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Verhandlungserfolg ein Fortschritt für die Bürger
Verhandlungserfolg ein Fortschritt für die Bürger
12.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Die jüngste Versammlung des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal (WVV) hat hohe Wellen geschlagen. Der öffentlich ausgetragene Zwist zwischen den Bürgermeister-Kollegen aus Gernsbach und Kuppenheim, Julian Christ und Karsten Mußler, förderte eine offenkundige Unzufriedenheit in der Verbandsführung zutage.

Während die Stadt Gernsbach eine Umstrukturierung forciert, dürfte die rund 23 000 betroffenen Bürger in erster Linie interessieren, wie sie als Wasserkunden künftig bedient werden - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der nach wie vor akuten PFC-Problematik. Wie berichtet, ist durch anonyme Bluttests erwiesen worden, dass Trinkwasserkonsumenten des WVV aus Gernsbach und Kuppenheim erhöhte PFC-Werte aufgewiesen haben. Trotzdem war Bürgermeister Christ als Vorsitzender des WVV bisher bei keiner einzigen der zahlreichen PFC-Krisensitzungen des Landkreises vor Ort. Auf BT-Anfrage, warum das so ist, lässt der Rathauschef mitteilen, dass der WVV durch die technische Betriebsführung und die technische Leitung des Verbandes dort stets vertreten sei. "Damit zeigen wir als Verband, wie ernst wir die PFC-Problematik nehmen. Im Übrigen zählt für die Bürger nicht die Präsenz bei Expertenforen, sondern es geht darum, technische Lösungen zur Verbesserung unseres Wassers umzusetzen", erklärt Christ: "Mit der angedachten Aktivkohlefilterung des Netzwassers sowie mit der in Umsetzung befindlichen Konzentrat-Aufbereitung tun wir genau das. Dort, wo es Sorgen der Bürger gibt, wie zuletzt mit der Trinkwasserinitiative Kuppenheim, stehe ich selbstverständlich auch persönlich für Termine zur Verfügung."

Mitarbeiter -Entlastung ein wesentlicher Vorteil

Zu den Vorwürfen, seinen Stellvertreter im WVV, Karsten Mußler, nicht über die Verhandlungen mit der Stadt Gaggenau bezüglich der Übernahme der Verbandsverwaltung durch die Stadtwerke Gaggenau informiert zu haben, verweist Christ darauf, dass "verbandsinterne Abläufe grundsätzlich nicht kommuniziert" würden und dass die Suche nach einer guten Lösung nicht einfach gewesen sei. Zum Wechsel der Verbandsverwaltung nach Gaggenau hält Bürgermeister Christ fest: "Dies stellt eine erhebliche Entlastung der Stadtverwaltung und gleichzeitig eine weitere Professionalisierung der Wasserversorgung dar. Diese Tatsachen sind ein Fortschritt für die Bürger und ein beachtlicher Verhandlungserfolg für die Stadt Gernsbach, da die Aufgaben der Verbandsverwaltung erstmals seit mehr als 50 Jahren nicht mehr im Nebenberuf in Gernsbach erledigt werden."

Entschieden weist Bürgermeister Christ Gerüchte zurück, wonach die städtischen Mitarbeiter Benedikt Lang (Kämmerer der Stadt und bisher Finanzverwalter beim WVV) und Jürgen Zimmerlin (Bauamtsleiter bei der Stadt und bisher technischer Leiter im WVV) jeweils für ihre Verbandstätigkeiten 1 000 Euro monatlich erhalten haben sollen. "Der tatsächliche Betrag lag bis letztes Jahr bei 200 Euro brutto (seit 2019: 300 Euro brutto) und spiegelte damit keinesfalls die Verantwortung für eine technische oder kaufmännische Leitung wider", betont Christ: "Die Erledigung der Verbandsgeschäfte erfolgte innerhalb der regulären Arbeitszeit als auch in der Freizeit, wobei den Amtsleitern im Gegenzug sechs Stunden pro Monat/pro Verband abgezogen wurden. Dies entsprach allerdings nicht der tatsächlichen Arbeitsbelastung. Für die Arbeitsverhältnisse gab es separate Arbeitsverträge."

Der Gernsbacher Gemeinderat nimmt die Änderungen im WVV wohlwollend zur Kenntnis. Das BT hatte allen Fraktionen und der AfD vier Fragen zum Thema gestellt, die jedoch vonseiten der Stadtverwaltung einheitlich beantwortet wurden. Diese Antworten teile man vollumfänglich und sehe keinen Anlass, sich weitergehend zu äußern, teilten SPD und Freie Bürger mit.

Als "wesentlichen Vorteil" sieht die CDU die Kündigung der Leitungsfunktionen im WVV, wodurch Zimmerlin und Lang "mehr Zeit für das Tagesgeschäft und Projektarbeit in der Verwaltung haben". Viele Projekte hätten noch nicht in Angriff genommen werden können oder seien nicht im Zeitplan, moniert die CDU. Deshalb sei dies positiv zu werten, auch weil weitere Mitarbeiter der Verwaltung so im Tagesgeschäft entlastet würden.

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