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Landschaftspfleger freut sich über ambitionierte Helfer
Landschaftspfleger freut sich über ambitionierte Helfer
30.10.2019 - 00:00 Uhr
Forbach (kv ) - Was als von vielen belächelte Spinnerei von Christian Striebich vor über 18 Jahren begann, hat sich mittlerweile zu einem zeitfüllenden Hobby entwickelt. Als Azubi hatte der Gausbacher bereits die ersten drei Schafe gekauft, und rasch wuchs die Herde, die zwischenzeitlich auf Gemeinde- und Privatflächen vor allem auf steilen Hangwiesen rund um Gausbach den Expansionsdrang der umliegenden Wälder in Schach hält.

Striebich bewirtschaftet derzeit rund acht Hektar Fläche mit zwei Herden von insgesamt rund 50 Ziegen und Schafen. Und es werden mehr, die Herde soll deutlich größer werden: "Bis 2025 sollen es rund 80 Tiere sein, und die werden dann rund 20 Hektar Fläche beweiden", erklärt der 36-jährige Gausbacher die Planungen. Das Gelände bekommt er von der Gemeinde verpachtet, im Weideplan sind auch Privatgrundstücke, die aus den verschiedensten Gründen nicht mehr gepflegt werden. Damit die Tiere und vor allem die Jungtiere im Winter einen trockenen Unterstand haben, in dem auch das Winterfutter gelagert werden kann, wurde schon vor vielen Jahren ein kleiner Winterstall im Rappenloch gebaut, der von Striebich vor einigen Jahren etwas erweitert wurde. Aber der Stall war schon lange viel zu beengt. Das Regierungspräsidium und die Gemeinde Forbach haben im Laufe des vergangenen Jahres einen großen Winterstall bauen lassen, den Striebich pachtet, ebenso wie die Beweidungsflächen. Der Beton-/

Holzbau mit einer Grundfläche von zehn auf 18 Metern schmiegt sich im Gewann Rappenloch an den Hang unterhalb der letzten Häuser, die am Wanderweg "Tour de Murg" liegen. Im Dach ist ein sechs Meter breiter, offener Speicher für das Winterfutter. 600 Ballen Heu aus Baiersbronn lagern bereits dort. Derzeit hat seine Herde bereits zwölf Jungtiere, bei weiteren 13 Muttertieren warten Striebich und seine Helfer noch auf den Nachwuchs.

Mitstreiter braucht der ambitionierte Landschaftspfleger, der im Hauptberuf bei der Firma mit Stern arbeitet und dazu noch Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Forbach ist, für seine Ziegen und Schafe: "Ich bin echt froh, dass ich so viele Helfer habe, auf die ich mich verlassen kann", lobt Striebich nicht nur "meinen Stellvertreter in allen Lebenslagen Clemens Ruckenbrod", sondern auch die vielen anderen, die zur Stelle sind, wenn Heu geholt, Tiere versorgt, zur Schafschur zusammengetrieben werden oder gemäht werden muss. Die Familie war von Anfang an eingebunden.

Die Angst vor dem Wolf treibt den Landschaftspfleger um, nachdem vor wenige Tagen mehrere Tiere seiner Herde gerissen wurden. Erste Ergebnisse der Obduktion haben ergeben, dass es ein "großes Raubtier" war - ob es sich wirklich um einen Wolf handelt, wird mit einer DNA-Analyse ermittelt, deren Ergebnis erst Ende der Woche vorliegen soll. Egal ob Wolf, Hund oder anderes Raubtier - Striebich ist froh, dass er nicht viele Tiere verloren hat.

"Wenn der Wolf mir mehr Tiere gerissen hätte, so wie vor zwei Jahren in Bad Wildbad, als in einer Nacht 40 Tiere starben, wäre das mein Aus gewesen." Im Schnitt rund 150 Euro ist eines seiner Tiere wert. Tierarzt, Schafschur, Futterkosten und der Unterhalt von Gebäuden und Weide - die Landschaftspflege ist ein teures Hobby und ohne die Fördermittel des Landwirtschaftsamtes und die vielen ehrenamtlichen Helfer nicht zu bewältigen: "Arbeitszeit darf keiner von uns rechnen", so Striebich. In den nächsten Wochen wird verstärkt am wolfssicheren Zaun gearbeitet werden. Obwohl: "Wolfssicher gibt es gar nicht, habe ich jetzt gelernt. Wir können den Zaun nur ,wolfsabwehrend' bauen", erklärt Striebich. Er freut sich, dass Aktivisten von Wikiwolves sich bereit erklärt haben, ehrenamtlich beim Zaunbau in Gausbach zu helfen. Bis dahin sind seine Tiere nachts im Stall untergebracht, auch wenn der noch nicht offiziell übergeben worden ist.

Beim fünften Gausbacher Almabtrieb am Sonntag, 3. November, werden die Tiere etwas Platz machen müssen, denn dann stellen Striebich und seine Helfer im Stall Tische und Bänke auf, damit die Gäste bei Regenwetter trocken sitzen können. Ab 14.30 Uhr werden die Tiere von der Winterweide Richtung Stall getrieben. Die offizielle Übergabe ist für den darauf folgenden Montag geplant, bevor dann wieder Ruhe im Stall einkehrt.

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