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Das Leben ganz der Musik verschrieben
Das Leben ganz der Musik verschrieben
22.10.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (er) - Walter Bradneck, der 30 Jahre als Kantor der evangelischen Kirchengemeinde tätig war, wurde am Sonntag mit einem Gottesdienst und einer feierlichen Abschiedsfeier geehrt. Zahlreiche Weggefährten nutzten die Gelegenheit, um ihm in Wort und Gesang zu danken.

Entsprechend groß war der Andrang in der Markuskirche. Pfarrer Thomas Weiß, einst Pfarrer der evangelischen Lukasgemeinde in Ottenau, hielt unter dem Motto "Heilix Blechle" eine unterhaltsame Predigt, die vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten die Posaunenchöre Gaggenau und Gernsbach. Als der Landeskirchenmusikdirektor Kord Michaelis dem langjährigen Kantor im Namen der evangelischen Landeskirche die Ruhestandsurkunde überreichte und ihn für seine den Menschen zugewandte Art mit und für die Musik würdigte, gab es stehende Ovationen.

Wenn jemand, der sein berufliches Leben ganz der Musik widmet, in den Ruhestand geht, liegt es nahe, dass auch die Beiträge der Weggefährten musikalisch geprägt sind. So war es denn auch bei der anschließenden Abschiedsfeier im Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde St. Josef. Nach einer musikalischen Eröffnung durch den Posaunenchor unter der Leitung von Axel Schweikert, schickten Jochen Baier (Querflöte), Gerold Stefan (Klarinette und Saxophon), Hansjörg Wallraff (Klavier) und Gudrun Rademacher (Akkordeon) ebenso musikalische Abschiedsgrüße wie Dr. Ernst Rapke und seine Frau Anja Schlenker-Rapke, die ein Duett zum Besten gaben. Auch der Chor der "Half Past Six Singers" ließ es sich nicht nehmen und sang für Walter Bradneck.

"Überzeugungstäter und Glücksfall"

"Wir hätten dich gern noch länger als Kantor behalten", sagte Jutta Walter, Vorsitzende der evangelischen Kirchengemeinde Gaggenau. "30 Dienstjahre bei einem Arbeitgeber, das ist heute alles andere als selbstverständlich. Dass Du so lange in der Gemeinde gewirkt hast, das spricht für Dich, aber auch für uns!" Im Namen des Kirchengemeinderats und der evangelischen Kirchengemeinde von Gaggenau dankte sie Walter Bradneck für sein Engagement.

Oberbürgermeister Christof Florus bezeichnete den scheidenden Kantor als einen "Überzeugungstäter und Glücksfall für die evangelische Kirchengemeinde" von Gaggenau, der mit Idealismus und Freude am Beruf wirkte. "Sie haben sich ein bemerkenswertes musikalisches Lebenswerk erarbeitet. Dafür haben Sie gewissenhaft und virtuos gearbeitet und die Menschen mit Ihrem Können überzeugt und bewegt. Der Kirchengemeinde gaben Sie das sichere Gefühl, dass musikalisch alles funktioniert. Darüber hinaus trugen Sie auch zur musikalischen Ökumene bei, indem der Posaunenchor bei der katholischen Fronleichnamsprozession mitwirkte."

Stellvertretend für den Bezirkskantor Alain Ebert und in ihrer Funktion als Vertrauensfrau für Kirchenmusik im Kirchenbezirk Baden-Baden/Rastatt lobte die Pfarrerin der Stadtkirche, Marlene Bender, Bradnecks musikalisches Wirken. Jochen Baier, Lehrer an der Gaggenauer Schule für Musik und darstellende Kunst, zollte seinen Respekt vor Bradnecks jahrzehntelanger kirchenmusikalischer Arbeit. Großen Anklang fand die lyrische Laudatio von Gabriele Seifert von der evangelischen Kirchengemeinde.

Mit ihren letzten Worten wurde das Geheimnis gelüftet, mit welchem gemeinsamen Geschenk sich Friederike Sunderer, stellvertretend für den Posaunenchor, Ingrid Karcher (Kirchenchor) und Dorothea Blüm (Half Past Six Singers) von Walter Bradneck verabschiedeten - mit einer Reise ins gelobte Land.

Sichtlich gerührt dankte er für die vielen Verbindungen, für die Zusammenarbeit mit den haupt- und nebenberuflichen Organisten, den Sängern und Bläsern. In seinen 30 Jahren als Kantor hatte er 13 Geistliche erlebt, besonders hob er in diesem Zusammenhang das Zusammenwirken mit Pfarrer Thomas Weiß und Pfarrerin Andrea Fink hervor. Bradneck betonte die gute Ausstattung des Bereichs Kirchenmusik, die es ihm ermöglicht hatte, gute Arbeit zu leisten. Trauer und Schmerz empfinde er angesichts der sinkenden Mitgliederzahlen der evangelischen Gemeinde und des Verkaufs von Kirchenimmobilien. Er warnte davor, "in alten Denk-Schemata stecken zu bleiben" und rief dazu auf, sich auf neue Impulse einzulassen und dem künftigen Kantor mit offenem Herzen zu begegnen.

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