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Kritik am Flächenverbrauch
Kritik am Flächenverbrauch
23.11.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj ) - Mit sieben Gegenstimmen aus den Reihen der Grünen und der CDU hat der Gemeinderat mehrheitlich den Entwurf des Bebauungsplans Eben II in Hilpertsau für die Offenlage gebilligt. "Die Nachfrage ist da", betonte Ortsvorsteher Walter Schmeiser, der auch darauf verwies, dass der Ortschaftsrat mit großer Mehrheit hinter dem Baugebiet steht (wir berichteten).

"Das Baugebiet wird gebraucht", meinte Bernhard Wieland (CDU). Er sprach allerdings von Schwierigkeiten, was den Ausgleich für den Flächenverbrauch betrifft, der schon bei Eben I nicht geklappt habe. Diesbezüglich forderte er die Stadt zu entsprechenden Kontrollen auf.

Sein Fraktionskollege Stefan Eisenbarth begründete mit dem Nichteinhalten der Satzung von Grundstücksbesitzern und Häuslebauern in Eben I seine Ablehnung gegenüber Eben II. Im Blick auf den nicht unerheblichen Eingriff in die Natur, der durch das Baugebiet Eben entstand und entsteht, hat man beim Satzungsbeschluss zum Beispiel vorgegeben, insektenfreundliche Straßenlampen zu installieren und Grünflächen auf öffentlichen Wegen zu schaffen. Auch müssen Privatleute auf ihren Grundstücken ab 300 Quadratmetern Fläche einheimische Baumarten pflanzen. Stattdessen sehe man Palmen und Bananen, monierte Eisenbarth: "Ich glaube nicht, dass die Satzung in Eben II umgesetzt wird."

Walter Schmeiser (Freie Bürger) wies diese Bedenken zurück. Schon bei Eben I habe der Obst- und Gartenbauverein Obertsrot-Hilpertsau, dessen Vorsitzender Schmeiser ist, die Grundstücksbesitzer dabei unterstützt, einheimische Gehölze zu pflanzen - das werde auch bei Eben II der Fall sein. Der Ortsvorsteher nannte die Erweiterung des Baugebiets einen "weiteren Schritt zur positiven Entwicklung von Hilpertsau". Dieser Einschätzung pflichtete Dr. Irene Schneid-Horn bei. Die Sozialdemokratin machte sich zudem dafür stark, beim Verkauf von städtischen Grundstücken künftig einen Familienbonus zu gewähren, schließlich sei bauen heutzutage sehr teuer.

Kritik an der Ausweisung von Eben II kam von den Grünen. Stefan Krieg nannte den neuerlichen Flächenverbrauch einen "Wahnsinn", der in keinem Verhältnis zum Nutzen stehe. Zudem verwies er wie Eisenbarth auf das Missverhältnis zwischen der "unwiederbringbaren Zerstörung von Naturräumen" und den dafür vorgesehenen Ausgleich. Demnach müssten als Ersatz für Fledermaus-Habitate 80 Bäume gepflanzt werden. Dafür sei aber kein Platz - also pflanzt man nur 40. Die Konsequenz daraus müsste laut Krieg aber sein, dass man auch das Baugebiet von der Fläche her halbiert. Die Fraktion der Grünen stimmte komplett gegen Eben II, hinzu kamen drei Nein-Stimmen von der CDU. Der Rest des Gemeinderats stimmte für den Entwurf und schickte ihn in die Offenlage.

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