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Normal ist nichts an diesem Konzert
Normal ist nichts an diesem Konzert
02.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Am Mittwochabend waren alle Parkplätze in der Nähe der Gernsbacher Stadthalle derart zugeparkt, dass sogar die Feuerwehr Mühe hatte, die immer noch nahenden Autofahrer sinnvoll umzuleiten. Kein Wunder, wollten doch 650 geladene Gäste einen Unterhaltungsabend für PS-Sparer genießen - zur Freude von Ulrich Kistner, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Rastatt-Gernsbach.

Nicht, dass der Begriff PS-Sparer irreführend auf die Nähe von Automobilität hinweist. Unter diesem Begriff verstehen Sparkassenkunden die Möglichkeit, mit dem Erwerb von Prämiensparlosen (PS-Lose) selbst Geld zu sparen und dabei anderen Gutes zu tun. Von fünf Euro pro Los gehen vier Euro aufs Sparkonto, der Rest kommt karitativen, kulturellen und sozialen Zwecken zugute - sowie durch Gewinnausschüttungen und Sonderauslosungen auch den Sparern. Als Dank der Sparkasse Rastatt-Gernsbach gedacht, wurden die Besucher des Gernsbacher Veranstaltungstempels durch "Gogol und Mäx" auch nicht enttäuscht.

Wenn zwei das Gleiche tun, so ist das noch lange nicht dasselbe. Doch Gleichsein ist auch nicht Ziel der beiden Musik-Comedians. In Staufen zu Hause, aber in ganz Europa unterwegs, zeichnet die beiden Multitalente die Fähigkeit aus, für größte Heiterkeit und ungläubiges Staunen ihres Publikums zu sorgen. Die Rede ist von Maestro Gogol, dem scheinbar erfolgreich von Konzert zu Konzert reisenden Pianisten, und von Mäx, seinem sowohl langmähnigen als auch genial-anarchischen Widerpart.

Ein schwarzes Klavier auf der Bühne, darauf eine gipserne Beethovenbüste, eine große Pauke, die Porträts von Bach und Mozart an der Wand. Obwohl alles auf ein normales klassisches Konzert hindeutete, wussten die Zuschauer, dass an diesem Konzert kaum etwas normal sein würde.

Zwar begann Gogol (Christoph Schelb), klassisch befrackt und die Haare streng gescheitelt und gegelt, mit ersten sanften Tönen. Doch sein wuseliger Reisebegleiter Mäx (Max Albert) war gar nicht gewillt, lediglich als Bewunderer zu assistieren. Aus einer schier unerschöpflichen Breite instrumentaler Möglichkeiten schöpfend, ließ er ihn kein einziges Stück zu Ende spielen. Darauf entwickelte sich das Konzert in rasantem Tempo zur musikalischen Achterbahnfahrt.

Kurios und virtuos

Und sie reichte von der sorgsam intonierten Chopin-Etüde bis hin zur fingerkuppenstrapazierenden Flamenco Parodie. Haarsträubende Duelle wurden ausgefochten, die jedoch meistens als Duette beendet wurden. Dabei reichte ihr musikalisches Repertoire von Bach bis Boogie-Woogie, von Carmen bis zum immer wieder aufflackernden La Cucaracha. Und die Instrumentierung von der Gitarre bis zum meterlangen Alphorn, von der brummenden Messingtuba bis hin unterschiedlich gefüllten Wassergläsern. Kuhglocken ergänzten Bach, ein Hackbrett wurde zur "Stradivari-Metallica" geadelt.

Nachdem beide Musiker sogar bäuchlings auf dem Klavier lagen und dabei vierhändig gespielt hatten, ließ sich Gogol endgültig von der Experimentierfreude seines Mitspielers anstecken. Als nach Schlagzeug, Klarinette und der mit Blumenwasser getränkten Tuba, um nur einiges zu nennen, die Kiste fast leer zu sein schien, spielten die beiden auf Instrumenten "Marke Eigenbau", aus Küche oder Baumarkt stammend, eben weiter.

Natürlich wurde es etwas sehr albern, wenn sich Mäx in seinen überlangen Clownschuhen schier zu verknoten drohte, er in eine enge Box passte oder Gogols Kopf in einer Tuba verschwand. Oder sie beide artistische Glanzleistungen vollbringen mussten, um an einen in unerreichbarer Höhe angebrachten Notenständer samt Noten zu gelangen.

Im "Finale Grande" dieser Show balancierte Gogol als Ballerina im rosaroten Tutu und Schirmchen auf absturzgefährdetem Stab von Instrument zu Instrument. Zum Schluss des Abends voller musikalischer, artistischer und clownesker Glanzleistungen bleibt die Erkenntnis, dass die Zuschauer gern auch noch mehr von Gogol und Mäx gesehen, erlebt und gehört hätten, wie es der Beifall bewies.

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