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Eineinhalb Schwarzenbach-Staumauern
Eineinhalb Schwarzenbach-Staumauern
28.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Der Ausbau des Forbacher Pumpspeicherkraftwerks (PSKW) der EnBW war am Dienstagabend Thema der Gemeinderatssitzung in Forbach. Projektleiter Ulrich Gommel informierte das Gremium über den aktuellen Sachstand. An der grundlegenden Planung für ein Kavernenkraftwerk als neue Unterstufe habe sich nichts geändert. Bisher habe es keine Einwendungen nach der erfolgten Offenlage der Planungen gegeben, zog er eine positive Zwischenbilanz.

Für die reine Unterstufe rechnet das Energieunternehmen mit Kosten von ungefähr 130 Millionen Euro. Rund vier Jahre Bauzeit sind veranschlagt. Das zweite Projekt, eine neue Oberstufe, die für das Pumpspeicherkraftwerk beim Seekopf gebaut werden soll, ruht derzeit. Es werde in gewissen Abständen überprüft, um zu entscheiden, ob ein weiteres Planfeststellungsverfahren begonnen werden soll.

Für die jetzige Planung ist ein neues Becken nicht erforderlich. Das Oberbecken für die Modernisierung des Fettweiswerks bleibt die Schwarzenbach-Talsperre. Das jetzige Projekt ist ein Ersatz für die bestehende Anlage mit einer Erweiterung zum vollständigen Pumpspeicherkraftwerk. Die Kraftwerkstechnik wird in einer Kaverne im Berg verschwinden (das BT berichtete).

Das Fettweiswerk, das im vorigen Jahr 100 Jahre alt wurde, bedürfe einer Umstrukturierung. Die vorgesehene Erweiterung sei ein klares Bekenntnis zur Standortsicherung, auch für die Ausbildung.

Im Gemeinderat beantwortete der Projektleiter vorher eingereichte Fragen. So ist beim "Schneidersköpfle" eine Auffüllfläche von rund 7,5 Hektar für die etwa 450 000 Kubikmeter Ausbruchmaterial, das beim Stollen- und Kavernenbau anfällt, geplant. Etwa eineinhalb mal das Volumen der Schwarzenbach-Staumauer, verdeutlichte Grünen-Gemeinderat Hubert Reif die Größenordnung.

Der Transport erfolge per Lkw über B 462 und L 83, rund 150 Fahrten täglich, rund zehn bis 15 Prozent mehr auf der Bundstraße als bisher, so Gommel. Auf der L 83 wäre es eine Verdopplung der Fahrzeugzahl in der Haupt-Ausbruchszeit von rund 18 Monaten. Das Material könnte beim Bau eines neuen Oberbeckens beim Seekopf für die Staumauer verwendet werden. Kommt der Ausbau nicht, werde das Gelände modelliert und begrünt, dann könne dort wieder Wald wachsen. Zum Abfahren des Materials wird ein "Schutterstollen" mit Portal beim Parkplatz oberhalb des Werks an der B 462 errichtet. Das Gemeindegebiet werde so nicht zusätzlich belastet. Wohl aber gebe es Zulieferverkehr.

In Spitzenzeiten bis

zu 400 Beschäftige

Es sei auch kein zentrales Baulager vorgesehen. Die bis zu 400 Beschäftigten, die in Spitzenzeiten am PSKW arbeiten werden, sollen in Gastronomie, Ferienwohnungen oder Hotels untergebracht werden,

Mit Lärmbelästigungen rechnet er zu Beginn der Arbeiten, entsprechende Schutzwände sind vorgesehen. Je weiter die Stollen in den Berg vorangetrieben werden, desto weniger sei zu hören, dies gelte auch für die nötigen Sprengungen. Gommel rechnet mit einem Zeitraum von etwa drei Monaten, "dann sind wir tief im Berg drin". Schichtbetrieb rund um die Uhr im Inneren ist beim Tunnelbau vorgesehen, die "Schotterung", das ist das Ausbringen des Materials, allerdings nur bei Tag.

Holznutzung und Wegesperrungen waren weitere Themen der Fragen. Darüber werde entsprechend dem Verlauf der Arbeiten entschieden. Keine Beeinträchtigungen gebe es für die Wasserversorgung, das sei im hydrologischen Gutachten fixiert. Erste Ausschreibungen für die Erweiterung sind bereit erfolgt. Die Entscheidung des Aufsichtsrats der EnBW für den Bau könnte, wenn alle Genehmigungen vorliegen, Ende 2020 fallen. Ausschlaggebend sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

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