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Süße Erinnerung nun mit zartbitterem Geschmack
21.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - Die Uhr tickt. Nicht einmal mehr 240 Stunden, dann ist ihre Zeit abgelaufen - was das Jubiläum der Stadt Gernsbach anlangt zumindest. An das 800-jährige Bestehen werden aber weiterhin viele Murgtäler erinnert, die sich mit Jubiläumsprodukten selbst eindeckten oder damit beschenkt wurden. Wegen der großen Nachfrage wurden manche sogar mehrfach nachbestellt.

Am vergänglichsten darunter ist sicher der "Historische Kalender 2019". Die beliebte Jubiläumschronik kann dagegen auch noch in einem Vierteljahrhundert verschlungen werden. Das Zeug zum Klassiker, der die Gernsbacher praktisch minütlich weiterhin an das stolze Alter der Murgtal-Perle erinnert, hat auch die Jubiläumsuhr. Christina Hartmann ließ 100 der Preziosen aus Holz anfertigen. Einige wenige Armbanduhren zum Preis von 118 Euro liegen noch aus im Schaufenster in der Altstadt. "Ein paar gibt es noch", berichtet die Eigentümerin des kleinen Ladengeschäfts von Christina Hartmann Uhren & Schmuck und stellt klar, dass sich Interessierte wohl nur noch vor Weihnachten ein Exemplar sichern können, "nach dem Jubiläumsjahr bestelle ich keine mehr nach."

Die Spezialanfertigung aus Südtirol sei sehr gut angekommen, freut sich die 60-Jährige, dies liege auch am "sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis, finde ich". Käufer berichteten der Schmuckhändlerin oft, dass sie auf ihre Armbanduhr angesprochen würden. Mit dem Hersteller Laimer arbeitet Hartmann bereits seit fünf Jahren zusammen und machte mit den Holzuhren durchweg gute Erfahrungen. Die Armbanduhren verweisen nicht nur auf die 800 Jahre Gernsbach, sondern zeigen auf dem Ziffernblatt drei Sehenswürdigkeiten in Schwarz und Weiß: den vor mehr als fünf Jahrhunderten erbauten Storchenturm, den Katz'schen Garten und das Alte Rathaus. Zudem sind sie durchnummeriert von 1 bis 100 und können noch unverwechselbarer gemacht werden, wenn der Kunde kostenlos Name und Kauf- oder Geschenkdatum eingravieren lässt.

Die Tourist-Info freut sich ebenfalls über rege Nachfrage. Der historische Kalender musste sogar zweimal nachbestellt werden, berichtet Leiterin Melanie Mußler. Fast 250 Exemplare des "Historischen Kalenders 2019" verkaufte man bis dato für jeweils 15 Euro. Deshalb beschloss die Tourist-Info, auch eine Auflage für 2020 anzubieten. Die Blätter zeigen dabei wieder "ein Gernsbach, wie es viele nicht mehr kennen".

Tiefergehende Informationen zur Stadtgeschichte seit 1219 enthält die Jubiläumschronik (34 Euro). Unter der Leitung von Stadtarchivar Wolfgang Froese erschien der reich bebilderte 360 Seiten starke Band zum Jubiläumsfest im Juli 2019. "Die Nachfrage ist gut, insbesondere in der ,Bücherstube', wo das Werk ebenso verkauft wird", sagt Mußler. Froese und seine Mitautoren dokumentieren in "acht zeitlichen Epochen vom Mittelalter bis in die heutige Zeit prägende Ereignisse sowie politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Biografien bedeutender Persönlichkeiten".

Die Feierlichkeiten 800 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung anno 1219 halten eine DVD (zehn Euro) beziehungsweise Blu-ray (zwölf Euro) fest. Der Film "800 Jahre Gernsbach" widmet sich dem großen Fest vom 12. bis 14. Juli 2019: Die Bilder zeigen das Musikfeuerwerk, den historischen Umzug sowie weitere Impressionen des Festtreibens. Mitte November feierte der Streifen Premiere im Gernsbacher Kino und wird laut Mußler "seither gut verkauft".

Nachschub bedurfte es ebenso bei der süßesten Versuchung zum Jubiläum: den Schokoladentäfelchen. Die sechs Motive, die jeweils zweimal in der Verpackung stecken, kosten 7,50 Euro. Die Gernsbacher Schokolade wurde am Weihnachtsmarkt 2018 in drei verschiedenen Verpackungen (Weihnachtsedition, "Süße Grüße aus Gernsbach" und Jubiläumsjahredition) angeboten. Die kleine Leckerei erfreute sich auch hernach einiger Beliebtheit, weshalb die Tourist-Info diese ebenfalls nachbestellte. Gab es zunächst nur die Vollmilch-Variante, bekam das Jubiläumsjahr gegen Ende so noch einen zartbitteren Beigeschmack.

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