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Bundesamt erläutert PFC-Neubewertung
Bundesamt erläutert PFC-Neubewertung
20.12.2019 - 00:00 Uhr
Murgtal/Rastatt (red) - Nachdem das Umweltbundesamt (UBA) der Bürgerinitiative Sauberes Trinkwasser für Kuppenheim im Hinblick auf die PFC-Belastung im Trinkwasser des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal bereits entsprechende Hinweise zukommen ließ, hat die Bundesbehörde nun die Hintergründe und einen konkreten Maßnahmewert mitgeteilt.


Dieser gibt an, ab welchem Gehalt an Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) das Trinkwasser für besonders empfindliche Bevölkerungsgruppen wie Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder nicht mehr genutzt werden soll. Insbesondere die Konkretisierung des Gehalts war als Grundlage für behördliches Handeln wichtig, heißt es in der Mitteilung. Demnach ist eine Empfehlung für eine Verwendungseinschränkung bei den genannten Verbrauchergruppen unausweichlich, wenn bei einem Wasserversorger ein Gehalt an PFOA beziehungsweise PFOS im Trinkwasser bis höchstens 0,05 Mikrogramm pro Liter nicht eingehalten werden kann.

Das ist im Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal zurzeit der Fall. Er versorgt rund 23 000 Bürger in Gernsbach, Kuppenheim, Selbach und Förch mit Trinkwasser.

Eine Anpassung der vorläufigen Bewertung von PFC im Trinkwasser aus dem Jahr 2017, insbesondere eine Absenkung der Leitwerte für die PFC-Vertreter PFOA und PFOS, werde beim Umweltbundesamt seit Monaten intensiv geprüft - auch vor dem Hintergrund der sehr strengen Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit von 2018 zu diesen Substanzen in Lebensmitteln.

Bis vor gut einer Woche konnte das Umweltbundesamt noch keine Aussage machen, wann es zu einer Anpassung der Leit- oder Vorsorgewerte kommen wird. Zwischenzeitlich liegen neue Erkenntnisse vor, die das Amt veranlassten, vorbehaltlich der endgültigen Entscheidungen bezüglich einer zu erwartenden Absenkung der Trinkwasserleitwerte für PFOA und PFOS aus Vorsorgegründen bereits jetzt eine vorübergehende Senkung der Maßnahmenwerte für empfindliche Bevölkerungsgruppen auf 0,05 Mikrogramm pro Liter zu empfehlen. Diese vorsorglichen Maßnahmenwerte sollen bis zur Festlegung der neuen gesundheitlichen Leitwerte für PFOA und PFOS gelten.

Das Gesundheitsamt im Landratsamt nahm gestern Stellung zu dem Schreiben der Kuppenheimer Bürgerinitiative beziehungsweise der Neubewertung des Umweltbundesamts. Im Trinkwasser des Zweckverbands Vorderes Murgtal liege der aktuelle Wert für PFOA bei 0,052 Mikrogramm pro Liter "und damit um zweitausendstel über dem Maßnahmenwert", heißt es in der Pressemitteilung.

Dr. Jan Ulrich Krahl, Leiter des Gesundheitsamts Rastatt, nimmt auf BT-Anfrage Stellung zu den Vorwürfen der Bürgerinitiative, dass das Gesundheitsamt beim Thema PFC abwarte. "Wir müssen warten, bis wir etwas vom Umweltbundesamt bekommen." Üblicherweise setze das Ministerium für Ländlichen Raum entsprechende Hinweise des UBA in einen Erlass um, der dann den Behörden mitgeteilt werde. Erst vor drei Wochen habe es im Regierungspräsidium ein Gespräch zum Thema PFC mit Vertretern des Ministeriums gegeben, bei dem eine mögliche Senkung der Trinkwasserleitwerte überhaupt kein Thema war: "Uns hat die Entwicklung überrascht", meint Krahl. Im Hinblick auf schädliche Auswirkungen von PFC für den menschlichen Körper gebe es bislang noch keine wissenschaftlichen Beweise, führt er weiter aus.

Bis zur Erreichung einer dauerhaften Absenkung unter den Vorsorgewert empfiehlt das Gesundheitsamt für die genannten Bevölkerungsgruppen, das Wasser nicht zu trinken oder zur Zubereitung von Speisen zu verwenden. Des Weiteren betont die Behörde, dass alle anderen Wasserversorger in der Region auch die neuen Vorsorgewerte einhalten. Ansprechpartner des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal zum Thema Trinkwasser ist Jürgen Zimmerlin, (0 72 24) 6 44 30. Weitere Infos gibt es unter:

www.gernsbach.de/wasserversorgung

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