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Beruf: Techniker - Berufung: Künstler
30.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gaggenau - Wer mit Bernd Gernsbeck eine Verabredung hat, muss nach seinem Haus in Selbach nicht lange suchen. Eine Holzskulptur, von ihm "Windungen" genannt, ist im Vorgarten nicht zu übersehen. Ein erster Hinweis auf das Hobby des Selbachers, der heute seinen 75. Geburtstag feiern kann.

Eigentlich ist der Jubilar ein Wahl-Selbacher. Geboren wurde er am 30. November 1944 in Forbach. Nach der Schule begann er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser mit späterer Weiterbildung zum Techniker bei Mercedes-Benz in Gaggenau. Der heute 75-Jährige blieb bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand der Autoschmiede treu.

Auch in anderer Hinsicht bewies er Treue. Von Langenbrand, dem Geburtsort seiner Ehefrau Klärchen, zog es das Paar 1978 nach Selbach, in das neugebaute Heim in der Hepplerstraße. 30 Jahre lang engagierte sich Gernsbeck im Ortschaftsrat für sein Dorf. Außerdem war er stellvertretender Ortsvorsteher. Vier Jahre bestimmte er die Entwicklung von Gaggenau als Gemeinderat mit. Oftmals legten er und der damalige Ortsvorsteher Bruno Hartwig gemeinsam Hand an, wenn es im Dorf etwas zu richten galt. Viel Aufhebens darum möchte er jedoch nicht machen.

Auch der Männergesangverein Liederkranz kann seit 38 Jahren auf Gernsbecks Stimme zählen. Schon bald nach dem Umzug nach Selbach trat er dem MGV bei. Doch ein Engagement nur als Sänger war seine Sache nicht. 24 Jahre stand er als Vorsitzender an der Spitze. Zuvor war er sechs Jahre als Kassierer tätig. Zwischenzeitig wurde er von den Sängern zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die Murgtalgruppe des Mittelbadischen Sängerkreises konnte 15 Jahre ebenfalls auf seine Tatkraft als Vorsitzender bauen. Noch heute gehört er dem MSK als Präsidiumsmitglied an. Nicht zu vergessen sind seine 14-jährigen Aktivitäten für die Pfarrgemeinde als Pfarrgemeinderat.

Religiös motiviert sind auch viele seiner Holzkunstwerke, denen er sich mit Akribie widmet. Seiner gestalterischen Fantasie entsprangen zum Beispiel die Kreuze vor der Kirche St. Nikolaus . Sie verweisen auf Lebenswege, ebenso wie die Hinweisschilder auf die kleine Kapelle in Richtung Baden-Baden. Auch die drei Ortseingangstafeln fertigte er an. Diese werden von ihm regelmäßig überarbeitet. Nicht vergessen werden darf die Sängerfigur, die den Sängerbrunnen ziert, und die Holzreliefkarte vor dem Selbacher Rathaus.

Ein Ensemble aber ragt aus den anderen heraus: Das aufwendig hergestellte Kunstwerk, einer Konzertmuschel nicht unähnlich, steht im Eingangsbereich des Selbacher Friedhofs. Vor einer dreidimensional geschnitzten Sonne ordnete der Künstler ein Holzkreuz mit dem Gekreuzigten an, schwebend über dem Erdenrund. Darauf abgebildet sind detailgetreu alle Länder der Welt. Auf einer Tafel davor ist zu lesen: Krippe, Kreuz, Auferstehung, Erlösung der Welt.

Damit wären wir bei der zweiten großen Leidenschaft des Vaters einer Tochter und Großvaters zweier Enkel, angekommen: das Schreiben von Gedichten. Der Mensch, der Schutz des Klimas, der Natur und des Waldes sind ihm dabei wichtig, erklärt der Selbacher.

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