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Warten auf den großen Knall
21.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

und Nora Strupp

Gernsbach - Einmal lang, zweimal kurz tönt das Signalhorn, dann zwei Knalle wie laute Kanonenschläge, danach dreimal ein kurzes Hornsignal - das war alles. Recht unspektakulär gestaltete sich gestern beim Bahnhof die erste Sprengung für die Rettungstreppenhäuser am Gernsbacher Tunnel. Und - das Thema Sicherheit stand ganz oben.

Kurz vor 15.30 Uhr wurde der Bereich der Schwarzwaldstraße abgesperrt, der Tunnel war zehn Minuten nicht passierbar. "Keine besonderen Behinderungen" hieß es seitens der Polizei nach den "Premierenknallen". Für die Sprengung nutzte man eine zwanzigminütige Pause im Bahnverkehr.

39 Stangen "Emulsionssprengstoff", etwa 15 Kilogramm, waren zuvor in rund vier Metern Tiefe in vorher gebohrte Löcher eingebracht worden. Der Sandstein sollte auf einer Mächtigkeit von einem Meter gesprengt werden, erläuterte Timo Prokopp von der Calwer Firma SWB, die mit den Sprengungen beauftragt ist. Mit einer speziellen Zündmaschine löste er die Explosion aus, nach dem "Doppelschlag" war nicht einmal eine Staubwolke zu erkennen.

Der Boden der Grube für das künftige Treppenhaus wurde zuvor mit zwei jeweils 75 Kilogramm schweren Sprengmatten und speziellem Geovlies abgedeckt, "wegen der Geräuschentwicklung und möglichem Steinflug", erläuterte Prokopp. Rund 15 Meter in die Tiefe soll es noch gehen, berichtete Polier Matthias Sorg von der Baufirma Reif.

Die Vorsichtsmaßnahmen waren umfangreich: Im Radius von rund 30 Metern um die Baugrube wurde abgesperrt, Posten der Baufirma standen zusätzlich an den Sperrelementen. Auch Beamte des Gernsbacher Polizeipostens waren vor Ort - für Autos und Fußgänger gab es kurzzeitig kein Durchkommen.

Sensoren auch

im Bahngleis

Der Sprengvorgang selbst verlief problemlos. Dennoch: Sicherheit ist das oberste Gebot. So sind beispielsweise auch Sensoren im Bahngleis verlegt, die geringste Veränderungen anzeigen. Wie wirksam die Sprengung war, das wird sich heute zeigen, wenn die Sprengmatten und das darüber liegende Vlies entfernt und das lose Gesteinsmaterial ausgeräumt werden. Dann gilt es, die Grube mit Spritzbeton und Verankerungen abzusichern.

Wie viele Sprengungen es geben wird, ist vom Untergrund abhängig. Der Auftakt erfolgte gestern beim Bahnhof; drei weitere neue Rettungstreppenhäuser sind noch im Entstehen. Derzeit ist eine Sprengung pro Woche vorgesehen, dies kann sich aber im Verlauf der Bauarbeiten ändern, gibt Sorg zu bedenken.

Mit weiteren Sprengungen geht es bis Ende März in die Tiefe, danach geht es in den "Quervortrieb", erläuterte Dennis Saldern, Projektleiter beim Regierungspräsidium Karlsruhe. Dafür sind weitere zwei bis drei Monate vorgesehen.

"Es ist alles sehr gut und planmäßig verlaufen", bilanzierte Saldern gestern am späten Nachmittag. "Von der Vorbereitung über die Straßensperrung bis zur Sprengung selbst. Vom Erschütterungsergebnis liegen wir sogar weit unter den zulässigen Werten." Nun müssten über Nacht die Sprengschwaden und der Stickstoff abziehen, erklärte er.

Nadine Gabat vom Ingenieurbüro "Mund und Ganz" aus Heidelberg war ebenfalls zufrieden über den reibungslosen Verlauf. Als "Technisch Berechtigte" war sie unter anderem für das Gleis-Monitoring zuständig. "Der Zug kann wieder fahren", resümierte sie nach der Sprengung mit einem Lächeln. Und auch sonst gehe es gut voran: "Wir liegen genau im Zeitplan."

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