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Weisenbacher helfen bei Schulhausbau in Mityana
Weisenbacher helfen bei Schulhausbau in Mityana
07.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Katharina Vogt

Weisenbach - Nicht mehr lange, dann werden die Zwillinge Marco und Timo Krämer und ihr Freund Loris Strobel aus Weisenbach nach Uganda fliegen, um dort 14 Tage auf einer Baustelle zu arbeiten, die vielen aus der Seelsorgeeinheit Forbach-We isenbach wohl bekannt ist. Denn die Kirchengemeinden unterstützen seit Jahren die Projekte von Professor Dr. John Kiggundu in seiner ugandischen Heimatstadt Mityana. Mit finanzieller Hilfe aus dem Murgtal ist in der 15 000 Einwohner zählenden Stadt bereits ein Kindergarten gebaut worden, derzeit entsteht dort eine Schule.

Immer wieder hat Kiggundu im Murgtal vom Fortschritt seiner Projekte erzählt. Er hat hier viele Freunde und Bekannte, schließlich kommt er seit 2013 regelmäßig über Weihnachten und Ostern als Unterstützung für die Feiertagsgottesdienste in die Seelsorgeeinheit. Heute wird er um 19.30 bei einer Veranstaltung des katholischen Bildungswerks im Gemeindehaus Weisenbach auch Fotos vom Baufortschritt zeigen, außerdem wird Kiggundu beim Seniorentreff im Josefshaus am Folgetag erwartet. Beim Stammtisch in Bermersbach war er bereits.

120 Kinder gehen in den Kindergarten in Mityana. Die Eltern dieser Kinder seien auf ihn zugekommen, dass es für ihre Kinder keine gute Schule in der Stadt gäbe. "Natürlich gibt es staatliche Schulen und auch Privatschulen in Mityana", erzählt Kiggundu. Aber die staatlichen Schulen sind finanziell so schlecht ausgestattet, dass in den Klassen bis zu 100 Kinder sitzen. "Da findet nur noch Beaufsichtigung statt, kein Unterricht", meint auch Kiggundus Freund und Pfarrer der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach, Thomas Holler. Privatschulen kosten viel Geld, das die meisten Familien nicht haben.

"Auch wir merken den Klimawandel deutlich"

Auch die neue katholische Schule in Mityana, von der bereits das Erdgeschoss und die Zwischendecke zu den beiden oberen Geschossen fertiggestellt sind, wird Schulgeld kosten. "Die Kinder haben den ganzen Tag Unterricht, bekommen ein Mittagessen", erklärt Kiggundu. Fördermittel vom Staat bekommt die Privatschule weder für den Bau noch für den Betrieb.

Aber Lehrer werden sie sicherlich genug finden, denn das Schulsystem in Uganda ist zwar marode, aber Lehrer werden genug und gut ausgebildet - und viele von ihnen sind nach dem Studium arbeitslos. Kiggundu hofft, dass er mit den Spenden und den Elternbeiträgen auch ein System finanzieren kann, das es möglich macht, Kindern aus ärmeren Familien eine Chance zu geben. Es sind bereits Deutsche auf ihn zugekommen, die bereit wären, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen.

Aber erst muss die Schule fertiggestellt werden. Und dabei kommen die drei 22-jährigen Freunde aus Weisenbach ins Spiel. Vor einem Jahr war ihnen spontan die Idee gekommen, dass die Bauwagengemeinschaft Weisenbach die Projekte von Kiggundu unterstützen könnte. Bei vielen Aktionen übers Jahr sammelt die Bauwagengemeinschaft immer wieder im kleinen Rahmen Geld für einen sozialen Zweck: "Wenn wir eine Aktion starten, dann ist das toll, wie wir unterstützt werden, auch von den anderen Vereinen oder von der Feuerwehr", freut sich Timo Krämer. Auf diese Dorfgemeinschaft sind die drei Jungs sehr stolz.

"Ganz spontan kam die Idee auf: Wenn wir nach Uganda spenden, fliegen wir da auch hin und helfen", erzählt Loris Strobel. Eine Idee, die bei Professor Kiggundu, den die drei vor einem Jahr noch nicht persönlich kannten, sofort auf offene Ohren stieß.

Zwischenzeitlich sind sie eng verbunden und "John" wird die drei in Uganda privat unterbringen, denn die Reise und auch der Flug werden nicht vom Spendenkonto bezahlt, das übernehmen die Drei privat. "Alle Spenden fließen direkt in die Schule", erklären sie. Seit sich ihr Plan herumgesprochen hat, ist die Unterstützung von Privatleuten und Firmen groß. Auch ihre Chefs unterstützen die Aktion auf vielfältige Weise.

13 Impfungen

vor der Abreise

In Uganda "ist es im Moment nicht sehr warm: ungefähr 25 Grad, es hat viel geregnet", erklärt Kiggundu das Wetter in Äquatornähe: "Auch wir merken den Klimawandel deutlich." 13 Impfungen von Tollwut bis Gelbfieber waren im Vorfeld der Reise nötig.

Am 11. Januar fliegen die Drei nach Entebbe, wo sie von John erwartet werden. 14 Tage werden sie dann auf dem Hochplateau arbeiten, wo spätestens 2021 bis zu 500 Kinder zur Schule gehen sollen. Danach will Theologe Kiggundu den drei Weisenbachern seine Heimat zeigen. Am 1. Februar kommen sie wieder heim ins Murgtal.

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