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Lachvergnügen zum Kringeln
Lachvergnügen zum Kringeln
17.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Forbach - Der Theaterabend in der voll besetzten Bermersbacher Festhalle hatte es in sich. Im ersten Teil stellten die Sängerinnen und Sänger des Chors Coro da Capo ihr sängerisches Potenzial unter Beweis: weihnachtlich, bravourös, gut arrangiert und stimmlich ansprechend. Im zweiten Teil des Programms sorgte die Theatergruppe für viel Heiterkeit mit der Komödie "Natur pur".





Der gemischte Chor bedauerte bei Faith Hills "Where are you Christmas" verlorene Weihnachtsgefühle und hoffte mit Matthias Böhringers "Spirit of Brotherhood" mit Gospelanklängen auf Vernunft der Menschen. Die Sängerinnen und Sänger präsentierten mit Markus Detterbecks Popballade "You're a Song to me" eine Liebeserklärung an die Musik und rieten mit dem Silbermond-Titel "Leichtes Gepäck", nicht alles so schwer zu nehmen, sich auch von beschwerendem Ballast zu trennen.

Danach nutzte Elke Krieg, im Vorstand der Singgemeinschaft Deutsche Eiche tätig, die Umbaupause auf der Bühne, um dem Dirigenten Michael Späth für sein musikalisches Wirken zu danken. Zugleich galt ihr Dank der Regisseurin der Laientheatergruppe, Sonja Wiederrecht, und der Souffleurin Eveline Warth. Damit machte sie auf den zweiten Teil des Abends neugierig, denn danach nahm der Abend so richtig Fahrt auf. Zusätzlich zu den Chorvorträgen hatte der Verein den Gästen einen Mehrfachgenuss versprochen - durch die Aufführung von Bernd Gombolds Theaterstücks "Natur pur".

In drei Akten erlebte das Publikum ein Tohuwabohu mit der Gefahr eventuell eintretender lachbedingter Zwerchfellschmerzen.

Spielfreude und



Körpereinsatz

In ihren etwa zwanzig Proben gab Wiederrecht zwar die Ideen und Richtung vor, doch die Feinheiten "entwickelten sich im Spiel der elf Laien-Mimen wie ganz von selbst", wie die Regisseurin betonte. Dabei reichten die Theatererfahrungen vom Neuling bis hin zum "alten Hasen". Jeder der Schauspieler schien sich mit seiner Rolle zu identifizieren, mit überbordender Spielfreude und auch mit überraschendem Körpereinsatz. Atemlos waren die Aktionswechsel, die Dialoge gepfeffert, die Situationskomik überwältigend.

In dem Dreiakter ging es von Anfang an gleich hoch her, als Oma Maria (Inge Uibel), statt ins Café, wie bei einem 75. Geburtstag zu erwarten gewesen wäre, alle ihre Lieben in den familieneigenen Wald samt Hütte einlud - dorthin, wo die Familie einst wunderbare Ferientage verbrachte. Doch lange ist das her, Sohn Erich (Hans-Joachim Bleier) versteht sich nicht mit seiner Schwester Martha (Karin Schmid), hält aber auch nichts von seinem noch zu Hause wohnenden Bruder Rudi (Franz Haist). Zum Entsetzen von Erichs stets spraybewaffneter Frau Lydia (Nicole Wunsch) ist ja auch so mitten im Wald allerlei, was da so kreucht und fleucht, eben "Natur pur", zur Freude jedoch von Enkelin Christine (Anna Mittermeier).

Als ein schwarzer, geldgefüllten Beutel auftauchte, sind die Dollarzeichen in den Augen der Familienmitglieder unübersehbar. Alle überbieten sich in Schmeicheleien und Nettigkeiten, und das nach allen Regeln der Kunst. Nur die Finderin Oma Maria und ihre Enkelin bleiben gelassen, im Gegensatz zu Christines Freund Torsten (Rolf Timo).

Plötzlich wurde es noch turbulenter als zuvor, als auch die Joggerin Carla (Katja Gerstner), der muskulöse Waldarbeiter Hartmut (Hans-Jürgen Wiederrecht), der Schmetterlingsjäger Wilhelm Würmlein (Holger Hirth) und der Gar-nicht-Polizist Tom (Heiko Roll) auffälliges Interesse an der Waldhütte zeigten. Aus ganz verschiedenen Motiven, versteht sich.

Dass zum Schluss alles ein überraschendes Ende nahm, dürfte bei diesem Stück niemanden verwundert haben. Es war eine Glanzleistung in Sachen leichter Unterhaltung, die Theatergruppe gab alles.

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