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Lebensraum für Groppen und Koboldmoos
Lebensraum für Groppen und Koboldmoos
20.11.2019 - 00:00 Uhr
Murgtal (red) - Der im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe erarbeitete Managementplan für das Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet "Kaltenbronner Enzhöhen" ist fertiggestellt. Er kann ab dem 26. November öffentlich eingesehen werden. Das rund 1 057 Hektar große Gebiet ist Bestandteil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Das Schutzgebiet "Kaltenbronner Enzhöhen" besteht aus 14 Teilflächen und ist von der vielfältigen Landschaft des Nordschwarzwalds geprägt, heißt es in einer Pressemitteilung aus der Karlsruher Behörde. Das Wildseemoor sowie die Hohloh- und Breitlohmisse bilden mit einer Fläche von etwa 366 Hektar die größte Moorfläche im gesamten Schwarzwald. Gekennzeichnet sind die Moorflächen durch ausgedehnte Moorwälder, offene Heidemoore mit Torfmoosen und Wollgras sowie einigen Moorseen wie dem Wildsee.

In der Vergangenheit wurden zahlreiche Gräben zur Entwässerung der Moore angelegt. Diese beeinträchtigen insbesondere die offenen Moorbereiche. Darüber hinaus umfasst das Gebiet bewaldete und offene Täler mit Felsbildungen und natürlich entstandenen Schutthalden sowie einigen Hainsimsen-Buchenwäldern.

Auf den Hangflächen entlang der großen Enz, des Hirschbachs, des Poppelbachs und im Gütersbachtal kommen extensiv genutzte, artenreiche Magere Flachlandmähwiesen, Berg-Mähwiesen, Borstgrasrasen und Pfeifengraswiesen vor, so die Mitteilung weiter. Zudem sind im Natura 2000-Gebiet zwei nach der FFH-Richtlinie geschützte Arten vorzufinden: In der Großen Enz lebt die Groppe, ein kleiner Süßwasserfisch. In altholzreichen Wäldern kommt das Grüne Koboldmoos vor.

Im Managementplan werden Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten von europäischer Bedeutung erfasst. Für jeden dieser Lebensräume und jede FFH-Art wurden in Abstimmung mit Fachverwaltungen, Gemeinden, Forst- und Landwirtschaftsvertretern sowie Naturschützern Ziele und Maßnahmen formuliert. Sie dienen dazu, einen dauerhaften Erhalt und eine weitere Entwicklung dieser wertvollen Lebensräume und Arten sicherzustellen. Dazu zählen Maßnahmen für eine Renaturierung der entwässerten Moorbereiche, um wieder stabile Wasserverhältnisse herzustellen und das einzigartige Hochmoor langfristig zu erhalten. Fördermöglichkeiten unterstützen die Bewirtschafter bei der konkreten Umsetzung von Maßnahmen. So kann ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa geleistet werden, der der Verantwortung für naturnahe Lebensräume und deren seltenen Bewohner gerecht wird.

Der Managementplan liegt ab dem 26. November zu den ortsüblichen Öffnungszeiten in zur Einsicht aus:

Landratsamt Calw, Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz, Vogteistraße 42-46, Calw

Landratsamt Rastatt, Amt für Baurecht, Naturschutz, Recht und Ordnung, Am Schlossplatz 5, Rastatt

Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat Naturschutz und Landschaftspflege, Karl-Friedrich-Straße 17, Karlsruhe.

Eine vorherige Terminvereinbarung wird empfohlen. Die Unterlagen stehen außerdem ab dem 26. November zum Download auf der Internetseite der Landesanstalt für Umwelt Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) bereit:

www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/44926.

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