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Hilfe beim Zaunbau wichtig
Hilfe beim Zaunbau wichtig
22.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Seine Herde ist noch beunruhigt, erzählt Sven Strobel. "Kein Wunder, wenn ein paar Tiere gefressen werden." Der Weisenbacher Landschaftspfleger hat vier Schafe auf der Langenbrander Weide durch einen möglichen Wolfsangriff verloren (das BT berichtete). Sein Kollege Christian Striebich aus Gausbach, der um zwei Tiere trauert, traf sich gestern mit Bürgermeisterin Katrin Buhrke, um die Lage zu besprechen. Diese ist voll des Lobes über den Gausbacher Tierhalter, er sei ein verlässlicher Partner für die Landschaftspflege - auch in Krisensituationen wie der jetzigen.

Die BT-Berichterstattung hat auch das Interesse weiterer Medien geweckt, so waren gestern ein Fernseh-Team und ein Radioreporter in Langenbrand und Gausbach vor Ort, um die betroffenen Tierhalter zu befragen. Auch Martin Hauser, der Wildtierbeauftragte des Landkreises Rastatt, stand als Interviewpartner zur Verfügung.

Bürgermeisterin Buhrke machte sich bereits am Samstag selbst ein Bild von der Situation in Gausbach. Sie sei sehr froh, dass die Gemeinde den neuen Winterstall gebaut habe als sicheren Platz für die Weidetiere, bekräftigte sie im BT-Gespräch.

Wichtig sei jetzt, die gemeindeeigenen Zäune den Vorgaben entsprechend aufzurüsten, um Wolfssicherheit zu gewährleisten. Nur dann haben die Tierhalter im Ernstfall einen Anspru ch auf Schadensersatz durch das Land.

Der Aufbau der Zaunanlagen ist ein zentrales Thema, darauf hatte Christian Striebich (und mit ihm auch andere Tierhalter) deutlich hingewiesen. Alleine sei die aufwendige Arbeit nicht zu schaffen. Diese sei wegen der topografischen Gegebenheiten im Murgtal schwierig. Wasserläufe, steile Hänge, felsiger Untergrund oder Trockenmauern erschweren den Zaunbau und machen das Überwinden für den Wolf einfacher. Im Gespräch mit der Bürgermeisterin gestern ging es darum, Hilfe von außen zu bekommen. Man wolle Kontakte zu Firmen aufnehmen, die Zäune bauen. Diese könnten dann freiwillige Helfer schulen, so eine Idee. Eine weitere ist der Kontakt zu den Mitgliedern der Gruppe "Wiki Wolves", die Freiwilligeneinsätze im Herdenschutz organisiert.

Freiwilliger Einsatz

im Herdenschutz

"Wir sehen auch die Nöte vieler Tierhalter, deren neue Aufgabe es nun ist, ihre Tiere effektiv vor Wolfsangriffen zu schützen - durch geeignete, intakte Zäune und Herdenschutzhunde", heißt es in der Internet-Präsenz von "Wiki Wolves". Vor allem für Schafhalter sei dies mit einem erheblichen Zusatzaufwand verbunden, der für viele wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Situation schwer zu meistern sei. "Wiki Wolves" ist eine Plattform für die, die Unterstützung im Herdenschutz benötigen, und für die, die helfen möchten. Eine Vertreterin sei bereits in Gausbach gewesen, um die Gegebenheiten anzuschauen, erzählt Striebich.

Das Umweltministerium bestätigte mittlerweile die Vorfälle. An zwei aufeinander folgenden Tagen, aber an unterschiedlichen Stellen, sind in der Gegend von Forbach im Schwarzwald insgesamt fünf tote Schafe und eine Ziege gefunden worden, die wegen der Schwere ihrer Verletzungen dann getötet werden musste, schreibt das Ministerium.

Im ersten Fall am 18. Oktober geht es um vier tote Schafe, die teilweise Bissspuren am Hals aufwiesen, so die Mitteilung. Die Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) halten es für möglich, dass die Tiere gerissen wurden. Der Nachweis dafür muss durch eine genauere Untersuchung erst noch erbracht werden. Im zweiten Fall am 19. Oktober handelt es sich um ein totes Schaf und die Ziege. Die FVA geht davon aus, dass die Tiere gerissen wurden. Ob die Bissverletzungen von einem Hund, einem Fuchs oder einem Wolf stammen, sei derzeit noch unklar. Ein Wolf könne jedenfalls nicht ausgeschlossen werden. Für die genetische Untersuchung wurden Rissabstriche an das Forschungsinstitut Senckenberg geschickt. Forbach befindet sich im Zentrum der Region, in der seit knapp zwei Jahren immer wieder ein Wolf nachgewiesen wurde. In den zwei aktuellen Fällen war jeweils kein ausreichender Wolfsschutz durch einen entsprechenden Zaun vorhanden, so die Mitteilung aus Stuttgart.

Nutztierhalter können bei noch unzureichendem Herdenschutz kurzfristig über die FVA die vom Umweltministerium bereitgestellten Notfall-Zaunsets beziehungsweise Flatterband mit Stangen für 1,20 Meter Höhe ausleihen.

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