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Eine Gitarre, zwei Stimmen, ein Looper und viel Begeisterung
Eine Gitarre, zwei Stimmen, ein Looper und viel Begeisterung
24.12.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (ueb) - Aus zwei Gründen war der vergangene Samstag für das Obertsroter Kirchl ein ganz besonders schöner Tag. Den ersten Grund dafür lieferte die Sparda-Bank Baden Württemberg (siehe zum Thema). Den zweiten lieferten Maike Oberle und Gerald Sänger. Alias 2cool sorgten sie Stunden später dafür, dass Besucher des ehemaligen Obertsroter Dorfkirchleins im letzten Konzert des Jahres nach wunderbaren Stunden von Glücksgefühlen beseelt ihren Heimweg antraten.

Eins bestach bei dem Auftritt am meisten: In der zweiköpfigen Band vertraten Oberle und Sänger ihre gemeinsame Sache so locker und gleichberechtigt, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Allein schon zu sehen und erst recht zu hören, wie lässig die Kommunikation zwischen beiden - trotz des Altersunterschieds - funktionierte, machte Laune. Und auch, wie sich die Strahlkraft von Stimme und brillanter Instrumentierung gegenseitig ergänzten.

Das wurde besonders bei ihrem Versuch deutlich, "Bohemian Rhapsody" zu zweit zu stemmen. Den Zuhörern blieb neben fast überbordendem Beifall vor allem die Bewunderung für diesen Mut. Nach Oberles kraftvoller Stimme und ihrem wunderbaren Timbre zu urteilen, scheint sie den Soul im Blut zu haben. Der Gitarrist Gerald Sänger steht ihr indes durch seine höchst variable Saiten-Handschrift in nichts nach. Von solistischen Eitelkeiten oder Kompetenzgerangel war nichts zu spüren, die Spielfreude des Duos übertrug sich nahtlos auf das Publikum. So kam es, dass schon nach den ersten Titeln im Kirchl, das schon vor Tagen ausverkauft war, kein Bein mehr still stand. Um dieses bis zum Auftrittsende durchzuhalten, bedurfte es keiner langatmigen Zwischen-Moderationen. Und wenn, dienten diese neben ihrem kurzgefassten, informativen Kern eher der Erheiterung. Zwei Stimmen, eine Akustikgitarre, einen "Looper" und coole Songs verschiedener Genres, mit unüberhörbarer Neigung zu Hits der 80er - mehr brauchten Oberle und Sänger nicht.

In ihren Titeln dominierten eruptive Glücksgefühle, funkelte Oberles Stimme zusammen mit Sängers charaktervollem Spiel. Dabei entwickelten einige Songs in der Interpretation durch das Duo seine eigene Persönlichkeit. "What's love got to do" hieß einer der ersten Titel, ein Charakter, dessen Ecken und Kanten mit Jazz-, Blues- und Soul-Anleihen die beiden Musiker bebilderten. In der musikalischen Charakterstudie "Black Horse and the Cherry Tree" dominierten sowohl Vitalität und nachdenkliche Gefühle. Bei "Highway to Hell" nahm das Tempo virtuos an Fahrt auf, übertrug sich mit atemberaubender Geschwindigkeit auf die gesamte Zuhörerschaft.

Weder fehlte der Roxette-Titel "The Look" noch - ebenfalls aus aktuellem Anlass - die Weihnachtstitel "Santa Baby" und Frank Sinatras "Winter Wonderland". Auch die Grease-Musical-Szene streiften Oberle und Sänger mit "You're the one that I want". Oberles breites Stimmspektrum eroberte Facette für Facette, Sängers Gitarrenspiel ließ die Zuhörer Farben, Stimmungen und Gefühle nachspüren. Die Konzertbesucher erlebten zwei geniale Musiker, die sich ergänzen, die als eine verschworene Gemeinschaft fast traumwandlerisch zusammen musizierten und Neues ausprobierten. Sogar auf dem Bühnenboden sitzend, erfanden sie eine eigene Klangsprache. Und manchmal körperlich ganz nahe, musizierten sie gemeinsam auf einem Instrument. Doch wie auch immer, ihr Spaß daran übertrug sich ohne Abstriche auf ihr begeistertes Publikum.

Kein Wunder, können beide Vollblutmusiker inzwischen auf genügend Bühnenerfahrung zurückblicken. Bei der Durmersheimer Soul- und Funkband "Moritz & the Horny Horns" kennengelernt, stehen sie schon seit 2013 gemeinsam auf kleineren und auch größeren Bühnen.

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