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In der Altstadt "einfach was anderes machen"
22.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gernsbach - "Kreativ Kollektiv Gernsbach." Dieser Name dürfte bis jetzt den Wenigsten ein Begriff sein. Doch das dürfte sich bald ändern. Seit gestern ist das Team Mieter des historischen Kornhauses in Gernsbach. In dem Gebäude wird ein Haus der Gründer eingerichtet. Die Unterzeichnung des Mietvertrags durch Bürgermeister Julian Christ sowie Marcel Kutschera und Sebastian Kopf war eher Formsache.

Seit Oktober ist das neue Team bereits vor Ort. Vor rund einem Jahr hatte die AOK die Räume im ersten Obergeschoss verlassen. Schreibtische und Schränke hatte die Krankenkasse im Gebäude gelassen. Sie werden von den neuen Mietern vorerst gerne genutzt. Nur die Computer sind neu. Insgesamt stehen sieben Arbeitsplätze zur Verfügung, die vermietet werden sollen. "Für einen Halbtagsarbeitsplatz werden pro Monat 90 Euro fällig. Nutzt jemand einen Arbeitsplatz ganztägig, muss er zwischen 130 Euro (Gründer) und 180 Euro monatlich bezahlen. Rund fünf Interessenten gibt es derzeit", berichtet Sebastian Kopf. "Vor etwa einem Jahr sind wir bereits ums Kornhaus geschlichen", berichtet Ina Kutschera, die gemeinsam mit ihrem Mann Marcel im Team aktiv ist.

Der M ietvertrag läuft zunächst über zwei Jahre. Bürgermeister Christ verwies darauf, dass sich das Kornhaus in städtischem Eigentum befinde. Als neue Nutzung nach der AOK wolle man in der Altstadt "einfach was anderes machen" - als Ergänzung zu Gastronomie und Einzelhandel. Die neuen Mieter bezeichnete er als "Kornhaustruppe".

"Wir sind kein Unternehmen", betonen Kutschera und Kopf auf ihrer Homepage. Sie sind "eine Initiative aus Bürgern, die nicht abwarten möchten, bis die Zukunft unser Städtchen erreicht". Sie möchten nach eigenem Bekunden den Wandel aktiv mitgestalten. Im Kornhaus soll bald ein "Ort für innovative, kreative Projekte" entstehen. Weiter beschreiben die Initiatoren das Kornhaus als "einen Ort, an dem man sich trifft, gemeinsam wächst und die Zukunft aktiv mit gestalten kann. "Hier gedeihen Businessideen, passiert Kreatives und sozialer Austausch; auf einen Kaffee oder zu einem Workshop. Als Co-Worker - gelegentlich bis täglich - oder als Besucher zu speziellen Events." Während im ersten Obergeschoss die Co-Worker an ihren Projekten feilen, stehe im Erdgeschoss die Tür für jeden offen.

"Das Kornhaus hat an Atmosphäre gewonnen", meinte Julian Christ. Von der Stadtverwaltung hätten sich insbesondere Stadtbaumeister Jürgen Zimmerlin und Nicoletta Arand, Leiterin Stabsstelle Bürgermeister, eingebracht.

Die Vision der Macher: "Im Kornhaus soll Community gelebt werden." Bis das so ist, müsse noch einiges passieren, ist ihnen bewusst. Dieser Ort der Begegnung entstehe nicht von allein. Nur wenn viele helfende Hände mit am Werk sind, werde die Vision vom Kornhaus Gernsbach sehr bald Realität.

Mit im Kornhaus aktiv sein werden Schüler der Klasse BK1 der kreiseigenen Handelslehranstalt. "Für uns ist das Gründerzentrum ein gefundenes Fressen", sagte Schulleiter Christian Bruder. Die Schüler seien eventuell Gründer von morgen. Die Eventure-Schülergenossenschaft will unter anderem ein Lastenrad mit Elektroantrieb anbieten und verleihen. Ebenso bieten Schüler ein Upcycling-Projekt an. Dort werden gebrauchte Produkte wieder aufgewertet. Upcycling will auch das Kreativ Kollektiv anbieten. "Als Kreisschule sind wir auch der Stadt Gernsbach verpflichtet", sagte Bruder.

Am 6. Dezember wird im Kornhaus nach dem Nikolausritt durch die Altstadt ein Kinderbastelworkshop angeboten. Und zum Weihnachtsmarkt am 14. und 15. Dezember gibt es den "Ersten Kornhaus-Wintermarkt", an dem verschiedene Firmen teilnehmen, zum Teil aus Gernsbach, die aber in der Bevölkerung noch nicht bekannt sind. Nähere Infos:

www.kornhaus-gernsbach.de

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