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Mountainbike-Trail als Hoffnungsträger
Mountainbike-Trail als Hoffnungsträger
16.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - "Es wird keiner vergattert", sagt Rüdiger Ochs, der Vorsitzende des Gausbacher Turnvereins. Allerdings - vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung, die am Sonntag um 17 Uhr in der Gausbacher Festhalle stattfindet, haben sich bislang noch keine Kandidaten für die Leitungspositionen im Verein zu erkennen gegeben. Das 110-jährige Besehen im kommenden Jahr wird auf jeden Fall gefeiert. Oberstes Ziel ist, dass der Verein weiterlebt, unterstreicht Ochs. Wenn es um ein Projekt, das dazu beitragen sollte, derzeit auch eher ruhig ist: den geplanten Mountainbike-Trail vom Kaltenbronn bis zum Gausbacher Sportplatz.

So ganz tot ist das Projekt noch nicht, wenn auch die Hoffnung auf eine Realisierung schwindet. Gegen die Ablehnung durch die Naturschutzbehörde hat die Gemeinde Forbach Widerspruch eingelegt, die Prüfung dauert an. Der Trail war auch Thema beim Antrittsbesuch von Landrat Toni Huber in Forbach (das BT berichtete). Die Gemeinde verschließt sich den Schutzanliegen nicht und hat dies auch in ihren Planungen erläutert. Die Mountainbiker warten ab, was aus der Prüfung herauskommt, sagte Rüdiger Ochs. Eine positive Entscheidung wäre für den Verein "absolut förderlich".

Das Amt für Baurecht und und Naturschutz des Rastatter Landratsamts hat die vorgeschlagene Route vom Kaltenbronn bis zum Gausbacher Sportplatz abgelehnt wegen tangierter Auerhuhn- und FFH-Schutzgebiete beim Draberg. "Das ärgert mich schon", macht Bürgermeisterin Katrin Buhrke aus ihrer Bewertung keinen Hehl. Hoch motivierte junge Leute wollten sich engagieren bei Bau und Pflege des Trails, der Gausbacher Turnverein hat dazu eigens eine Mountainbike-Abteilung gegründet. "Wir erhofften uns davon neue Mitglieder, die den Verein beleben", so Rüdiger Ochs.

Mi vollen Kräften werde man sich trotz aller Widrigkeiten dem Programm für das Festjahr 2020 widmen. Vorgesehen ist ein Mundartabend mit Gunzi Heil in der Festhalle, ein Tischtennisturnier für die Vereine, ein HSG-Handballtag, ein Gedenkgottesdienst und ein Ehrungstag.

Bis zum Oktober 2020 ist die Vereinsführung noch gewählt, danach soll endgültig Schluss sein. Ochs selbst ist seit 30 Jahren im Amt, Kassierer Thomas Krämer seit 34 Jahren und Schriftführer Alfred Haas seit zwölf Jahren. Die Amtsinhaber stehen für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.

Bei der Versammlung am Sonntag möchten die Verantwortlichen um die Mithilfe und Unterstützung für das Fortbestehen des Vereins werben. Es wird nicht nur über die Probleme und die bevorstehenden Szenarien bei einer Auflösung informiert, heißt es in einem "Brandbrief" der Vereinsführung an die Mitglieder. Durchaus positive Reaktionen habe es seitens der Mitglieder auf dieses Schreiben gegeben, berichtet Ochs. Wenn auch noch kein Aspirant für ein Ehrenamt derzeit zu erkennen sei. "Seid bereit, den Verein zu unterstützen. Seht diese außerordentliche Mitgliederversammlung als letzte Chance für das Fortbestehen des Vereins. Es ist fünf vor zwölf", heißt es in dem Schreiben. "Kommt zur Versammlung und übernehmt Verantwortung in diesem 110 Jahre alten Verein", so lautet die eindringliche Aufforderung im "Brandbrief". Der Verein soll weiter bestehen, das ist das oberste Ziel der derzeitigen Führung, und dazu wolle man "die Mitglieder mitnehmen".

Die Versammlung morgen ab 17 Uhr ist öffentlich.

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