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Nachwachsenden "Superrohstoff" verstärkt nutzen
Nachwachsenden 'Superrohstoff' verstärkt nutzen
02.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gernsbach - Unter dem Titel "Holz - ein vielseitiger Rohstoff" beleuchtet die neue Sonderausstellung im Infozentrum Kaltenbronn die mannigfachen Einsatzmöglichkeiten der wichtigsten heimischen stofflichen Ressource. Konzipiert wurde die am Freitag eröffnete Schau von 24 Studierenden der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg.

"Es kommt drauf an, was man draus macht", lautete vor einigen Jahren ein Slogan der Betonindustrie. Bei der Verwendung von Holz gibt es solche massiven Imageprobleme trotz einiger angesichts der jüngsten Waldschäden aufgekommenen Diskussionsbeiträge nicht. Gerade in den Zeiten der Klimakrise scheint die verstärkte Nutzung dieses nachwachsenden Rohstoffs das Gebot der Stunde zu sein. Dies jedenfalls war auch die zentrale Aussage, die in den Reden zur Ausstellungseröffnung immer wieder aufschien.

Der Hauptamtsleiter der Stadt Gernsbach, Thomas Lachnicht, schlug bei der Begrüßung einen großen Bogen vom Essener Rap-Duo "257ers" und ihrer mit Platin ausgezeichneten Single "Holz" über den Kaltenbronn als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Baden-Württembergs bis zur Ästhetik und den großen Einsatzmöglichkeiten des Naturprodukts. "In der CO 2 -Bilanz ist es unschlagbar", sagte Lachnicht, der auch eine Songzeile aus "Holz" zitierte: "Es beginnt ein neues Leben, wenn ein Baumleben endet."

Professor Dr. Bertil Burian, der die an der Ausstellung beteiligten Studierenden des siebten Semesters betreute, nannte einige interessante Fakten. Der Holzvorrat sei in Deutschland mit 3,7 Milliarden Kubikmetern größer als der von Schweden oder Finnland. Jährlich wüchsen 120 Millionen Kubikmeter nach, genutzt würden je nach Statistik knapp die Hälfte bis etwa zwei Drittel davon. "Es ist also noch sehr viel Luft nach oben", warb er für die Verwendung eines "Superrohstoffes". Dabei nahm er vor allem den Hausbau in den Blick, wo er noch viel Potenzial sah.

Ein Kubikmeter Holz speichere 917 Kilogramm CO 2 oder umgerechnet das Gewicht eines Kleinwagens, damit könne dieses Auto 9.500 Kilometer "klimaneutral" fahren. Voraussetzung sei, das Holz in eine "langfristige stoffliche Verwendung" zu bringen, um so Platz für neue Bäume zu schaffen, die selbst wieder das im Übermaß klimaschädliche Gas speichern.

Statt ein "romantisches Waldbild" zu pflegen, gehe es darum, den "Mehrwert einer aktiven Holznutzung deutlich zu machen". Burian verhehlte nicht, dass damit auch ein Zielkonflikt zwischen "Klima- versus Artenschutz" verbunden sei.

Die Leiterin des Infozentrums Kaltenbronn, Kristina Schreier, sagte in ihrem Schlusswort, dass sie vom Konzept der Studierenden "überrascht" gewesen sei. Sie hoffe, dass jeder Besucher künftig "überall Holz sehen würde", das in vielen alltäglichen Verwendungen stecke.

Beispiele dafür bietet die Ausstellung reichlich. Ob Möbel, Musikinstrumente, Haushaltsgegenstände, Spielzeug, Schmuck oder Papier - überall findet sich Holz als Roh- oder Werkstoff. Von der Vielfalt der Bäume bis zur Vielfalt der holzverarbeitenden Industrie wird die ganze Wertschöpfungskette dargestellt. Auch spezielle Angebote für Kinder und spielerische Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Thema wie ein "Holz-Memory" fehlen nicht.

Zu sehen ist die Sonderausstellung im Auerhahn-Pavillon zu den Öffnungszeiten des Infozentrums, mittwochs bis freitags von 13 bis 17 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr.

www.infozentrum-kaltenbronn.de

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