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Spielerisch zum umweltgerechten Handeln
15.11.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (stj) - Trennen, Recyceln, Wiederverwerten: Den Deutschen attestiert man einen gewissenhaften Umgang mit dem täglich anfallenden Müll. Aber ist das wirklich so? Glaubt man der Deutschen Umwelthilfe, produzieren die Bundesbürger pro Jahr 37,5 Millionen Tonnen Haushaltsabfall, das sind wöchentlich pro Kopf rund 8,7 Kilo Müll. Um die Umwelt zu schütze n, ist es dringend notwendig, Abfälle zu vermeiden, anfallende Wertstoffe zu erfassen und hochwertig zu recyceln. Dafür ist frühestmögliche Aufklärung vonnöten. Um diese zu erleichtern, möchte der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Rastatt einen sogenannten Abfallerlebnispfad auf der Deponie in Oberweier einrichten.

In der nächsten öffentlichen Sitzung des Betriebsausschusses am Montag, 18. November, wird das Projekt vorgestellt. In Baden-Württemberg gibt es einen solchen Lehrpfad bereits seit 2008 im Landkreis Tübingen. Der mit Unterstützung des Umweltministeriums Baden-Württemberg auf dem Gelände der Restdeponie Dußlingen eingerichtete Abfallerlebnispfad wurde als außerschulischer Lernort konzipiert. "Er wird seither sehr gut angenommen, vor allem vom Schulklassen und Vorschulkindern", teilt die Pressestelle des Landkreises Tübingen auf BT-Anfrage mit.

Die Besucher erleben dort zuerst hautnah den Betrieb einer modernen Abfallentsorgungsanlage mit Wertstoffhof, Umladestation und Restedeponie, anschließend werden sie auf dem Abfallerlebnispfad selbst aktiv. An verschiedenen Stationen lösen sie Aufgaben zu den Themen Littering, Abfalltrennung und -Verwertung. Dabei setzen sich die Kinder auf spielerische Art und Weise mit verschiedenen Aspekten rund um den Abfall auseinander. "Die Stationen sind so gestaltet, dass die Sinne geschärft, die Neugierde geweckt wird, hier macht Lernen Spaß. Es werden verschiedene Themen angeboten, die individuell auf den Unterricht abgestimmt werden können", heißt es im entsprechenden Flyer des Landratsamts Tübingen.

Nun also möchte auch der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Rastatt im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit einen solchen Erlebnispfad auf der Entsorgungsanlage "Hintere Dollert" anlegen. An der Umweltbildungsstation sollen erlebnispädagogische Exkursionen mit Experimenten, Labor- und Selbstversuchen rund um das Thema Abfallwirtschaft, Nachhaltigkeit und Umweltbildung stattfinden, informiert der Abfallwirtschaftsbetrieb: "Hier soll spielerisch zum umweltgerechten Bewusstsein und Handeln aufgefordert und nachhaltiges Interesse an der Abfallthematik geweckt werden." Mit dem Erlebnispfad möchte der Landkreis sein abfallpädagogisches Angebot ausbauen und erlebbar gestalten. Die Stadt Gaggenau hat für das Vorhaben bereits die Baugenehmigung erteilt.

Außerschulischer

Lernort für Kinder

Der außerschulische Lernort richtet sich vor allem an Kindergärten und Schulklassen, aber auch andere interessierte Besuchergruppen und Vereinigungen aus dem Landkreis können das Bildungsangebot in Anspruch nehmen. Inhaltlich geht es um Lernangebote zu Themen der Kreislaufwirtschaft wie beispielsweise Bioabfallkompostierung, Wertstoffrecycling und Zersetzungszeiten diverser Abfallfraktionen. Dafür soll ein vorhandenes Gelände im angrenzenden Außenbereich der Deponie (Gewann Breitenäcker) genutzt werden. Der Standort befindet sich im FFH-Gebiet "Unteres Murgtal und Seitentäler". Die Station für den Lehrpfad soll auf dem westlichen Teil des Wiesengeländes errichtet werden, weil dort von Seiten des Naturschutzes ein artenarmes Gebiet attestiert worden sei und somit kein erheblicher Eingriff in den Naturhaushalt vorliege. Die Gesamtfläche für das Projekt beträgt rund 2 000 Quadratmeter.

Aus Gründen der Nachhaltigkeit soll der alte Wiegehaus-Container, der im Zuge des Neubaus auf dem Deponie-Gelände nicht mehr benötig wird, eine neue Nutzung erfahren. "Eine aufwendige Entsorgung entfällt dann", betont der Abfallwirtschaftsbetrieb. Der alte Container wird als kleines Labor eingerichtet und so zur Anlaufstation des Abfallerlebnispfads. Die Umsetzung des Projekts, über das der Betriebsausschuss am kommenden Montag ab 15 Uhr im großen Sitzungssaal des Landratsamts berät, ist für Juni / Juli 2020 geplant.

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