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Nachfrage nach Bauplätzen ist nach wie vor sehr groß
Nachfrage nach Bauplätzen ist nach wie vor sehr groß
19.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Ein Paket von insgesamt zehn Bebauungsplänen hatte der Gaggenauer Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag zu beraten und zu beschließen. Teilweise handelte es sich um neue Aufstellungsbeschlüsse, bei anderen um erneute Aufstellungsbeschlüsse. Würden alle Pläne auch umgesetzt, könnten mehr als 400 neue Wohneinheiten entstehen. Möglich ist es aber auch, dass auf das eine oder andere Baugebiet verzichtet werden muss. Stichworte sind Artenschutz, verkehrliche Erschließung, Kanalisation und das Interesse der Grundstückseigentümer.


"Der Artenschutz ist bei vielen Gebieten ein großes Problem", betonte eingangs Bürgermeister Michael Pfeiffer. Von besonderer Bedeutung zeigten sich laut Verwaltung die artenschutzrechtlichen Eingriffstatbestände, da sie meist für erhebliche zusätzliche Anforderungen sorgen. Diese sind auch in den beschleunigten Verfahren nach Paragraph 13a und 13b Baugesetzbuch beachtlich, die für die Baugebiete angewendet werden sollen. In allen Bereichen würden geschützte Arten vorkommen, die mit mehr oder weniger großem Aufwand prinzipiell ausgeglichen werden könnten. "Bei keinem der Gebiete wurde bei den ersten Begehungen eine Art entdeckt, die eine Entwicklung der Fläche von vornherein ausschließt", heißt es in der Sitzungsvorlage. Im Rahmen der Bebauungsplanaufstellung werde das Thema Artenschutz in einer "speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP)" behandelt und ein tragfähiges Ausgleichskonzept entwickelt.

Die Stadt Gaggenau benötigt als wachsende Stadt laut Oberbürgermeister Christof Florus auch in den kommenden Jahren die Möglichkeit, weitere Bauflächen zu entwickeln. Der großräumig vorhandene Wohnraumbedarf beschränke sich nicht nur auf Mehrfamilienhauswohnungen im Stadtzentrum, sondern es existiere nach wie vor eine sehr hohe Nachfrage nach Einzelbauvorhaben in der Kernstadt sowie in den Ortsteilen. So hätten sich im Zusammenhang mit der Entwicklung des Baugebietes des 6. Teilbebauungsplans Heil II auf 23 städtische Bauplätze mehr als 500 Bewerber gemeldet. Ebenso gebe es in allen Gaggenauer Ortsteilen eine erhebliche Anzahl von jungen Familien, die im Ort bleiben wollen, aber kaum eine Möglichkeit finden, ihre Wohnansprüche zu verwirklichen.

Gerade diesen Interessen komme eine zeitlich befristete Neuerung des Baugesetzbuches (BauGB) entgegen: Im Mai 2017 wurde der Paragraph 13b in das BauGB eingeführt. Diese neue Regelung soll Bebauungsplanverfahren für den Wohnungsbau am Siedlungsrand beschleunigen. Da der §13b nur eine befristete Gültigkeit hat, müssen die Aufstellungsbeschlüsse für das Bebauungsplanverfahren bis Ende 2019 (Satzungsbeschluss bis Ende 2021) gefasst werden.

Um herauszufinden, welche Flächen sich im Gaggenauer Stadtgebiet für eine solche Entwicklung eignen, wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, mit deren Ergebnisse die Gremien des Gemeinde- und Ortschaftsrates in die Lage versetzt werden, eine Entscheidung über die Realisierung zu fällen.

Inhalt der Machbarkeitsstudie sind Untersuchungen im Bereich des Artenschutzes, des technischen Erschließungsaufwandes sowie die Überprüfung der Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer.

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