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"Kein zweiter Mummelsee dort oben"
18.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Einstimmig billigte der Ortschaftsrat von Reichental den Masterplan für den Kaltenbronn. Das Gremium will aber keinen unkontrollierten Rummel in dem sensiblen Höhengebiet - und erhofft sich positive Effekte für das Dorf, das entlang der Zufahrtsstraße zu dem Touristenmagneten liegt.

Ausgangslage: Der Kaltenbronn ist das ganze Jahr über ein beliebtes Touristenziel. An die 400 000 Wanderer, Skifahrer und Ausflügler machen sich pro Jahr auf den Weg, um die wilde unberührte Landschaft auf dem Reichentaler Hausberg zu entdecken. Wie kann die Zukunft des Erlebnisraums gestaltet und wie die Attraktivität des Infozentrums gesteigert werden? Dies sind zentrale Fragestellungen des Anfang des Jahres in Auftrag gegebenen Weiterentwicklungskonzepts.

Kernpunkt des Konzepts ist der Neubau eines Naturpark-Hauses als Weiterentwicklung des bisherigen Infozentrums Kaltenbronn. Die Ausstellung ist zwölf Jahre alt. Das ehemalige denkmalgeschützte Forsthaus ist baulich schwer erweiterbar.

Was ist angedacht? Der geplante Neubau steht unter den Prämissen Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Ein Naturparkshop könnte regionale Produkte anbieten. Darüber hinaus soll das Gebiet als "Naturerlebnisraum" weiterentwickelt werden. Genannt werden unter anderem Aktivangebote im Außenbereich, der Ausbau des gastronomischen Angebots, eine Aussichtsplattform ins Moor oder Übernachtungsmöglichkeiten.

Geschaffen werden muss die dafür erforderlich Infrastruktur, Wasser, Abwasser, Internet und Strom.

Um das Projekt voranzubringen, will der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord beim Land Baden-Württemberg eine Projektleiterstelle beantragen. Deren Aufgabe wird es sein, für die Dauer von zwei Jahren Umsetzungsmöglichkeiten zu prüfen und weitere Mittel zur Finanzierung zu akquirieren. Der Kostenrahmen beträgt rund 200 000 Euro. Auch eine Hotelbedarfsanalyse soll 2020 in Auftrag gegeben werden.

Was meint der Ortschaftsrat? "Wir wollen nicht mehr Besucher haben, wir wollen die Aufenthaltsqualität verstetigen", betonte Ortsvorsteher Guido Wieland am Freitag im Rahmen der Ortschaftsratssitzung. Überdies erklärte der Ortsvorsteher, dass man in der komfortablen Situation sei, mitbestimmen zu dürfen, aber nichts dafür bezahlen zu müssen." Aktuell bringt sich Gernsbach jährlich mit 40 000 Euro in das Infozentrum ein.

"Das hat Charme, wenn es der Naturpark macht", befand Ortschaftsrat Andreas Kozlevcar (SPD/BVR) und brachte lukrative Mitnahmeeffekte für Reichental ins Spiel. Dazu müsse man aber auch die Region auf halber Höhe auf Vordermann bringen, meinte Ortschaftsrat Udo Janetzki (SPD/BVR).

Ortsvorsteher Wieland sieht ebenfalls keine Nachteile, jedoch habe man klare Vorstellungen davon, dass "kein zweiter Mummelsee dort oben" entstehen dürfe. Ohne Gegenstimme ließ der Ortschaftsrat den Masterplan passieren.

Wie geht es weiter? Ebenfalls einstimmig und ohne größere Diskussion verabschiedete das Gremium die Aufstellung des notwendigen Bebauungsplans "Kaltenbronn". Der Ortschaftsrat empfiehlt dem Gemeinderat die Einleitung des Verfahrens mit den Zielen, den Naturerlebnisraum Kaltenbronn unter Berücksichtigung der Umwandlung des Infozentrums zum Naturparkhaus zu entwickeln. Darüber hinaus sollen Entwicklungsmöglichkeiten für den vorhandenen Gastronomie- und Hotelbetrieb aufgezeigt werden, damit dieser langfristig die Versorgungsfunktion des Gebiets übernehmen könne.

Auch der Satzungserlass für ein besonderes Vorverkaufsrecht der Stadt traf auf einhellige Zustimmung, ebenso d ie Änderung der ersten Fortschreibung des Flächennutzungsplans der Verwaltungsgemeinschaft Gernsbach-Loffenau-Weisenbach.

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