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt nach Freiburg (CVUA) zu weiteren Untersuchungen gebracht, berichtet Hauser.

Problematisch für die Tierhalter ist die Landschaft im Murgtal, um die Weiden wolfssicher zu machen. Dies sei sehr schwierig wegen Trockenmauern, Bachläufen und steilem Gelände, so Striebich.

Auch Hauser ist sich der Problematik des Themas bewusst, er spricht von einem "gigantischen Aufwand", die Weiden im Murgtal wolfssicher zu machen. Alleine könne er die Zäune nicht umbauen, macht Striebich deutlich, "wir brauchen Unterstützung". Die Weidetierhaltung wegen der Wolfsgefahr aufzugeben, daran denke er derzeit noch nicht. "Es war eine Frage der Zeit, bis der erste Wolfsangriff kommt", resümiert er. Die Herde des Gausbacher Tierhalters stand im Gewann Tennet, nicht allzu weit von der Wohnbebauung entfernt. Die Tiere des Weisenbacher Halters Sven Strobel weideten in Langenbrand bei der Fatima-Kapelle.

Zwei weitere Schwarznasen-Schafe wurden verletzt. Die Wunde wurde desinfiziert und das Schaf mit einem antibiotischen Spray behandelt, um Infektionen zu vermeiden, die zum Tod führen können.

Zaunbau im Murgtal problematisch

Erste Ergebnisse werden nicht vor Ende der Woche erwartet. Striebich bemängelt, dass er als Tierhalter keine Informationen über die Wildtierkamera im Gausbacher Bereich bekommt, nur auf Nachfrage werde ihm mitgeteilt, ob es Wolfssichtungen gebe.

Auch er betont, dass die Topographie im Murgtal es unmöglich mache, die Zäune wolfssicher zu errichten. Daher geht er davon aus, dass er keine Entschädigung bekommen wird. Die FVA-Mitarbeiter hätten jeden Meter Zaun vermessen und "die werden schon was finden, was nicht ganz perfekt ist und dann gibt es auch keine Entschädigung". Obwohl die Landschaftspflege nur Hobby ist, fühlt er sich mit seinen Tieren stark verbunden und kann nur hoffen, dass sich der Wolf seine Weiden nicht als praktischen Platz zum Jagen gemerkt hat. Der "Almabtrieb" in den sicheren neuen Gausbacher Winterstall ist erst für Anfang November geplant.

Nach dem Wolfsangriff hat Striebich bei seinem Kontrollgang noch ein Schaf gefunden, das auf der Weide lag. Aber nicht tot, wie er zuerst vermutete, sondern beim Lammen. Striebich half, das Lämmchen auf die Welt zu bekommen - und nun stehen Mutter und Junges sicher in der Box im Winterstall. Heute ist ein Treffen mit Bürgermeisterin Katrin Buhrke im Forbacher Rathaus, um die Situation zu besprechen. "Wir brauchen Hilfe für den Bau der Zäune", unterstreicht Striebich.

In Weisenbach stellt sich die Situation anders dar, dort gibt es gar keinen Winterstall für seine 170 Schafe und Ziegen, verdeutlicht Sven Strobel. Seit mehreren Jahren werde über das Thema bereits diskutiert, und "jetzt ist der Wolf da". Wenn ein Bär einwandere, spreche man von einem Problem, so Strobel. Die Wolfsattacke auf seine Tiere sei nicht allzu weit weg von der Bebauung erfolgt, gibt er zu Bedenken.

Am Samstag war Treibjagd im Gausbacher Revier, Kein Stück Wild sei, so Striebich, in dem Bereich gesichtet worden, in dem die Schafe angegriffen wurden.

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