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CDU-Verbände lehnen die Elektro-Teststrecke ab
CDU-Verbände lehnen die Elektro-Teststrecke ab
30.12.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau / Gernsbach (red) - Nach der Bekanntgabe durch das baden-württembergische Verkehrsministerium, dass die Vergabe für den Bau der Oberleitungsstrecken nun doch erfolgen kann, bekräftigen die CDU-Verbände von Gaggenau und Gernsbach ihre ablehnende Haltung. "Wir schließen uns der Frohbotschaft des grünen Verkehrsministers nicht an, weil wir die Oberleitungstechnik für Lastwagen nicht für eine zukunftsweisende Technologie halten."

"Zunächst ist es eine gute Nachricht, dass der Abschnitt bei Ottenau entfällt und nur noch zwei Teilstücke vorgesehen sind", befindet Gernsbachs CDU-Vorsitzender Dirk Preis. Kurvenverlauf und die Nähe zu den Felsen seien in der Enge des Tals keine gute Voraussetzung für über der Fahrbahn hängende Stromkabel, heißt es in der CDU-Pressemitteilung. "Wir wollen vom grünen Verkehrsminister wissen, wie viel Euro der verkleinerte Versuchsaufbau nun kostet", betont der Gernsbacher Gemeinderat Preis. Bislang waren 18 Millionen Euro für die drei Teilstücke im Gespräch. Der Betrag müsse jetzt deutlich günstiger werden, "wenn nur noch zwei Teilstücke in den Bereichen mit gerader Trassenführung" übrig blieben.

Die Verkürzung ist für die CDU-Ortsverbände "der erste Beweis, dass die Technologie der Oberleitungen nicht für den Lastwagenverkehr im ländlichen Bereich taugt. "Tests auf gerader Strecke werden bereits auf der Autobahn zwischen Darmstadt und Frankfurt und auf einem Teilstück in Schleswig-Holstein erprobt, da braucht es nicht noch eine dritte Variante im Murgtal. Wenn schon jetzt der Teil der Landstraße gestrichen wird, dann sagt das doch bereits alles aus", finden die Lokalpolitiker. Überhaupt sei die Oberleitungstechnik erprobt: In den USA habe Siemens Testreihen abgeschlossen, in Schweden ebenso.

Gerade die Testreihen in Amerika hätten ergeben, dass die Lastwagen mit Elektroantrieb lokal weniger Schadstoffe ausstießen und leiser seien. "Das ist doch unter Verwendung eines Elektromotors eine Binsenweisheit", meint Preis unter Verweis auf die Siemens-Dokumentation. "Es ist jedoch fraglich, ob durch Kabel, massive Stahlträger, Batterien und den beim Bau verursachten Schadstoffen jemals eine positive Ökobilanz zu erzielen ist. Für einzelne Lkw diesen Aufwand zu betreiben, grenzt an Verschwendung von Steuergeldern!"

Die CDU-Verbände befürchten ein Verkehrschaos, wenn auf der Hauptschlagader des Murgtals, der B 462, wieder monatelang gebaut wird, um eine "von vornherein überflüssige Testanlage zu errichten. Wir glauben auch nicht daran, dass die Umsetzung des Projekts ohne große Verkehrsbeeinträchtigungen vonstattengeht, wie das Ministerium behauptet. Mit einer halbseitigen Sperrung der B 462, was vom Ministerium als geringe Verkehrsbeeinträchtigung beschrieben wird, kennen vor allen die Gaggenauer sich aus", heißt es in der Mitteilung weiter. Ortskundige würden dann durch die Innenstadt fahren und dort für ein Verkehrschaos sorgen. "Wann und wie will man den versprochenen Projektbegleitkreis einbeziehen?", fragt sich deshalb Gaggenaus CDU-Vorsitzende Sabine Arnold. Termine dazu stehen noch nicht fest, doch im Juni soll mit dem Bau der Oberleitungen begonnen werden.

Fazit der zwei CDU-Ortsverbände: "Das grüne Verkehrsministerium soll lieber mit dem Geld den Ausbau des Autobahnanschlusses Rastatt vorziehen und den Lückenschluss der B3 fertigstellen, das bringt für tausende Pendler mehr Entlastung als für drei subventionierte Lastwagen eine elektrische Kabeltrasse."

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