https://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Damit das Zwitschern nicht verstummt
Damit das Zwitschern nicht verstummt
18.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Elke Rohwer

Gaggenau - Rund 20 Mitglieder des Vogelschutz- und Zuchtvereins Ottenau und Umgebung trafen sich am Samstag am Selbergel in Ottenau zur traditionellen Reinigung und Katalogisierung der Nisthöhlen. Aufgeteilt in vier Gruppen standen für die Helfer die Gebiete Salzwiesen mit 90 Nisthöhlen sowie die Terrassenparkplätze beim Benzwerk mit weiteren 40 Nisthöhlen auf dem Arbeitsplan.

Auf dem Weg zum ersten Nistkasten entlang des Salzweges beschreibt Petra Bentner, langjähriges Mitglied und seit diesem Jahr erste Vorsitzende des Vereins, ihre persönliche Motivation, sich für heimische Wildvögel einzusetzen: "Ich bin durch meinen Vater von klein auf im Vogelschutzverein. Die heimische Vogelwelt liegt mir sehr am Herzen. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich mich für sie einsetze. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, die Nisthöhlen im Herbst, wenn die Brutzeit vorbei ist, zu untersuchen und zu reinigen."

Ausgestattet mit einer dreisprossigen Klappleiter und Schutzhandschuhen hält die Gruppe an der Nisthöhle mit der aufgemalten Nummer eins an. Anton Horcher stellt die Leiter an den Baum und hält sie fest, während Franz Merkel auf die Leiter steigt und den Nistkasten abhängt. Anton Horcher nimmt die Nisthöhle aus Holzbeton entgegen und öffnet sie. Nach einer kurzen Begutachtung steht für ihn fest: Hier hat im letzten Sommer eine Kohlmeise gebrütet. "Das Nest ist viel gröber gebaut als zum Beispiel das Nest einer Blaumeise", erklärt Horcher. "Das Nest der Blaumeise ist feiner gearbeitet und meist mit einer Art Flaum bedeckt."

Anschließend wird das Nest entfernt, der Innenraum gesäubert, die Nisthöhle wieder verschlossen und an ihren Platz zurückgehängt. "Das Reinigen ist wichtig für die kommende Brut. Wenn wir das Nest drin lassen würden, blieben auch die Milben drin, und das wäre wiederum schlecht für die Jungvögel", führt Anton Horcher aus.

In der Zwischenzeit hält Petra Bentner in einer vorbereiteten Liste fest, welcher Vogel hier gebrütet hat. "Die Nistkästen sind sehr robust. Wenn etwas repariert werden muss, etwa am Kasten oder an der Aufhängung, dann kommen unsere Nistkastenwarte Hans Kary und Martin Merkel zum Einsatz", erklärt sie.

Im Laufe der kommenden zwei Stunden wird Nistkasten für Nistkasten abgearbeitet. In einem ist der Innenraum vollkommen ausgefüllt mit Moos und Rindenstücken. Den Helfern ist klar, hier hat sich ein Siebenschläfer für den Winterschlaf eingerichtet. Der Kasten wird mit Inhalt verschlossen und wieder aufgehängt. Hin und wieder findet sich auch ein Doppelnest im Kasten, was die Vermutung nahe legt, dass hier in diesem Sommer nacheinander zwei Vögel gebrütet haben.

Nistkasten Nummer elf fällt schon dadurch auf, dass sämtliche Fugen kunstvoll mit Lehm abgedichtet worden sind. Dass hier ein Kleiber am Werk war, darüber besteht kein Zweifel. "Durch das Abdichten und Verkleinern des Einfluglochs macht der Kleiber die Behausung einbruchsicher", sagt Petra Bentner anerkennend.

In den meisten Nisthöhlen finden sich an dem Tag vollständige Nester. Die Helfer zeigen sich zufrieden mit der guten Belegung der Nisthöhlen, die fast an d ie hohe Belegung im Kurpark in Bad Rotenfels sowie am Ottenauer Bergfriedhof heranreicht.

Nur vereinzelt steht eine Nisthöhle leer. Hin und wieder wurde ein Nest nicht fertiggebaut oder es finden sich unausgebrütete Eier. "Hier wurden die Vögel gestört, entweder durch den Mensch oder durch Nesträuber wie den Buntspecht", kommentiert Anton Horcher. Nisthöhlenverluste durch Sturm, Diebstahl oder Vandalismus seien keine Seltenheit.

Neben der Wartung der Nisthöhlen gehören auch das Befüllen der zehn Futterplätze während der Wintermonate sowie das Erstellen von Infotafeln, wie sie zum Beispiel auf dem Salzwiesenweg und im Kurpark in Bad Rotenfels zu finden sind, zu den Kernaufgaben des Vogelschutzvereins.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Bühl
Heiße Jobs am Herd bei 40 Grad

27.07.2019
Speckeier bei 40 Grad im Schatten
Bühl (wv) - Kaum zu glauben, aber es geht immer noch heißer: Herrschten 2018 beim Oberbrucher Speckeier-Dorfhock schon 33 Grad, so übertraf am Donnerstag die 23. Ausgabe des von den Dorfmusikanten veranstalteten Festes mit 40 Grad im Schatten alle seine Vorgänger (Foto: wv). »-Mehr
Umfrage

Fast jeder fünfte Deutsche möchte im Rentenalter zumindest noch einige Stunden pro Woche weiterarbeiten. Sie auch?

Ja.
Nein.
Weiß ich nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz