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Geschenk des Himmels aus Indien
Geschenk des Himmels aus Indien
11.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Katharina Vogt

Forbach/Weisenbach - Pfarrer Thomas Holler hat es bereits in allen Sonntagsgottesdiensten verkündet: 2020 werden drei Schwestern aus der indischen Stadt Chennai (früher Madras) ins Murgtal kommen, um hier als kleine Gemeinschaft zu leben und in der katholischen Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach sowohl in der Sozialstation, in den Kindergärten als auch in der Pfarrei zu arbeiten.

Die Schwestern Sr. Glora, Sr. Jacqueline und Sr. Shaiji sind "Sisters of Saint Anne-Madras". Dies ist eine relativ junge und sehr lebendige Ordensgemeinschaft mit weltweit mehr als 700 Schwestern in über 130 Niederlassungen. Die im Murgtal ist jetzt bereits die vierte in Deutschland. Eine davon befindet sich in Boxberg, in der Pfarrei des gebürtigen Forbacher Pfarrers Edgar Wunsch.

In den letzten Monaten hat der Pfarrgemeinderat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, und Pfarrer Holler weilte Anfang Oktober selbst für wenige Tage in Indien, um die drei Schwestern und die Ordensgemeinschaft zu besuchen. Er berichtet, dass er die Schwestern als tiefgläubige und ausgesprochen liebenswürdige Menschen kennengelernt hat. Spontan hat er dort einen kleinen Film als Vorstellung für den Pfarrgemeinderat gedreht. "Alle diese Schritte haben bewusst ohne Öffentlichkeit stattgefunden, aber nicht aus Geheimniskrämerei, sondern um keine falschen Hoffnungen zu wecken, die sich dann vielleicht doch nicht erfüllen lassen", erzählt Pfarrer Holler.

Nun aber hat das Erzbistum Freiburg grünes Licht gegeben und der Pfarrgemeinderat fasste die entsprechenden Beschlüsse, damit sich das Vorhaben verwirklichen lässt. Die kleine Ordensgemeinschaft wird im Pfarrhaus in Bermersbach wohnen, das sich laut Pfarrer mit wenig Aufwand dafür herrichten lässt. Voraussichtlich werden die Schwestern im Juni ins Murgtal kommen, dann werden sie erst die Sprachschule besuchen. "Bis dahin geht es auf Englisch und mit Händen und Füßen", da ist sich Pfarrer Holler sicher.

Er weiß, dass die drei Schwestern, die 28, 30 und 54 Jahre alt sind, sich sehr auf ihren Einsatz im Murgtal freuen, aber er hofft besonders am Anfang auf Unterstützung durch die Gemeinde: "Etwa Fahrdienste, Beistand bei Behörden oder in alltäglichen Dingen. An erster Stelle fühle ich mich dafür verantwortlich. Aber es wäre schön, wenn viele mithelfen würden, damit die Schwestern sich hier schnell einleben und mit den Leuten in Kontakt kommen könnten", betont der Pfarrer.

Dass in der Seelsorgeeinheit nun ein kleines Kloster eröffnet werde, ist für den Pfarrer ein Hoffnungsschimmer in einer Zeit, in der in Europa immer mehr Klöster geschlossen werden. Er ist überzeugt, dass "wenn die Schwestern bei uns auch nur annähernd so herzlich und wohlwollend aufgenommen werden wie unsere anderen Freunde aus aller Welt, werden sie sich hier zu Hause fühlen und eine sehr segensreiche Rolle für die Zukunft unserer Gemeinde spielen".

Für ihn ist das Kommen der Schwestern "ein Geschenk des Himmels: Sie sind Menschen, die ihr Leben ganz in den Dienst Gottes stellen, die in unseren Ortschaften als glaubende und betende Menschen sichtbar präsent sein werden". Wenn die Schwestern auf Ablehnung und Befremdung stoßen sollten, ist sich Pfarrer Holler sicher, dass sie mit der Situation umgehen können: "Sie kommen aus einem Land, in dem die Christen in der Minderheit sind und zunehmend an den Rand gedrängt werden, mehr noch als bei uns, dennoch oder gerade deshalb strahlen sie eine spürbare Freude am Glauben und Leben aus."

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