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Abriss und Neubau in der Schwarzwaldstraße
Abriss und Neubau in der Schwarzwaldstraße
19.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Die Erweiterung der Lebensmittel-Riesen Aldi und Rewe in der Schwarzwaldstraße steht schon lange auf der Agenda. "Jetzt hat das Projekt ein ganz neues Gesicht bekommen", berichtete Architekt Alexander Haas am Montag im Gemeinderat. Denn statt einer ursprünglich geplanten Erweiterung der bestehenden Märkte ist nun jeweils der Abriss und der Neubau vorgesehen.


Damit wird die Verkaufsfläche der Aldi-Filiale von 1 000 auf 1 300 Quadratmeter vergrößert werden; der Rewe-Markt wächst um 450 Quadratmeter auf dann 1 600 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Gebäude erhalten zudem eine komplett neue Optik: "Die werden schick", verspricht der beauftragte Architekt und kündigte zwei Märkte der neuesten Generation an.

Das bestehende Gebäude, in dem derzeit beide Märkte untergebracht sind, weicht einem Neubau, in den die künftige Rewe-Filiale einzieht und wo zudem 19 Wohnungen für betreutes Wohnen auf dem Dach entstehen. Der Aldi-Markt zieht als eigenständiges Gebäude in einen Neubau auf den benachbarten alten Schrottplatz um, der zunächst von Altlasten befreit wird (wir berichteten).

Haas kündigte an, dass die Kunden-Stellplätze auf 150 "moderat" erhöht werden; zudem ändert sich der Lieferverkehr, der künftig komplett über die zentrale Auffahrt von der Schwarzwaldstraße abgewickelt werde und nicht mehr über die Friedrich-Abel-Straße. Entlang dieser wird auch das betreute Wohnen im ersten und zweiten Obergeschoss des Rewe-Markts ausgerichtet. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaik-Anlage geplant, die laut Architekt einen Großteil des Strombedarfs decke. Die Randbereiche an der Friedrich-Abel-Straße sollen begrünt werden, die "intensive Bepflanzung" Lebensraum für Insekten schaffen. "Wir legen viel Wert auf ökologisches Bauen", betonte Haas. So werde es auch eine E-Ladestation geben. Zudem wies er darauf hin, dass die Lärmbelastung für die Anlieger unverändert bleibe und die Andockstationen für die Lkw überdacht seien, aber nicht eingehaust.

Der Gemeinderat bewertete das Vorhaben durchweg positiv, Gegenstimmen gab es keine. Bürgermeister Julian Christ sprach gar von einem "wichtigen Meilenstein". Stefan Freundel (CDU) unterstrich, dass die Märkte schon jetzt gut angenommen werden, der Standort für die Nahversorgung optimal sei. Auf Nachfrage erklärte Architekt Haas, dass auch während der Bauzeit stets einer der beiden Märkte geöffnet sein werde.

Dr. Irene Schneid-Horn (SPD) meinte, mit diesem Projekt und den modernen Märkten werde Gernsbach seinem Anspruch als Mittelzentrum für das Murgtal gerecht. Allerdings hätte sie sich mehr Fläche für die Wohnbebauung gewünscht, das sei aus "städtebaulicher Sicht eine vertane Chance", so die Sprecherin der SPD-Fraktion. Alexander Haas begründete die Beschränkung auf 19 Wohneinheiten mit der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens, die bei mehr Wohnungen nicht mehr gegeben sei.

"Wir begrüßen das Bauvorhaben sehr", freute sich Stefan Krieg für die Grünen, "und erkennen das Bemühen an, die Märkte nachhaltig zu gestalten." Die Tatsache, dass hier eine komplette Altlastensanierung erfolgt, wünschten sich die Grünen "auch in anderen Gebieten der Stadt".

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