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"Full House" in Gaggenau
11.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Christiane Vugrin



und Stephan Juch

Gaggenau - "Anfassen erwünscht und erlaubt": Dieses Schild prangt zwischen verschiedenen künstlerischen Tonarbeiten. Gerne nehmen die Besucher die Aufforderung wahr. "Ich bin nicht hier, um reich zu werden, sondern wegen der Atmosphäre und Gespräche", sagt Ausstellerin Heidi Hannemann. Und bestätigt damit die Meinung vieler ihrer Kolleginnen und Kollegen am Samstagnachmittag beim Gaggenauer Kunst- und Handwerkermarkt.

Die Ausstellerin aus Scherzheim zeigt sich entspannt, was den Umsatz betrifft. Schließlich sei sie Hobby-Künstlerin und freue sich darüber, diese Kunst ausüben und anderen Menschen näherbringen zu können. Ihre Spezialität ist die "Raku-Keramik", das Töpfern mit asiatischer Brenntechnik - alles werde auf dem Tisch ohne Töpferscheibe hergestellt. Dadurch erhalten die Werke individuelle Formen. "Nichts ist kerzengerade - die Natur nicht und der Mensch nicht", meint die Künstlerin lachend.

Einen Stand weiter ist es der Duft, der Besucher anhalten lässt. Handgemachte Naturseifen und Badeprodukte laden zum Riechen und Stöbern ein. "Die Landmaus" Elke Grether aus Fautenbach ist regelmäßig beim Gaggenauer Kunst- und Handwerkermarkt zu Gast. Als Seifensiederin ist sie schon viele Jahre Profi und die Produkte ihrer Seifenmanufaktur sind geprägt von großem Ideenreichtum und hoher Qualität.

Einfallsreich, kreativ und originell - bei allen Ausstellern gibt es Etliches zu entdecken und natürlich auch zu kaufen. Weihnachten rückt näher - und wer auf der Suche nach individuellen Geschenken ist, wird hier sicherlich fündig. "Wir versuchen, immer wieder 30 bis 35 Aussteller aufzunehmen", informiert City-Manager Philipp Springer, "die Anfragen kommen aus ganz Mittelbaden". Viele Stammkunden seien dabei, aber immer auch neue Aussteller.

Wie beispielsweise die Weisenbacher Künstlerin Senja Haitz, deren Stand durch Bollenhüte und Hirschgeweihe sofort ins Auge fällt. Unter ihrem Jahresmotto "Heimat, Schwarzwald, daheim" wird ein Holzbrett zur Leinwand, ein Fensterladen zum Bilderrahmen und eine alte Stalltür zur Garderobe. Besonderer Hingucker, der laut der Künstlerin unheimlich gut ankommt: Eine alte Bettflasche aus Kupfer oder Zink, die als Lampe eine neue Karriere macht.

Während vor dem Rathaus und im Rathausfoyer die Kunst und das Handwerk im Mittelpunkt stehen, ist es beim Soroptimist-Basar im Gemeindehaus von St. Josef ein Sammelsurium von allem - nämlich Klamotten, Kitsch und Kunst. "Ab diesem Jahr führen wir keine Kindersachen mehr, es gibt einfach zu viele Kindermärkte", weist Basar-Chefin Monika Petermann-Wunder auf eine der wenigen Ausnahmen hin. Die Clubs Bad Herrenalb/Gernsbach und Murgtal (Gaggenau/Rastatt), die den Basar regelmäßig veranstalten, gehören zur weltweiten Organisation von Soroptimist International (SI) - der weltweiten Stimme für Frauen. Die Clubs sind neben ihrer Aufgabe, völkerverständigend zu wirken, auch in sozialen Bereichen unterstützend tätig. Hierzu zählen viele Projekte in der Region. Diesen wird der Erlös des Basars zugutekommen.

Dreigespann als

Besuchermagnet

Damit engagieren sich also sowohl die zahlreichen Spender, wie auch die Käufer für einen guten Zweck. Und natürlich die vielen ehrenamtlichen Damen. "Wir haben den ganzen Freitag lang alles gerichtet und uns heute Morgen um 9 Uhr getroffen", erzählt Katja Radloff aus Bad Herrenalb am Samstag. Um 10 Uhr öffneten sich dann die Basar-Türen für die Bevölkerung. "Da stehen schon viele Schnäppchenjäger und warten", weiß die Gaggenauerin Jutta Mast. Die beiden Soroptimistinnen sind bei den Kleidern eingeteilt. Von "Armani, Hugo Boss bis zu Zara und H & M" - alle Mode-Marken seien vertreten.

Auch beim Porzellan ist Vielfalt angesagt. "Heute Morgen waren wir zu fünft am Stand und hatten jede Menge zu tun", berichtet Ute Zächelein. Viele Kunden seien auf der Suche nach speziellen Stücken. Und "der frühe Vogel fängt den Wurm" - was bei Flohmärkten zutrifft, gilt auch beim Soroptimist-Basar. Doch die Waren werden immer nachbestückt - und mit etwas Glück findet auch der späte Kunde sein spezielles Stück.

Einmal mehr als Volltreffer für die städtischen Gewerbetreibenden erwies sich die Dreierkombination aus Markt, Basar und verkaufsoffenem Sonntag. Sie trieb gestern viele Menschen in die Innenstadt, wo auf der Achse City-Kaufhaus - Magnet den ganzen Tag über reger Betrieb herrschte. Hatte es am Freitag noch durchgängig geregnet, blieb es am Wochenende trocken. Da es gestern aber empfindlich kalt war, konnte man beobachten, dass sich viele in den Geschäften aufwärmten und dabei schon das eine oder andere Weihnachtsgeschenk entdeckten. Waffeln und Glühwein sowie ein Kinderkarussell auf dem Marktplatz entfachten bei vielen die Vorfreude auf die Adventszeit mit ihren zahlreichen Weihnachtsmärkten im Murgtal. Entsprechend zufrieden zeigte sich City-Manager Philipp Springer gestern beim Spaziergang durch die gut belebte Fußgängerzone: "Mit dem Wetter haben wir richtig Glück gehabt, das Wochenende war ein voller Erfolg."

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