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"Nicht erschrocken" über den Zustand der Anlagen
'Nicht erschrocken' über den Zustand der Anlagen
23.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - Die Wasserversorgung war Hauptthema der jüngsten Sitzung des Weisenbacher Gemeinderats. Dieser hatte ein Strukturgutachen erstellen lassen, das Matthias Engelfried vom beauftragten Büro RBS wave im Gremium vorstellte. "Nicht erschrocken" sei er über die Situation, die er vorgefunden habe, beantwortete dieser die Frage von CDU-Rat Steffen Miles. Vielmehr seien die Anlagen in einem guten Zustand.

Bereits bei der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung wurde das Thema Wasserversorgung angesprochen, ob es künftig Verbandswasser geben soll, auch wenn dieses mit PFC belastet sei, oder wohin generell "die Reise bei der Wasserversorgung gehe?" Bürgermeister Daniel Retsch verwies darauf, dass das Gutachten lediglich vorgestellt werde und als Grundlage für künftige Beschlüsse des Gemeinderats dienen soll.

Zur Trinkwasserversorgung nutzt die Gemeinde vier Quellen (Riedmiß, Hohmiß I, und Hohmiß II, Wetzsteinbrunnen). Zentraler Speicher ist der Hochbehälter Gerstenland, von dort aus gibt es eine Hauptversorgungsleitung zum Netz der einzelnen Teilversorgungsgebiete (rechts der Murg, links der Murg und Ortsteil Au). Zum Ausgleich der wegen der Höhenunterschiede differierenden Drücke sind Druckminderventile im Leitungsnetz eingebaut. Es besteht derzeit kein Fremdwasserbezug.

Ziel des Gutachtens waren Untersuchung und Bewertung von Wassermenge und Qualität, Fernwasserversorgungsanschlüsse, die Ersatzwasserbeschaffung und dadurch die Erhöhung der Versorgungssicherheit sowie die Betriebsoptimierung und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit.

Der durchschnittliche Tagesverbrauch bei 2 545 Einwohnern lag im Zeitraum von 2007 bis 2017 bei 429 Kubikmetern, ein Grund dafür sei der Wasserverlust im Leitungsnetz. Für 2035 wird für 2 456 Einwohner mit einem Tagesbedarf von 336 Kubikmetern kalkuliert, erläuterte Engelfried die Grundlagen der Untersuchung.

Die Wasserbilanzanalyse habe ergeben, dass das tatsächliche Wasserangebot von 8,8 Litern pro Sekunde ausreichend für den derzeitigen und langfristigen durchschnittlichen sowie auch den maximalen Tagesbedarf sei.

In den Speicheranlagen wurden keine mikrobiologischen Überschreitungen nach der Trinkwasserverordnung im Untersuchungszeitraum von 2012 bis 2017 festgestellt. Die Qualität im gesamten Netz war sehr gut, so die Analyse.

Das Gutachen empfiehlt unter anderem einen digitalen Rohrnetzplan, die Optimierung des Betriebs mit der Stilllegung einiger Druckminderventile und die Vereinfachung der Netzstruktur, die Bilanzierung der Wasserverluste sowie den systematischen und sukzessiven Austausch von Leitungen bei Straßen- und Tiefbauarbeiten.

Ein Löschwasserkonzept soll mit der Feuerwehr und der Feuerwehrbehörde ausgearbeitet werden. Für die Hygiene ist ein Spülkonzept erforderlich.

Keine sinnvollen Möglichkeiten gebe es, zur Notwasserversorgung die Eigenwassernutzung durch das Erschließen von weiteren Quellen auszubauen. Auch sei ein Anschluss an eine Fernwasserversorgung nicht möglich.

Deshalb sollen Bezugsmöglichkeiten aus dem Umland für eine gegenseitige Notwasserversorgung geprüft werden. Denkbar wäre eine Verbindung zum Versorgungsnetz Langenbrand oder zum Hochbehälter nach Hilpertsau, dazu wäre allerdings eine Leitung von rund 2,5 Kilometern Länge erforderlich. Die Kosten dafür seien allerdings "eine Hausnummer", wie Engelfried sagte. Auch könnte eine Verbindung zum Ortsnetz in Hilpertsau geschaffen werden. Die von dort lieferbare Wassermenge sei aber derzeit nicht abschätzbar. Zu klären wäre auch die Frage der Hygiene in den Rohrleitungen, wenn im Bedarfsfall die Notwasserversorgung schnell gebraucht werde.

Das Strukturgutachen ist ein "Einstieg in ein sehr komplexes Thema", lautete der Kommentar von Steffen Miles. Es gebe "genug Wasser in sehr guter Qualität", resümierte Uwe Rothenberger (Freie Wähler).

Der Gemeinderat nahm das Gutachten einstimmig zur Kenntnis. Es dient als Grundlage für die in den kommenden Jahren nötigen Investitionen für die Wasserversorgung. Die Reihenfolge werde unter Berücksichtigung der wasserwirtschaftlichen Prioritäten sowie der Finanzierbarkeit festgelegt. Der Gemeinderat werde zu gegebener Zeit über die erforderlichen Schritte beraten, erläuterte der Bürgermeister.

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