https://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
"Er hat das Schiff sicher gelenkt"
'Er hat das Schiff sicher gelenkt'
16.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Nora Strupp

Gernsbach - Ein ganz besonderes Jubiläum feierte gestern Joachim Schneider (69), Rektor der Realschule Gernsbach. Stolze 50 Jahre arbeitet er nun schon im Öffentlichen Dienst, zehn davon an der Realschule. Zum Dank für seine jahrzehntelangen schulischen Verdienste überreichte ihm Sylvia Felder, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Karlsruhe, in feierlichem Rahmen eine Urkunde.

Nach der Eröffnung durch die Schulband unter Leitung von Musiklehrer Fabian Lorenz ergriff zunächst Konrektor Marco Geiser das Wort. Er dankte Schneider für die vielen Jahre der Zusammenarbeit. In Anbetracht von Schneiders bevorstehender Pensionierung im nächsten Jahr bedauere er jedoch, dass sie nicht auch noch dessen 51. Arbeitsjahr vollständig gemeinsam erlebten. "Ich hätte nichts dagegen gehabt", versicherte Geiser.

Regierungspräsidentin Sylvia Felder brachte ihre Bewunderung zum Ausdruck. "Wer kann heute noch sagen, dass er 50 Jahre bei demselben Arbeitgeber beschäftigt ist? Das ist doch eher eine Seltenheit und etwas Besonderes." Zugleich erläuterte sie, wie Schneiders 50 Berufsjahre zustande kamen. "In die Dienstjahre wurde sowohl seine zweijährige Bundeswehrzeit als auch sein Studium an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit eingerechnet."

Felder hob hervor, dass sich die Realschule Gernsbach unter seiner Leitung stetig weiterentwickelt habe. "Sie haben sich stets für die Interessen der Schulen, an denen Sie gearbeitet haben, sehr engagiert eingesetzt, zuletzt seit 2010 als Schulleiter an der Realschule Gernsbach. Ihre Loyalität und Ihr Pflichtbewusstsein sind Ihrem Kollegium ein Vorbild. Auch in bildungspolitisch schwierigen Zeiten, in denen vielfältige Aufgaben auf die Realschule zukommen, haben Sie das Ruder fest in der Hand gehalten und Ihr Schiff, die Realschule Gernsbach, als Steuermann sicher und mit Bedacht gelenkt." Er habe versucht, Bewährtes zu erhalten und Veränderungen dort vorzunehmen, wo es notwendig und angebracht erschien.

Im Namen des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann überreichte sie Schneider anschließend eine Dankurkunde.

Die Elternbeiratsvorsitzende Andrea Lang betonte, dass es beispiellos sei, wie Schneider mit den Eltern und dem Elternbeirat umgegangen ist. Neben einigen Schülerinnen der Schülermitverantwortung (SMV) brachten auch Personalrat Bernhard Baumstark sowie Michael Schindler vom Förderverein der Realschule ihren tiefen Dank zum Ausdruck. Bei der Feierstunde anwesend war zudem der leitende Schulamtsdirektor des staatlichen Schulamtes Rastatt, Wolfgang Held.

Dass Schneider tatsächlich mal im Öffentlichen Dienst arbeiten würde - und dies für so viele Jahre -, hätte er zu Beginn seiner Karriere selbst nicht für möglich gehalten. "Eigentlich wollte ich früher eine ganz andere Laufbahn einschlagen. Ich wollte zur Berufsberatung", erzählt der 69-Jährige lachend, der bis 2009 als Konrektor an der Werner-von-Siemens-Realschule in Kuppenheim tätig war.

Sein Ziel: Schule attraktiver machen

"Die Idee, in einer Schule zu arbeiten, kam mir während der Bundeswehrzeit. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich meine eigene Schulzeit damals teilweise nicht sehr prickelnd fand. Dann dachte ich mir, dass es Dinge gibt, die man besser machen kann", erläutert er seine Motivation. "Und am besten kann man das tun, wenn man die Verantwortung für eine Schule hat. Es war toll zu sehen, was man dann alles bewirken kann."

Am meisten Spaß an seiner Arbeit habe ihm die Vielfalt gemacht. "Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass ich jetzt 40 Jahre das Gleiche machen muss. Das fand ich erschreckend. Für mich war klar: Dagegen muss ich etwas tun." Also engagierte sich Schneider sowohl im schulischen als auch außerschulischen Bereich, unter anderem als Vorsitzender in mehreren Vereinen und Gesellschaften sowie im CDU-Gemeindeverband Muggensturm.

Im Ruhestand ab nächstem Jahr kürzerzutreten kommt für Schneider ebenfalls nicht in Frage. "Die Sachen, die ich gerade so mache, möchte ich auch gerne in meiner Pensionierung weitermachen. Und dann habe ich da noch so ein paar andere Ideen, was ich außerdem tun könnte", verriet er.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Neuss / Baden-Baden
Auch in Mittelbaden sinkt Überschuldungsquote

15.11.2019
In Mittelbaden weniger Schuldner
Neuss/Baden-Baden ( red) - Die Zahl der überschuldeten Privatpersonen in Deutschland ist erstmals seit 2013 leicht zurückgegangen. Das weist der Schuldneratlas aus. Auch im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden sinkt die Überschuldungsquote (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Gaggenau
Spielerisch zum umweltgerechten Handeln

15.11.2019
Neuer Erlebnispfad zum Thema Müll
Gaggenau (stj) - Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Rastatt plant, im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit einen sogenannten Abfallerlebnispfad auf der Deponie in Oberweier einzurichten. Der außerschulische Lernort richtet sich vor allem an Kindergärten und Schulen (Foto: LRA). »-Mehr
Baden-Baden
Neuer Trainer, neuer Schwung

15.11.2019
Rebland-SG empfängt MuKu
Baden-Baden (moe) - Es ist wieder Derbyzeit in der Handball-Südbadenliga. In der Steinbacher Sportschule empfängt die heimische Rebland-SG (Foto: toto) die SG Muggensturm/Kuppenheim. MuKu-Coach Benny Hofmann geht von einem "sehr engen Spiel aus". »-Mehr
Bühl
Zwei mit Spitzenwerten

15.11.2019
VfB kann Verfolger abschütteln
Bühl (red) - In der Landesliga empfängt der Tabellenzweite VfB Bühl (Foto: Seiter) den Dritten SV Oberwolfach. Mit einem Heimsieg könnte der VfB am vorletzten Vorrundenspieltag den Abstand auf den starken Aufsteiger auf vier Punkte ausbauen, was beste Aussichten zur Folge hätte. »-Mehr
Baden-Baden
Die Verlierer des Systemwechsels

15.11.2019
Mikhailov und die Orientierungslosen
Baden-Baden (cl) - In der Serie "I am not I" geht Boris Mikhailov dem männlichen Rollenbild nach (Foto: Viering). Bekannt wurde er mit Fotos vom Elend der Menschen nach dem Zerfall der UdSSR dar. Die Kunsthalle Baden-Baden zeigt bis 9. Februar 2020 seine wichtigsten Werkzyklen. »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Etwa jeder zweite Kunde in Deutschland nimmt nach einem Einkauf den Kassenbon mit. Stecken Sie die Auflistung ein?

Ja, immer.
Manchmal.
Nur wenn es um eine Garantie geht.
Nein.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz