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Aus dem Murgtal hoch über das Moseltal
19.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Viel Wind um seine Arbeit machen, das ist nicht die Sache von Reinhard Kohlhauer. Viel wichtiger ist ihm, dass die Produkte seiner Firma auch bei richtig steifen Brisen nicht kaputtgehen. Dies kann er bei seinem jüngsten Renommierprojekt unter Beweis stellen: Bei der neuen Hochmoselbrücke hat die R. Kohlhauer GmbH maßgeblich an Gestaltung und Fertigung der Windschutzwände mitgewirkt.

In der technischen Beratung und bei den mechanischen/dynamischen Versuchen sowie als Lieferant der Acrylglasscheiben war das Unternehmen beteiligt.

"Wir haben zehn Jahre lang daran gearbeitet", erinnert sich Kohlhauer im BT-Gespräch; 2010 habe er die ersten Angebote geschrieben. Nicht wegen des Preises, sondern wegen der Beratung und der Ingenieurleistungen habe sein Unternehmen schließlich den Auftrag bekommen, freut er sich. Nicht zuletzt die hohe Windgeschwindigkeit in rund 160 Metern über dem Talboden war eine Herausforderung. Schließlich dürfen sich die transparenten Windschutzwände nicht verformen.

Aufgrund der Höhe der Brücke hatte man sich im Vorfeld des Baus mit dem Brückenbauunternehmen entschieden, die Brücke mit reflektierenden Acrylglasscheiben ohne lärmschutztechnische Aspekte auszustatten, erläutert das Unternehmen. Die transparenten, leicht gebogenen Acrylglasscheiben ermöglichen Kraftfahrern Ausblicke auf das Tal und fügen sich harmonischer in das Landschaftsbild ein.

Auf der gesamten Länge von 1,7 Kilometern wurden rund 1 700 Scheiben aus Acrylglas verbaut, die den Verkehr vor Seitenwinden schützen. Zahlreiche Tests und Prüfungen waren notwendig, ehe Material, Art der Befestigung und Scheibendicke festgelegt wurden. Als Halterung der Scheiben dient eine Stahlträgerkonstruktion. In sie wurden die 20 Millimeter dicken Scheiben auf der Baustelle kalt eingebogen. Oben und unten sind sie in massive Edelstahlprofile eingepasst; sie sollen die Scheibe gegen die Windkräfte in Form halten. In den Ecken sind die Edelstahlprofile mit Kunststoffkappen gelagert, um Beschädigungen durch die Dauerschwingung der Scheiben, aufgrund des Verkehrs und der Windlast, zu vermeiden.

Eingebettete Polyamidfäden sollen ein Herunterfallen von Bruchstücken, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen, vermeiden. Zusätzlich werden die Acrylglasscheiben durch Edelstahlhalteseile abgesichert. Des Weiteren dienen die Polyamidfäden dem Vogelschutz, da sie ein sichtbares Hindernis darstellen. "Die Scheiben bestechen zusätzlich durch exzellente Witterungs- und Alterungsbeständigkeit und könnten sogar recycelt werden", betont Kohlhauer.

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