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Fulminantes Konzert mit Paukenschlag
Fulminantes Konzert mit Paukenschlag
11.12.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (wof) - Mit einem abwechslungsreichen Programm begeisterte der Musikverein Lautenbach am Zweiten Advent die Besucher im voll besetzten Bürgerhaus. Für den langjährigen Vorsitzenden Günther R. Merkel war es das letzte Konzert in leitender Funktion. Er kündigte für Außenstehende überraschend seinen Rückzug an.

Der MV Lautenbach gehört zu den Vereinen, die zielgerichtet Nachwuchsarbeit betreiben. Das Resultat ließ sich in Gestalt der zehnköpfigen Jugendkapelle hören, die mit flotten Rhythmen Einblick in den Ausbildungsstand gab. Erst im September stießen fünf Jungmusiker neu hinzu, die die vor zwei Jahren in Kooperation mit der Grundschule Scheuern eingerichtete Bläserklasse erfolgreich absolviert haben. Auch für die neue Bläserklasse 2019 bis 2021 haben sich wieder vier Mädchen und drei Jungen angemeldet, die im Rahmen des Konzerts einzeln vorgestellt wurden.

Kapitän verlässt nach neun Jahren das Schiff

Nach zwei Liedern der "Weihnachtsbläser" leitete dramatisch intonierte Musik aus "Jurassic Park" zum Hauptteil des Konzerts mit dem Orchester der Lautenbacher Musikanten über. In starkem Kontrast dazu wurde der Queen-Klassiker "Love of my Life" unter dem Dirigat von Patrick Pirih gefühlvoll und mit geschmeidigen Klangflächen gegeben. Das Medley aus dem Musical "Grease" gefiel mit viel Drive, wobei vor allem die Up-Tempo-Nummer "We Go Together" herausragte.

Das irische Volkslied "Carrickfergus" erklang in einer Version für Tenorhorn und Orchester. Der Solist Holger Wunsch verstand es, den stimmungsvollen Charakter des Stücks sehr schön wiederzugeben. Dass den Lautenbachern Tempo liegt, zeigte sich auch beim ausgesprochen schwungvollen "Graf Mercy Marsch", der zum ersten, aber nicht zum letzten Mal an diesem Nachmittag zum Mitklatschen einlud.

Den volkstümlichen Schlager "So schön ist Blasmusik" spielte die Kapelle in einem erfrischend modern wirkenden Arrangement. Ein weiteres großes Solo gehörte Stefan Weiss an der Posaune. Beim gewählten Titel "Bilitis" aus dem gleichnamigen Film bewegte sich das Orchester meist nur dezent im Hintergrund und überließ so dem Posaunisten die große Bühne. Mit dem "Walzer Nr. 2" von Dmitri Schostakowitsch zog ein Hauch russischer Schwermut in das Lautenbacher Bürgerhaus.

Umso fröhlicher wirkte gleich im Anschluss die "Eddi Polka" der Egerländer Musikanten. "Es ist ein Metier, in dem wir uns gerne bewegen", berichtete der Moderator des Konzerts, Vizedirigent Luzian Mörmann, was sich an der gezeigten Spielfreude unschwer erkennen ließ.

Schier aus dem Häuschen geriet das Publikum beim bravourös gespielten "Mallet Man" mit David Wunsch am Xylophon. Dieser schlug von Beginn an ein rasantes Tempo an, das er zum Schluss sogar noch zu steigern vermochte. Gleich zwei Zugaben erklatschten sich die Zuhörer. Rebecca Regending, ansonsten mit Klarinette und Saxofon musikalisch unterwegs, bewies im Finale ihr bemerkenswertes Gesangstalent mit einer berührenden Wiedergabe von "Memory" aus "Cats".

Mit dem Konzertmarsch "Der Kometenflug" und einer Wiederholung von "Memory" als Zugaben schien das Konzert einen üblichen Schluss gefunden zu haben, doch es folgte noch ein Paukenschlag. Günther R. Merkel, der vor neun Jahren als Kapitän auf das Schiff MV Lautenbach gegangen war, teilte mit, dass er das Steuer in neue Hände geben wolle. Viele Klippen seien umschifft, Untiefen umfahren worden, meinte der 75-jährige Hobbysegler.

Jetzt liege der richtige Kurs an, das Boot steuere auf neue Ufer zu. Es sei Zeit für ihn, auf Wiedersehen zu sagen, ließ sich wie einst Hans-Joachim Kulenkampff bei "Einer wird gewinnen" Mantel, Schal und Hut reichen und verließ die Bühne.

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