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Aus Krankenhaus wird Pflegeheim
Aus Krankenhaus wird Pflegeheim
29.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Das oberste Ziel ist die Qualität der Operationen, die dazu erforderlichen Zahlen können in Einrichtungen unter 200 Betten nicht erreicht werden. "Kleine Häuser haben keine Chance", so fasste Jürgen Jung, der kaufmännische Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden, im Forbacher Gemeinderat die aktuelle Lage der Krankenhäuser zusammen. Größere Einheiten böten bessere Qualität. Diese Situation im Gesundheitswesen sei ursächlich, dass das Forbacher Krankenhaus zu einer Pflegeeinrichtung umgewandelt werde (das BT berichtete).

Als Akutkrankenhaus habe die Klinik keine Zukunft, bedauerte Jung, "das ist leider so". Die Bevölkerungszahlen in Forbach und dem Murgtal seien rückläufig, das wirke sich auch auf die Patientenzahlen aus. Die geforderten Fallzahlen für Operationen seien nicht mehr erreicht worden. Ein weiteres Problem sei der Fachkräftemangel. Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden als Gesellschafter des Klinikums stehen zu den Standorten, machte Jung deutlich.

In Forbach wird derzeit eine Kurzzeitpflege mit zwölf Plätzen angeboten. Die ehemalige Chirurgie soll zu einer Pflegeeinrichtung umgebaut werden. Dazu sind Fördermittel von 1,01 Millionen Euro aus dem bundesweiten Krankenhausstrukturfonds bewilligt. Forbach sei das einzige Haus in ganz Deutschland, das Fördermittel für die Umwandlung von einem Akutkrankenhaus in eine Pflegeeinrichtung erhalten hat. Eine neue Langzeit-Pflegestation mit 40 bis 50 Plätzen in Einbett-Zimmern soll im zweiten Obergeschoss entstehen,

Der Umbau der ehemaligen Küche zu einer Tagespflegeeinrichtung ist im Gange. Diese wird von der Sozialstation Forbach-Weisenbach betrieben.

Die Mietverträge für die allgemeinmedizinische Praxis von Daniela Lerch-Kazakis sind verlängert, sie bleibt erhalten. Es sollen auch Sprechstunden mit Chefärzten aus Baden-Baden und Rastatt angeboten werden, dazu brauche es die erforderliche Genehmigung, erläuterte Jung.

Auch soll es künftig ambulante Augenoperationen geben. Die DRK-Rettungswache zieht in den Bereich der bisherigen Liegend-Anlieferung um. Die Verlagerung der Geriatrie von Forbach nach Bühl werde frühestens zum 1. Juli 2020 erfolgen, die Verlagerung der Inneren Medizin nach Rastatt und Baden-Baden ebenfalls frühestens zum 1. Juli. Rund 50 Arbeitsplätze wird es nach der Umstrukturierung noch geben, derzeit sind es 71, erläuterte Jung. Den Mitarbeitern werden Plätze in anderen Einrichtungen des Klinikums angeboten, und beim DRK und der Sozialstation würden auch Mitarbeiter gebraucht.

"Wir müssen die bittere Pille schlucken", brachte Grünen-Rätin Margrit Haller-Reif die Situation auf den Punkt. Sie bedauerte, dass wirtschaftliche Aspekte über dem Patientenwohl stünden. Es bestehe nach wie vor der Wunsch der medizinischen Grundversorgung im Ort. Heike Schillinger (SPD) erinnerte daran, dass es vor Jahren Bestrebungen gegeben habe, das Krankenhaus und eine Pflegeeinrichtung in Forbach zu haben. Sie wies darauf hin, dass der Rettungsdienst bei Notfällen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen gesichert sein müsse. Sollte kein Fahrzeug zur Verfügung stehen, müsse ein Helikopter fliegen, bekräftigte Jürgen Jung. "die Rettungskette muss gewährleistet sein."

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